Stress beim Autofahren: So bleiben Sie cool

12.4.2019

Es gibt viele Ursachen für Stress: Zu spät losgefahren, den Kopf voller Probleme – und dann auch noch Stau. Wir liefern Tipps, wie sie gelassener und sicherer durch den Verkehrsalltag kommen.

Frau hat Stress beim Autofahren
©Shutterstock/pathdoc
  • Laut einer Umfrage fühlt sich jeder zweite Autofahrer im Straßenverkehr gestresst
  • Ständige Anspannung und Ärger sind ungesund und bergen viele Risiken
  • Es gibt Techniken und Hilfsmittel, um am Steuer gelassener zu bleiben

 

Stress ist ein Alltagsphänomen: In der Familie am Frühstückstisch, auf dem Weg in die Arbeit, wenn es schnell gehen soll oder im Stau, wenn ein Termin ansteht. Beim Fahren in den Urlaub oder zu besonderen Events. Im Job, weil Zeitdruck herrscht, ein Kollege nervt oder der Chef schlechte Laune hat.

Und: Stress entsteht unabhängig von der Art des Fortbewegungsmittels – in der Pendler-S-Bahn, im vollen Bus, auf einem gefährlichen Radweg und in der überfüllten, chaotischen Fußgängerzone genauso wie im eigenen Auto.

Die Ursachen dafür, dass wir uns gestresst fühlen oder stressen lassen, liegen auch in der heute üblichen ständigen Erreichbarkeit, der Just-in-time-Produktion und dem häufig schlechten Zeitmanagement. Dazu kommt eine in allen Bereichen überlastete Infrastruktur – die den ständig wachsenden Verkehr nicht bewältigen kann.

Hier unsere Tipps, wie Sie gelassener und damit sicherer unterwegs sind.

Stress kann krank machen!

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Paar beim Auofahren macht Pause
Mach mal Pause: Planen Sie bei längeren Fahrten genügend Stopps ein 

An sich ist Stress etwas Gutes. Er setzt unseren Körper in Alarmbereitschaft und gibt uns Energie, damit wir in schwierigen oder gefährlichen Situation schnell reagieren können – zum Beispiel, davonzulaufen, wenn's brenzlig wird.

Aber: Anhaltende Anspannung und Überforderung können negative Folgen haben. Schüttet der Körper Stresshormone aus, steigen Blutdruck und Puls, der Blutzuckerspiegel spielt verrückt. Wir sind dann unkonzentriert und reagieren empfindlicher auf äußere Reize. Das darf nicht zum Dauerzustand werden, sonst drohen chronische Schmerzen oder Müdigkeit, ein geschwächtes Immunsystem oder sogar schwindende Gedächtnisleistungen. Anhaltender Stress erhöht auch das Risiko von Herz- oder Hirninfarkten.

 

Wie schaffe ich es, gelassener zu reagieren?

  • Stress braucht oft nur einen kleinen Auslöser, um sich dann aber durch den kompletten Tag zu ziehen
  • Beobachten Sie ihr unterschiedliches Stressverhalten, und versuchen Sie bei überzogenen Reaktionen gegenzusteuern
  • Probieren Sie verschiedene Entspannungstechniken – die sind einfacher, als man denkt
  • Gegen schwierige Verkehrssituationen wie Stau oder aggressive Autofahrer können Sie aktiv nichts tun. Deshalb: Lassen Sie gar nicht erst ein Gefühl von Macht- und Hilflosigkeit an sich herankommen

 

Die richtige Vorbereitung macht's

  • Fahren Sie nicht jedes Mal auf den letzten Drücker los
  • Bauen Sie wenn möglichst immer einen Zeitpuffer ein
  • Meiden Sie Stoßzeiten und die geballten Ferien-Stauwochenenden
  • Prüfen Sie die aktuelle Staulage vor dem Losfahren im Smartphone, oder achten Sie auf Verkehrsdurchsagen im Radio
  • Checken Sie Alternativrouten, weichen Sie notfalls auf andere Verkehrsmittel aus
  • Planen Sie bei längeren Fahrten ausreichend Pausen ein
  • Wenn Sie im Stau stehen: Nutzen Sie das als "Zeit für mich". Ein Hörbuch oder schöne Musik helfen, die Zeit zu überbrücken
  • Nutzen Sie Angebote wie flexible Arbeitszeiten oder Home Office

 

Diese Entspannungstipps sollten Sie kennen

  • Wenn es nach der Arbeit noch in Ihnen brodelt: Drehen Sie eine Runde an der frischen Luft
  • Setzen Sie sich an einen ruhigen Platz, und hören Sie zehn Minuten entspannende Musik
  • Lachen entspannt, schauen Sie sich zum Beispiel ein paar Stand-up-Comedy-Kurzvideos auf Ihrem Smartphone an
  • Sagen Sie "Stopp" zu sich selbst, atmen Sie ein paar Mal nach der Methode 4-6-8: Beim Einatmen bis 4 zählen, Luft anhalten und bis 6 zählen, beim Ausatmen bis 8 zählen
  • Im Auto: Statt mit den Zähnen zu knirschen und den Kiefer aus Wut anzuspannen, drücken Sie für ein paar Sekunden das Lenkrad fest zusammen, spannen Sie Schulter, Hals und Armmuskulatur an. Dann ausatmen und wieder entspannen
  • Singen Sie einfach eine Weile bei der Radiomusik mit (wenn Sie allein sind)
Fahrbahnverengung in einer Baustelle

Angst beim Autofahren: Was hilft dagegen?

Dichter Verkehr, düstere Tunnel, enge Baustellen oder Dunkelheit: Viele Autofahrer haben dann ein mulmiges Gefühl, doch bei manchen wird daraus echte Fahrangst. Aber es gibt Hilfe. 

Tipps gegen Fahrangst
   

Miteinander statt gegeneinander

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Frau winkt freundlich aus Auto
Eine freundliche Geste kann zur Entspannung stressiger Situationen beitragen
  • Sagen Sie sich öfter mal: Die anderen Verkehrsteilnehmer sind nicht meine Gegner. Jeder kann Fehler machen
  • Mal verzeihe ich, mal muss der andere mir verzeihen
  • Ein guter Fahrer lässt sich nicht aus der Ruhe bringen – und erst recht nicht stressen
  • Versuchen Sie, sich in andere Verkehrsteilnehmer (Auto-, Motorrad-, Radfahrer) hineinzuversetzen
  • Suchen Sie freundlichen Blickkontakt mit ihren "Kolleginnen und Kollegen" auf der Straße 
  • Entschuldigen Sie sich für eigene Fehler mit einer versöhnlichen Geste
  • Seien Sie höflich und bedanken Sie sich, wenn Sie jemand vorlässt  – wenn Sie's tun, freuen Sie sich ja auch über ein Danke

Text: Georg Zähringer. Fachliche Beratung: Nina Wahn/ADAC Ressort Verkehr. Fotos: iStock.com/Goads Agency, shutterstock/Maridav, Fotolia/visualpower.

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