Plötzlich null Sicht – Wie reagiere ich richtig?

23.11.2018

Schlechte Sicht ist im Herbst und Winter an der Tagesordnung, besondere Aufmerksamkeit beim Fahren ein absolutes Muss. Doch wie reagiert man am Steuer richtig, wenn die schlechte Sicht plötzlich auftritt? Zum Beispiel, wenn man in eine Nebelwand fährt oder ein dichtes Schneegestöber gerät und von einer Sekunde auf die nächste fast nichts mehr sieht.

Auto im Nebel
Wenn man plötzlich nichts mehr sieht, wird es gefährlich.

Welche Folgen fehlende Sicht haben kann, sah man im April 2011 in Mecklenburg-Vorpommern: Auf der A 19 bei Rostock krachten innerhalb kürzester Zeit rund 80 Fahrzeuge ineinander, acht Menschen starben. Der Grund: Wegen eines lokalen Sandsturms betrug die Sicht ganz plötzlich unter einem Meter. Die meisten Autofahrer reagierten zu langsam.

Die Rechtslage bei schlechter Sicht

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO §3) darf man nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen.

Darf ich spontan am Straßenrand anhalten?

Sieht man plötzlich fast gar nichts mehr, stellt sich die Frage, ob man spontan am Straßenrand anhalten soll. Doch darf man das überhaupt? Die klare Antwort: Ja, man darf es und es ist sinnvoll, manchmal sogar notwendig.

Auf Autobahnen und Vorfahrtstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften ist es grundsätzlich verboten, am Fahrbahnrand zu parken. In Notsituationen – Juristen sprechen von einem rechtfertigenden Notstand – gilt dies jedoch nicht. Wenn die Witterung oder die Sichtverhältnisse eine Weiterfahrt unmöglich machen, dürfen Sie natürlich jederzeit und überall anhalten. Dabei sollten Sie möglichst weit rechts am Fahrbahnrand zum Stehen kommen, auf der Autobahn auf dem Seitenstreifen.

Tipps für Autofahrer

Notsituationen lassen sich am besten vermeiden, indem man vorausschauend handelt beziehungsweise fährt. Wenn bereits im Vorfeld einer geplanten Fahrt erhebliche Sichtbeeinträchtigungen durch Niederschläge (Nebel, Schnee, Regen) zu erwarten sind, sollte man sich überlegen, ob die Fahrt notwendig ist oder verschoben werden kann.

Wird man von einem Unwetter oder Nebel überrascht, empfehlen wir, vorbeugend an einem sicheren Ort, z.B. einem Parkplatz oder innerhalb einer Ortschaft, anzuhalten und abzuwarten, bis sich die Sicht wieder bessert. Und selbstverständlich sollte Sie als Autofahrer alles tun, um sein Fahrzeug für andere Verkehrsteilnehmer kenntlich zu machen: also Abblendlicht, Nebelschlussleuchte und gegebenenfalls Nebelscheinwerfer einschalten, bei extrem langsamer Fahrt oder Stillstand auch Warnblinkleuchten.

Falls Sie anhalten, sollten Sie sich zu Ihrer eigenen Sicherheit ähnlich wie bei einer Panne verhalten: Das Fahrzeug verlassen, Warnwesten tragen, das Auto mit einem Warndreieck sichern und neben der Straße Schutz suchen.

Fahren bei Nebel

Das muss man bei Nebelschlussleuchten beachten