Was Autofahrer über Blitzeis wissen müssen

20.11.2018

Die kalte Jahreszeit hat ihre Tücken: Minustemperaturen, Tauperioden, Schnee, Eis, überfrierende Nässe. Zu schweren Unfällen kommt es besonders häufig bei Blitzeis. Die Autofahrer werden von der spiegelglatten Fahrbahn überrascht. Wir erklären, wie Sie richtig reagieren und was rechtlich gilt, wenn es doch einmal kracht.

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Die Straße wird plötzlich spiegelglatt. Jetzt müssen Autofahrer besonders vorsichtig sein.

Was ist Blitzeis?

Blitzeis oder Eisregen entsteht, wenn Regen oder Nebel auf eine gefrorene Fahrbahn trifft. Die Folge: Das Wasser gefriert sofort und bildet eine harte, glasige, zusammenhängende Eisschicht. Besonders groß ist die Gefahr von Blitzeis an schattigen Orten etwa in Wäldern oder auf Brücken, wo die Straße der Witterung besonders stark ausgesetzt ist. Nicht überall weisen Schilder auf die Gefahr hin. Das Tückische an überfrierender Nässe: Die Eisschicht ist kaum zu erkennen und tritt plötzlich auf. Nebel und Raureif auf Bäumen können jedoch Hinweise darauf sein, dass Blitzeis droht.

Fahren bei Blitzeis - Was sollte man tun?

Autofahrer sollten sich rechtzeitig vor Fahrtantritt über die aktuellen Straßenverhältnisse informieren. Sehr kritisch sind Tage mit schwankenden Temperaturen um den Gefrierpunkt. Durch das wechselnde Tauen und Frieren ändert sich die Fahrbahnbeschaffenheit ständig. Winterreifen, Antiblockiersystem (ABS), Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) oder auch Ketten helfen nicht mehr, wenn Blitzeis die Straße zur Rutschbahn macht. Wird im Radio vor Blitzeis oder Eisregen gewarnt, ist es besser, das Auto stehen zu lassen und die Fahrt zu verschieben, bis der Spuk vorbei ist. 

Übrigens: Beim Fahrsicherheits-Training des ADAC können Autofahrer zu jeder Jahreszeit Winterfahrmanöver gefahrlos trainieren. Durch das Training bekommen sie ein erhöhtes Bewusstsein für winterliche Straßenverhältnisse und werden sensibilisiert. Außerdem üben sie dort das Reagieren auf extreme Herausforderungen und entwickeln gleichzeitig ihr fahrerisches Können weiter.

Temperaturen um den Gefrierpunkt - Welche Reifen brauche ich?

Bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf nicht mit Sommerreifen gefahren werden. Erlaubt sind nur noch wintertaugliche Reifen, die gemäß der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) gekennzeichnet sind. M+S-Reifen können jedoch mit sehr langen Übergangsfristen weiterverwendet werden. Bis 30. September 2024 gelten Reifen mit M+S Kennzeichnung als wintertauglich, wenn sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind.

Diese Regelung ist nicht an eine bestimmte Jahreszeit oder an bestimmte Monate gebunden, sondern gilt situativ. Ein Verstoß wird mit einer Geldbuße in Höhe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet. Bei einer Behinderung des Verkehrs aufgrund falscher Reifen bei winterlichen Wetterverhältnissen erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro und 1 Punkt. Kommt es zu einem Unfall, droht die Kürzung der Versicherungsleistungen.

Wie reagiere ich bei Blitzeis? 

Für das Fahren bei Eis, Schnee und winterlicher Nässe gibt es kein Patentrezept. Vorausschauend und umsichtig fahren ist das A und O. Die Devise lautet: größeren Abstand zum Vordermann halten, sanft bremsen und gefühlvoll lenken. Wenn Sie unterwegs vom Eisregen überrascht werden, sollten Sie lieber eine Pause einlegen und dort im Zweifel auf den Streudienst warten. 

Was muss ich vor Fahrtantritt beachten?

Generell raten wir im Winter Eiskratzer, Handbesen und Abdeckfolie für die Windschutzscheibe im Auto zu haben. Auch die Scheibenwischanlage muss stets mit ausreichend Frostschutzmittel aufgefüllt sein. Die Scheiben müssen komplett von Eis befreit werden, denn wer nur mit einem „Guckloch“ unterwegs ist, riskiert einen Unfall - im Falle eines Crashs droht Mithaftung. Den Motor sollten Autofahrer allerdings nicht warmlaufen lassen. Denn nicht nur der Spritverbrauch steigt enorm an, es belastet auch die Umwelt und der Motorverschleiß steigt erheblich. Zudem kann es ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro nach sich ziehen.

Wer haftet bei Blitzeis-Unfällen? 

Trotz bester Ausrüstung und vorausschauender Fahrweise sind Glatteisunfälle häufig nicht zu vermeiden. 2017 waren nach Informationen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden Schnee und Eis für 6.103 Unfälle mit Personenschaden verantwortlich (2016: 5.073). Doch wer haftet nach einem Unfall auf Blitzeis? Grundsätzlich liegt die Verantwortung beim Autofahrer. Gemäß Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) muss er die Geschwindigkeit seines Fahrzeugs insbesondere den Straßen-, Sicht- und Wetterverhältnissen anpassen. 

Weitere Tipps rund ums Autofahren bei winterlichen Straßenverhältnissen (PDF-Download840,58 KB)