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1903

In Stuttgart wird am 24. Mai die "Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung" (DMV) gegründet. Für einen Mitgliedsbeitrag von sechs Mark pro Jahr will sie eine Interessenvertretung für das Kraftfahrzeug des Mittelstands, das Motorrad, sein. Ein Organisationskomitee wird gewählt, das die Struktur des Vereins erarbeiten und die Durchführung sportlicher Veranstaltungen planen soll.

1904

Die DMV hat bereits 3300 Mitglieder. In Frankfurt am Main verabschiedet der Verein Satzung und Strukturen, die im Wesentlichen bis heute Gültigkeit haben. Emil Schmolz wird Vorsitzender.

Der motorsportbegeisterte Bruder Kaiser Wilhelms, Prinz Heinrich, wird Mitglied. Ohne eine Persönlichkeit des Hochadels in den eigenen Reihen kann man zu der Zeit unter den deutschen Motorrad- und Automobilclubs kein gewichtiges Wort mitreden.

1905

Die Mitgliederzahl der DMV überschreitet die Grenze von 10.000. Damit hat sie mehr Mitglieder als alle anderen deutschen Kraftfahrervereinigungen zusammen.

Neuer DMV-Vorsitzender wird Dr. Josef Bruckmayer aus München. Der Sitz der Zentrale wird von Stuttgart nach München verlegt.

1906

Mit dem Kaiserlichen Automobil-Club (KAC) vereinbart die DMV einen Kooperationsvertrag. Der DMV wird die Pflege des Motorradwesens und kleiner Motorwagen bis zu einem Preis von 3.500 Mark anvertraut. Sportveranstaltungen werden gemeinsam durchgeführt. Der KAC vertritt die DMV bei allen in- und ausländischen Behörden.

Mit Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern tritt das zweite Mitglied des Hochadels der DMV bei.

1907

Mit Blick auf die wachsende Zahl Mitglieder, die Wagenfahrer sind, benennt sich der Verein in "Deutsche Motorfahrer-Vereinigung" um.

Gemeinsam mit den Deutschen Benzin- und Ölwerken beschließt die DMV einen Höchstpreis für Kraftstoff von 43 Pfennig pro Liter.

1908

Die DMV fasst einen wegweisenden Beschluss: Mitglieder erhalten künftig kostenlose "Grenzkarten". Sie ermöglichen den zollfreien Grenzübertritt von Kraftfahrzeugen. Der Service zeigt Wirkung: Die Mitgliederzahl steigt sprunghaft an.

Erste Prinz-Heinrich-Fahrt von Berlin nach Frankfurt am Main: Für die deutschen Wagen wird die Fahrt zum Triumph.

1909

Immer mehr Autos und Unfälle zwingen den Staat dazu, ein strenges Automobil-Haftpflichtgesetz zu erlassen. Die DMV reagiert verärgert, weil künftig ein Kraftfahrer im Falle eines Unfalls verpflichtet ist, seine Unschuld zu beweisen. Sonst muss er für den Schaden aufkommen. Manche Versicherungen nutzen die Gelegenheit und erhöhen die Prämien um bis zu 40 Prozent.

1910

Der "Motorfahrer", die Vereinszeitschrift der DMV, attackiert die Einführung eines "Pflasterzolls" durch bayerische Gemeinden. Diese versuchen, durch die Erhebung eines Obulus für die Benutzung ihrer gepflasterten Straßen die Kommunalfinanzen aufzubessern. Der Vorstoß hat Erfolg: 1913 wird die Straßenbenutzungsgebühr abgeschafft.

1911

Unter den 17.000 Mitgliedern sind 12.000 Wagenbesitzer. Die DMV beschließt daher, sich in "Allgemeiner Deutscher Automobilclub" (ADAC) umzubenennen. Der Club will sich künftig um das gesamte Gebiet der motorisierten Fortbewegung kümmern: Motorrad, Motorwagen, Motorboot, Flugzeug und Luftschiff.

1912

Immer mehr Verkehr macht weitere Regulierungsversuche nötig. Der ADAC beginnt mit der Aufstellung der ersten Verkehrsschilder.

Seit 1905 steht der ADAC in einem engen Verbund mit dem "Kaiserlichen Automobilclub" (KAC). Im Jahr 1912 wird die Vereinbarung aufgelöst.

1913

Zum zehnjährigen Bestehen zieht der ADAC eine stolze Bilanz: Mit über 20.000 Mitgliedern ist der Club der größte Kraftfahrerverband in Deutschland. Mit der Hinwendung zum Automobil hat er den Trend der Zeit richtig bewertet und ist als kompetente Institution anerkannt.

Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität