Sprit sparen: Die 12 besten Tipps für weniger Verbrauch
Von Redaktion

Autofahrerinnen und Autofahrer können ganz einfach bis zu 20 Prozent Kraftstoff und damit Geld sparen – und ganz nebenbei auch Umwelt und Klima schonen. Wie fährt man mehr Kilometer mit weniger Benzin oder Diesel? 12 Tipps, wie man am besten Sprit spart.
Inhaltsverzeichnis
Tipp 1: Optimieren Sie Ihre Fahrweise
Beschleunigen Sie flott, schalten Sie rechtzeitig hoch (bei einer Drehzahl von ca. 2000 U/min) und behalten Sie mit niedrigen Drehzahlen die gewählte Geschwindigkeit bei. Schalten Sie erst dann zurück, wenn der Motor ruckelt oder zu brummen beginnt.
Auch bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe kann man Sprit sparen. Bei vielen Modellen lassen sich über den Fahrmodus-Schalter verschiedene Fahrprogramme (z.B. Eco, Normal und Power) einstellen. Wählen Sie hier den Eco-Modus. Die Automatik schaltet dann früher hoch und später runter, das Drehzahlniveau sinkt. Bei manchen Modellen wird auch das Ansprechverhalten des Gaspedals verändert bzw. die Motorleistung leicht reduziert. Dadurch sinkt der Spritverbrauch.
Tipp 2: Fahren Sie vorausschauend
Bremsen vergeudet Energie. Nutzen Sie daher so lange wie möglich die Motorbremswirkung. Nehmen Sie beim Heranrollen an eine rote Ampel nicht den Gang heraus. Die meisten Autos mit Verbrennungsmotor sind mit einer Schubabschaltung ausgerüstet, die die Kraftstoffzufuhr im Schubbetrieb komplett absperrt.
Gehen Sie frühzeitig vom Gas und lassen Sie das Auto beispielsweise die letzten paar Hundert Meter bei eingelegtem Gang auf eine Ortschaft zurollen, statt unmittelbar davor abrupt abzubremsen.
Tipp 3: Vermeiden Sie kurze Strecken
Bei kaltem Motor verbraucht ein Auto mit Verbrennungsmotor am meisten Sprit. Um gleichmäßig zu laufen, benötigt zumindest der Ottomotor in der Warmlaufphase ein fetteres Gemisch (mit höherem Kraftstoffanteil) als bei optimaler Betriebstemperatur. Das erhöht den Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs deutlich.
Steigen Sie bei Kurzstrecken daher besser aufs Fahrrad um oder kombinieren Sie mehrere Einzelfahrten zu einer längeren Fahrt. Vermeiden Sie das Warmlaufenlassen des Motors im Stand – es ist verboten, belastet die Umwelt, kostet Extra-Sprit und schädigt den Motor. Außerdem wird der Motor nur äußerst langsam warm.
Tipp 4: Schalten Sie im Leerlauf den Motor aus
Sobald der Motor läuft, verbraucht er Kraftstoff – auch wenn das Fahrzeug nicht fährt (etwa 0,5 bis 1 Liter pro Stunde). Daher: Motor aus, wenn die Leerlaufzeit voraussichtlich länger als 20 Sekunden dauert. An Bahnübergängen ist das sogar vorgeschrieben. Eine Start-Stopp-Automatik ist in den meisten Fahrzeugen vorhanden und sorgt automatisch dafür, dass der Motor im Stand abschaltet.
Lassen Sie die Funktion deshalb stets eingeschaltet. Nach den Erkenntnissen des ADAC ist diese "Mehrarbeit" für Anlasser und Batterie gerade bei warmem Motor zu vernachlässigen. Wer keine Start-Stopp-Automatik hat, kann auch selbst am Schlüssel drehen.
Tipp 5: Schalten Sie unnötige Verbraucher ab
Elektrische Geräte im Auto beziehen ihre Energie aus dem Bordnetz. Die elektrische Energie wird vom Generator bereitgestellt, der vom Verbrennungsmotor angetrieben wird. Folglich kosten eingeschaltete Verbraucher Sprit.
Der Bedarf an elektrischer Energie ist nicht von der Fahrstrecke oder vom Tempo abhängig, sondern von der Zeit, also von der Einsatzdauer. Zum Beispiel führt eine Klimaanlage je nach Fahrzeugmodell und Einsatzbedingungen zu einem Mehrverbrauch von etwa 0,3 bis 1,5 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer. Eine Standheizung hat einen Mehrverbrauch von etwa 0,2 bis 0,5 Liter pro Stunde.
Der ADAC empfiehlt daher eine sinnvolle Nutzung dieser Extras. Damit die Spritrechnung nicht zu hoch wird, sollten Sie die Einschaltzeiträume auf das notwendige Maß begrenzen.
Übrigens: Offene Seitenfenster oder Schiebedächer beeinträchtigen die an der Außenhaut anliegende Luftströmung und kosten dadurch ebenfalls Kraftstoff. Auf beiden Seiten offene Fenster führen bei 100 km/h zu rund 0,2 Litern Mehrverbrauch. Nur bei niedrigen Geschwindigkeiten – etwa im Stadtverkehr – können geöffnete Fenster einen Verbrauchsvorteil gegenüber einer Klimaanlage bringen.
Achtung: Sparen Sie nie an der Beleuchtung, am Scheibenwischer oder an der Scheibenheizung und damit an der Sicherheit!
Tipp 6: Reduzieren Sie das Gewicht
Ob Straßenatlas, Getränkekisten oder diverser Kleinkram: Jedes Stück mehr im Auto bedeutet mehr Gewicht und kostet Kraftstoff. Ursache für diesen Effekt ist die Massenträgheit, also der Energieeinsatz, der erforderlich ist, um eine Masse auf eine höhere Geschwindigkeit zu beschleunigen.
Also am besten alles raus, was Sie nicht brauchen. 100 Kilo Zusatzlast ergeben bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch. Besonders im unsteten Stadtverkehr wirkt sich mehr Gewicht auf den Spritverbrauch aus. Jedes Anfahren, jede Beschleunigung kostet also extra Sprit.
Dachträger, Dachboxen und Fahrradträger erhöhen den Verbrauch signifikant. Montieren Sie daher Dach- und Heckträger nach Gebrauch wieder ab. Grundsätzlich bietet der Transport von Gegenständen wie zum Beispiel Fahrrädern über Heckträger auf einer Anhängerkupplung Verbrauchsvorteile gegenüber dem Transport auf dem Fahrzeugdach.
Tipp 7: Nutzen Sie Energiesparreifen
Der Einfluss der Bereifung auf den Fahrwiderstand ist erheblich, deshalb werden im ADAC Reifentest Pneus regelmäßig auf ihren Rollwiderstand geprüft. Mit optimierten Reifen können Sie bis zu 0,5 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer sparen. Somit kann sich ein auf den ersten Blick teurer Reifen mit sehr geringem Rollwiderstand über die Nutzungsdauer mehr als amortisieren.
Tipp 8: Nutzen Sie die Spritspartipps Ihres Autos
Auch wenn es banal klingt: Behalten Sie die Verbrauchswerte Ihres Fahrzeugs im Auge. Holen Sie sich deshalb den Bordcomputer ins Sichtfeld. Bei den meisten Modellen findet sich die Anzeige direkt im Kombiinstrument hinter dem Lenkrad. Wer den Verbrauch im Blick hat, kann sofort die Auswirkung seiner Fahrweise erkennen und sich entsprechend anpassen.
Zusätzlich zu einer reinen Verbrauchsanzeige verfügen manche Modelle über elektronische Spritspar-Coaches. Sie analysieren die Fahrweise und geben Tipps für Verbesserungen. Je nach Hersteller kann das ein einfacher Score sein, eine virtuelle "Bonusreichweite", die durch vorausschauendes Fahren hinzugewonnen wurde, oder auch ein komplexes grafisches System, das genau anzeigt, was Sie besser machen können. Zum Beispiel sanfter beschleunigen oder früher bremsen.
Oft sind diese Funktionen in Untermenüs versteckt, viele Fahrzeuge zeigen aber auch beim Ausschalten des Motors eine kurze Zusammenfassung der Fahrt an. Bei manchen Herstellern können Sie sich über die Smartphone-App des Fahrzeugs direkt mit dem Flottendurchschnitt vergleichen und sehen dann, ob Sie über oder unter dem Schnitt anderer Fahrerinnen und Fahrer liegen. Auch das kann ein Ansporn sein, möglichst wenig zu verbrauchen.
Spritspar-Anzeigen moderner Autos

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Tipp 9: Achten Sie auf den richtigen Luftdruck
Kontrollieren Sie regelmäßig den Luftdruck. Zu wenig Luft in den Reifen erhöht den Verbrauch. Schon ein um 0,3 bar verminderter Luftdruck steigert den Rollwiderstand und sorgt somit für unnötigen Mehrverbrauch.
Um zusätzlich Kraftstoff zu sparen, können Sie den vom Fahrzeughersteller empfohlenen Reifenluftdruck moderat erhöhen, sofern dies in der Bedienungsanleitung beschrieben ist.
Tipp 10: Führen Sie regelmäßige Wartungen durch
Geben Sie ihr Fahrzeug regelmäßig zur Inspektion. Denn es gibt Ersatzteile, die durchaus relevant für den Kraftstoffverbrauch sind – etwa der Motorluftfilter oder die Zündkerzen. Wichtig für günstige Verbrauchswerte sind auch regelmäßige Ölwechsel, die stets mit einem modernen Leichtlauföl erfolgen sollten. Hier sind die Vorgaben der Fahrzeughersteller einzuhalten.
Tipp 11: Orientieren Sie sich an der Richtgeschwindigkeit
Durch eine dem Verkehrsfluss angepasste, möglichst konstante Geschwindigkeit können Sie den Kraftstoffverbrauch senken. Denn: Häufiges Beschleunigen und Bremsen kostet Energie und damit Sprit.
Darüber hinaus muss jedes Fahrzeug den Luftwiderstand (der sich um die Karosserie aufbaut) überwinden. Dieser aerodynamische Widerstand steigt schneller als die Geschwindigkeit, kann den Kraftstoffverbrauch also überdurchschnittlich erhöhen. Orientieren Sie sich auf der Autobahn am besten an der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h.
Tipp 12: Besuchen Sie ein Fahrtraining
Mit der Teilnahme an einem ADAC Fahrsicherheitstraining können Sie Ihr Fahrgeschick optimieren und das Fahrverhalten Ihres Pkw in praktischen Fahrübungen ausloten. Zusätzlich erhalten Sie wertvolle Tipps zum sicheren und vorausschauenden Fahren.
Einige ADAC Trainingsanlagen bieten darüber hinaus spezielle Eco- und Spritspar-Trainings an. Bitte prüfen Sie, ob ein solches Training in Ihrer Nähe angeboten wird. Details und Infos hierzu finden Sie auf den regionalen Seiten der ADAC Trainingsanlagen.
Fachliche Beratung: Arnulf Thiemel, ADAC Technik Zentrum
Haben Sie dazu Fragen? Die technische Expertenhotline des ADAC ist unter der Telefonnummer 089 558 95 90 90 exklusiv für alle ADAC Mitglieder erreichbar.
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