Runter vom Gas bei Krötenwanderung

28.3.2019

Wenn die Nächte im Frühling wärmer werden, dann beginnt wieder die Krötenwanderung. Millionen von Kröten, Fröschen und Molchen machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Dabei kreuzen die Wanderwege der Amphibien mitunter auch viel befahrene Straßen. Dies kann nicht nur für die Tiere, sondern auch für Auto- und Motorradfahrer gefährlich werden.

Kröte auf der Straße
©iStock.com/middelveld

Erdkröten und Co. wollen ihr Laichgewässer auf dem schnellsten Weg erreichen. Auf den Straßenverkehr achten sie dabei nicht. Deshalb wird im Frühjahr an bestimmten Straßen mit Gefahrzeichen und Geschwindigkeitsbeschränkungen (in der Regel Land- und Gemeindestraßen) vor Amphibienwanderungen gewarnt. Erreichen Auto- oder Motorradfahrer diese Gefahrenzone, empfehlen wir, extrem langsam zu fahren, den Tieren vorsichtig auszuweichen, dabei aber immer auf den Gegen- und nachfolgenden Verkehr zu achten. Außerdem sollten Sie immer mit Personen auf der Fahrbahn rechnen. An vielen Stellen sind Naturschützer unterwegs, um die Tiere im Eimer sicher über die Straße zu bringen. 

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Erhöhte Rutschgefahr durch tote Tiere

Durch bereits überfahrene Kröten können die Straßen für Auto- und Motorradfahrer gefährlich rutschig werden. Plötzliches Bremsen auf diesem Schmierfilm ist wie Bremsen auf Eis.

Verkehrsschild Achtung Kröten
©iStock.com/Animaflora

Maßnahmen zum Krötenschutz

Krötenwanderungsreviere erkennt man nicht nur an den Warnschildern, sondern auch an kleinen grünen Zäunen aus Kunststoff am Straßenrand. Diese von Tierschützern errichteten Barrieren hindern die Kröten daran, die Straße zu überqueren. Entlang der Zäune haben die Krötenretter in bestimmten Abständen Eimer eingegraben. Die Kröten wandern auf der Suche nach einem Durchschlupf den Zaun entlang und landen dabei in einem dieser Eimer. Am nächsten Morgen werden die Tiere sicher über die Straße gebracht und wieder freigelassen. Dann können sie gefahrlos weiterwandern.

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Keine Rettungsversuche auf eigene Faust

Von eigenen Kröten-Rettungsversuchen raten wir Auto- und Motorradfahrern ab, da dies in der Dunkelheit auf Landstraßen lebensgefährlich sein kann. Die Rettung der Tiere sollte erfahrenen Naturschützern überlassen werden.

Wenn in der Nähe eines Gewässers neue Straßen gebaut werden, dann bekommen diese häufig einen Krötentunnel. Das ist in der Regel ein Betonrohr, das unter der Straße hindurchführt. Zäune aus Blech leiten die Tiere in den Tunnel, wo sie dann ohne menschliche Hilfe ihren Weg fortsetzen können.

Womit Autofahrer auch rechnen müssen: Zum Krötenschutz werden abgelegene Straßen zur Hauptwanderungszeit teilweise komplett gesperrt. Der Verkehr muss dann auf Alternativstrecken ausweichen.

Zwischen Dämmerung und Mitternacht am gefährlichsten

Am liebsten gehen die Kröten übrigens bei leichtem Regen und zwischen Dämmerung und Mitternacht auf Tour. Ende Mai dürften die meisten Wanderungen dann abgeschlossen sein.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de