Blow-ups: Gefahr aus dem Nichts

20.7.2018

Bei Hitze kann es auf einigen Autobahnabschnitten schnell gefährlich werden: Denn Blow Ups können den Fahrbahnbelag aufplatzen lassen und zu lebensgefährlichen Unfällen führen. Wir erläutern die Hintergründe und haben Tipps für eine sichere Fahrt.

Blow-up auf der Autobahn
Zu heiß für Autobahnen aus Beton: Die Fahrbahnen platzen auf und gefährden die Verkehrsteilnehmer.

Gerade bei Temperaturen von über 30 Grad müssen Auto- und Motorradfahrer mit Blow-ups auf Autobahnen rechnen. Bei diesen Straßenschäden handelt es sich um Aufwölbungen oder Aufbrüche der Fahrbahndecke, die plötzlich und an nicht vorhersehbaren Stellen auftreten können. Sie stellen eine große Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer dar.

Wie kommt es zu Blow-ups?

Schuld an ihnen ist die Hitze. Wenn es schnell heiß wird und die Hitze über mehrere Tage anhält, heizt sich die Fahrbahn auf und wölbt sich. Betonstraßen können sich aber nicht so sehr verformen wie Fahrbahnen aus Asphalt. Deshalb platzen sie auf. Das betrifft besonders alte Autobahnen und dort vor allem Fugen, Nahtstellen und Abschnitte, die schon von Reparaturen geschwächt sind. 

Wie kann man sich vor Blow-ups schützen?

Sich als Auto- und Motorradfahrer vor Blow-ups zu schützen, ist schwierig.Die Straße platzt bei Blow-ups sehr schnell und unvorhergesehen auf und es reichen oft schon wenige Zentimeter, damit es zu Schäden oder einem Unfall kommt. Gerade für Motorradfahrer kann dies große Gefahren mit sich bringen. Auf betroffenen Streckenabschnitten sollte man deshalb besonders vorsichtig fahren, den Abstand zum Vordermann vergrößern und die Geschwindigkeitsbeschränkungen zur eigenen Sicherheit unbedingt einhalten. Beschädigte Straßen ohne Beschilderung sollten umgehend bei der Polizei oder Autobahnmeisterei gemeldet werden. 

Welche Strecken sind besonders gefährdet?

Vor allem ältere Autobahnabschnitte, deren Fahrbahndecken aus Beton bestehen, sind von Blow-ups betroffen. Eine der Ursachen für die Schäden kann in der zu geringen Einbaudicke des Betons liegen. Auch Bereiche, die Reparaturstellen aus Asphalt an benachbarten Betonplatten aufweisen, gelten als besonders gefährdet. Durch hohe Verkehrsbelastungen sind etliche Autobahnen zudem oft vorgeschädigt. Der Anteil an Betonfahrbahnen liegt bundesweit bei rund 30 Prozent und lediglich ältere Streckenabschnitte sind von Blow-ups betroffen. Die übrigen Strecken sind Asphaltfahrbahnen und von Blow-ups ebenfalls nicht betroffen.

Wer haftet bei Unfällen oder Schäden?

Auch die Frage der Haftung ist entsprechend kompliziert. Wenn es heiß ist, müssen die Autobahn- und Straßenbaumeistereien die Fahrbahnen verstärkt kontrollieren und gegebenenfalls Warnschilder aufstellen oder die Strecken sperren. Nur wenn sie das nachweislich nicht getan haben und jemand zu Schaden kommt, muss der Staat dafür aufkommen.