Im ADAC-Test: Pillen, Magnete, Ölzusätze
Diese drei getesteten Produkte stehen stellvertretend für eine ganze Reihe ähnlicher für Benzin- und Dieselmotoren. Wesentliche Werbeaussage ist die deutliche Reduzierung des Spritverbrauchs – eben dies haben wir nachgeprüft.
Die Messungen erfolgten auf dem ADAC Abgas –und Verbrauchsprüfstand nach dem in der EU obligatorischen „Neuen Europäischen Fahrzklus“ (NEFZ kalt). Anforderung: Ermittlung des Kraftstoffverbrauchs vor und nach Anwendung der einzelnen Testprodukte. Preisangaben sind ca.-Werte einschließlich Versandkosten.
MPG-CAP
ADAC-Ergebnis: Keine messbaren Veränderungen
Kraftstoff-Zusatz in Form von Tabletten für Diesel und Benziner. Der Hersteller verspricht zehn bis 20 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch, sieben bis 14 Prozent mehr Laufleistung, Schadstoffreduzierung und Leistungssteigerung, leichteres Anlassen des Motors, Drehmomentsteigerung und Reinigungseffekte
Preis: 26 € (10 Tabletten einschließlich Versand)
Kraftstoffaktivator
ADAC-Ergebnis: Keine messbaren Veränderungen
Magnet von Friedrich Hagans (Erfurt) zur Montage auf der Kraftstoffleitung; unterschiedliche Produkte für Diesel und Benziner. Der Hersteller verspricht bis zu acht Prozent weniger Kraftstoffverbrauch, weniger Schadstoffe, Schonung des Katalysators und spritzigeres Fahrverhalten.
Preis: 56,84 € (Ausführung für Benzinmotoren einschließlich Versand)
Mathy-M
ADAC-Ergebnis: Keine messbaren Veränderungen
Motoröl-Zusatz für Diesel und Benziner. Der Hersteller verspricht Leistungssteigerung, Reduzierung von Ölverbrauch und Verschleiß, Reinigungseffekte und bis zu 17,8 Prozent geringeren Kraftstoffverbrauch in der Kaltstartphase (bei Kombination mit Mathy-T-Getriebeöl-Zusatz).
Preis: ca. 129 € (2,5 Liter)
Spritsparen ist „in“ – kein Wunder, dass Spritspar-„Wundermittel“ auf dieser Welle mitreiten. Mit leicht verändertem Aussehen und Namen werden sie zu meist horrenden Preisen immer wieder neu auf dem Markt angeboten. Unverändert bleibt in den meisten Fällen nur ihre Wirkungslosigkeit. Was nicht verwundert, da damit grundlegende physikalische Gesetze in Frage gestellt würden. Vielfach werden Zertifikate von – meist ausländischen - Institutionen vorgelegt, die jedoch nur bestätigen, dass es beispielsweise nicht verboten ist, die Geräte im Fahrzeug mitzuführen – sofern sie ordentlich befestigt sind. Ein effektiver Wirk-Nachweis – erstellt unter Berücksichtigung der alleine aussagekräftigen EU-Richtlinien für Verbrauch und Abgas - wurde nach ADAC-Recherchen bis dato noch für kein Spritspar-Mittel erbracht.
Eben das holen wir hier nach: Stellvertretend für eine ganze Reihe ähnlicher Angebote haben wir für den Test drei Produkte – einen Kraftstoff-Zusatz in Tablettenform, einen Magnet zum Anbinden an die Kraftstoffleitung und einen Motorölzusatz getestet. Mit eigentlich nicht überraschenden Ergebnissen…
-
ADAC Tipps
- Lassen Sie sich nicht von vollmundigen Versprechungen oder vermeintlich wissenschaftlichen Begründungen (z. B. „elektrostatische Aufladung bipolarer Kohlenwasserstoffmoleküle“) blenden
- Absolvieren Sie ein Spritspar-Training, wie es unter anderem der ADAC anbietet. Dadurch können Sie Ihren Kraftstoffverbrauch um bis zu 20 Prozent drosseln
- Wenn Ihnen Nachbarn oder Bekannte von eigenen Erfolgen mit Spritspar-Wundermitteln berichten, sollten Sie bedenken: Einerseits wurden diese Einsparungen nicht unter vergleichbaren Bedingungen ermittelt, andererseits kommt hierbei häufig der „Placebo“-Effekt zum Tragen. Wer ein Gerät zum Spritsparen eingebaut hat, fährt in der Erwartung des niedrigeren Kraftstoffverbrauchs oftmals unterbewusst verhaltener und damit sparsamer
- Bisher hat kein Auto-Hersteller die Verwendung von Spritspar-Wundermitteln frei gegeben. Die Verantwortung trägt der Fahrzeugbesitzer allein. Zwar erlischt die Fahrzeuggarantie bzw. Sachmängelhaftung nicht automatisch. Bei einem Schaden, der in ursächlichem Zusammenhang mit der Verwendung von Spritspar-Mitteln steht, übernimmt der Auto-Hersteller jedoch keine Haftung. Dies gilt auch für Folgeschäden.
Testvorgabe war, jegliche Einflüsse durch Witterungsbedingungen, unterschiedlichen Verkehrsfluss oder Fahrer-Verhalten auszuschließen. Daher wurden Verbrauch und Abgase ohne und mit Spritspar-Wundermitteln nicht auf der Straße, sondern ausschließlich auf dem ADAC-Prüfstand gemessen. Jedes Fahrzeug hatte den so genannten „Neuen Europäischen Fahrzyklus“ (NEFZ) zu absolvieren, in dem Beschleunigungs-, Verzögerungs-, Konstantfahrt- und Leerlaufphasen genau festgelegt sind. Der etwa 20 Minuten dauernde NEFZ schreibt auch die zu verwendenden Gänge (Getriebestufen) sowie die Umgebungsbedingungen beim Start (Konditionierung) vor. Das gewährleistet die Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Folgende Fahrzeuge wurden zum Test heran gezogen:
· Opel Astra H 1,8 (Baujahr 2004, 85 kW Benziner)
· Opel Zafira A 1,8 (Baujahr 2003, 92 kW Benziner)
· VW Golf IV 1,4 (Baujahr 2000, 55 kW Benziner)
Sie durchliefen den NEFZ ohne und mit Spritspar-Mittel. Bei der Zugabe oder Anbringung der Testprodukte wurde strikt nach Herstellervorgabe vorgegangen. Jedes Fahrzeug hat 800 Kilometer mit einem der Produkte absolviert.