Radfahren im Winter

25.11.2019

Ein winterfestes Fahrrad, die richtige Kleidung und ein angepasster Fahrstil machen es möglich, auch bei Schnee und Eis zu radeln. Eine Herausforderung bleibt es trotzdem. Wir haben Tipps für Winterradler.

Fahrradfahrer von hinten im Schnee
Bei Schnee und Eis in die Pedale treten - eine gute Idee?
  • Gute Reifen und Beleuchtung sind das A und O
  • Wetterfeste und helle Kleidung tragen
  • Besonders vorausschauend fahren

Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad für den Arbeitsweg das ganze Jahr über – auch im Winter. Doch das Radfahren im Winter macht nur mit dem richtigen Equipment – sowohl für Fahrrad als auch für den Radler – Sinn.

Zoom-In
So sieht ein verkehrssicheres Fahrrad aus

Fahrrad-Ausrüstung im Winter

Eine Winterreifen-Pflicht für Fahrräder gibt es in Deutschland nicht. Generell sollten Radfahrer bei ihren Reifen auf ein gutes, nicht abgefahrenes Profil achten. Unter Umständen sollte man sogar eine grobstollige MTB-Bereifung wählen. Für mehr Haftung ist es ratsam, den Reifendruck etwas abzusenken. Spikes sind – anders als beim Auto – für Fahrräder erlaubt, aber nicht uneingeschränkt empfehlenswert: Spikes verbessern auf Schnee und Eis zwar den Grip, haben aber wiederum sehr schlechte Fahreigenschaften auf trockenem oder nassem Asphalt. Besonders Kurvenfahren und das Bremsen werden schwieriger. Spezielle Winterreifen für Fahrräder mit und ohne Spikes bieten beispielsweise die Reifenhersteller Continental und Schwalbe an. 

Fahrräder müssen verkehrssicher sein und über eine gute Beleuchtung verfügen. Gesetzlich vorgeschrieben sind ein Frontscheinwerfer mit weißem Reflektor, ein Rücklicht und ein roter Rückstrahler, umlaufende Reflexstreifen an Vorder- und Hinterreifen oder gelbe Reflektoren in Vorder- und Hinterrad oder reflektierende Speichensticks in allen Speichen sowie je zwei gelbe Reflektoren an den Pedalen. Darüber hinaus gibt es im Handel viele Leuchtmittel und Fahrrad-Accessoires, die das Bike zum Strahlen bringen. Doch nicht alle sind erlaubt

Nicht alle Fahrräder verfügen über Schutzbleche, denn gesetzlich vorgeschrieben sind sie nicht. Für den Ganzjahreseinsatz – auch bei Regen und Schnee – sind passende Schutzbleche eine große Hilfe, um halbwegs sauber anzukommen. Trekking- und Citybikes haben in der Regel schon serienmäßig Schutzbleche. Mountainbikes, Crossräder und andere sportliche Modelle meist nicht.

Winterkleidung für den Radfahrer

Bei Kälte und Nässe ist es besonders wichtig, selbst warm und trocken zu bleiben und dabei nicht zu sehr ins Schwitzen zu kommen, denn das kann zu Auskühlung führen.

Unsere Tipps:

  • Fahrradhelm (und darunter ggf. eine dünne Mütze)
  • Handschuhe
  • Atmungsaktive Funktionsunterwäsche
  • Radjacken und -hosen für den Winter: Diese sind in der Regel an der Vorderseite winddicht und verfügen an der dem Wind abgewandten Rückseite über stärker atmungsaktives Material
  • Überschuhe (gibt es im Fachhandel)
  • Ggf. Warnweste

Beim Kauf der Kleidung unbedingt auf regen- und winddichtes Material achten! Genauso wichtig ist, dass die Kleidung hell ist.  

Radfahren auf winterlichen Straßen

Nässe, Laub, Rollsplitt, Schnee und Eis setzen einem Zweirad viel stärker zu als einem Auto mit vier Reifen. Abrupte Bremsmanöver enden schnell in einem Sturz.

Unsere Tipps: 

  • Immer vorausschauend fahren und etwas mehr Zeit als im Sommer für die gleiche Strecke einplanen.
  • Fahrtempo unbedingt den Witterungsbedingungen anpassen.
  • Bei fester Schneedecke und Glätte sollte man in Kurven weder treten noch bremsen. Lässt sich Bremsen nicht vermeiden, dies frühzeitig und maßvoll tun.
  • Auf Glatteis Lenkbewegungen vermeiden und wenn möglich ohne zu bremsen ausrollen.
  • Ausreichend Abstand halten zu anderen Verkehrsteilnehmern, parkenden Autos oder Fußgängern.
  • Auf wechselnden Bodenbelägen, die unterschiedlich rutschig sind, wie Asphalt, Bodenmarkierungen, Pflaster etc., besonders langsam fahren.
  • Besondere Vorsicht an Hindernissen wie Längsrillen (Trambahngleise) oder Längskanten, die häufig zwischen Rad- und Fußweg sind. 
  • Auf Brücken langsam fahren. Dort ist es oft eisiger als davor und danach. Dasselbe gilt an schattigen Orten, etwa in Wäldern, wo die Straße der Witterung besonders stark ausgesetzt ist.
  • Wird im Radio vor Blitzeis oder Eisregen gewarnt, ist es besser, den Drahtesel stehen zu lassen und die Fahrt zu verschieben. Das Tückische an Blitzeis: Die Eisschicht ist kaum zu erkennen und tritt plötzlich auf.
Tipp Icon

Räumpflicht auf Radwegen?

Städte und Gemeinden sind nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs verpflichtet, „verkehrswichtige“ innerörtliche Radwege zu räumen und zu streuen. Trotzdem werden Radwege häufig als letztes geräumt. Sind diese nicht gestreut oder geräumt, entfällt jedoch auch bei ausgeschilderten Radwegen die ansonsten bestehende Benutzungspflicht.

E-Bikes im Winter: Darauf müssen Sie achten

Auf dem Motorrad sicher durch Herbst und Winter 

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