Die wichtigsten Fahrerassistenzsysteme wirken auf die Längsführung des Fahrzeugs, also zuverlässiges Beschleunigen, sicheres Bremsen und nicht ins Schleudern kommen.
Das Antiblockiersystem ABS (auch Automatischer Blockierverhinderer) wird seit 2004 serienmäßig in fast allen Pkw ausgeliefert. Es verhindert das Blockieren einzelner Räder während dem Bremsvorgang und verkürzt dadurch den Bremsweg, verbessert die Spurhaltung und die Lenkfähigkeit.
Ausgehend von den ABS-Sensoren, die an jedem Rad die aktuelle Drehzahl messen, wurden zahlreiche weitere Systeme entwickelt. Die Fahrdynamikregelung (auch Electronic Stability Control ESC) wirkt durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder und Eingriff in die Motorleistung jederzeit dem Ausbrechen des Wagens entgegen. Sie ist häufig mit einer Antriebsschlupfregelung (ASR) zur Verbesserung des Anfahrverhaltens und Beschleunigen verbunden. Weitere Fahrerassistenzsysteme, die wie ABS und ESC die Bremse nutzen und beeinflussen, sind z. B. der Bremsassistent (BAS) für eine optimale Vollbremsung, Gespannstabilisierung im Anhängerbetrieb, Trockenbremsen der Bremsscheiben und automatische Bremsbereitschaft, Berganfahrhilfe (automatische Handbremse) und Bergabfahrhilfe, Fading-Kompensation und Soft-Stop.
Weiterführende Informationen zu ESP
Elektronisches Stabilitäts-Programm – So funktioniert ESP PDF, 34 KB
ADAC-Ausweichtest – Nie ohne ESP PDF, 85 KB
Weiterführende Informationen zu Änhänger-ESP
ESP – Sicher mit dem Haus am Haken PDF, 629 KB
Weiterführende Informationen zum Bremsassistent
ADAC-Test – Der Bremsassistent PDF, 176 KB
Distronic/Bremsassistent im Mercedes S PDF, 46 KB
Ein weiteres System zur Verbesserung der Traktion ist z. B. die elektronische Differentialsperre (EDS). Zur Verbesserung der Fahrzeugstabilität kann der Bremseingriff des ESC inzwischen mit kleinen Lenkkorrekturen ergänzt werden (ESC II). Die Motor-Schleppmoment-Regelung reduziert Lastwechselreaktionen.
Eines der ältesten Fahrerassistenzsysteme ist der Tempomat, der das Fahrzeug präzise auf einer vorgegebenen Geschwindigkeit hält. In den letzten Jahren wurde dieses System zum Abstandsregeltempomat (auch Adaptive Cruise Controll ACC) weiterentwickelt. Über Laser- oder Lidarsensoren und ggf. Kameras wird der Abstand und Geschwindigkeitsunterschied zum vorausfahrenden Fahrzeug gemessen und die eigene Geschwindigkeit kontinuierlich angepasst. Die neuesten ACC+ beherrschen auch das Abbremsen bis zum Stillstand und Stop&Go im Stau. Aufbauend auf der Abstandsmessung wurden Abstandswarner und Notbremsassistent (gegen Auffahrunfälle) entwickelt, der ab November 2013 in neuen Lkw und Bussen vorgeschrieben ist.