Führerscheine bei nur vorübergehendem Aufenthalt in Deutschland

3.8.2018

So lange noch kein ordentlicher Wohnsitz in Deutschland begründet wurde, können Kraftfahrzeuge mit dem gültigen ausländischen Führerschein unbefristet geführt werden. Auflagen und Beschränkungen einer Fahrerlaubnis sind auch in Deutschland zu beachten. Allerdings dürfen Pkw nur dann geführt werden, wenn der Fahrerlaubnisinhaber das in Deutschland vorgeschriebene Mindestalter von 18 Jahren erreicht hat.

Übersetzung oder Internationaler Führerschein erforderlich

Übersetzung und Klassifizierung von Führerscheinen

Führerscheine, die nicht in deutscher Sprache ausgestellt sind und solche, die nicht dem Anhang 6 des Übereinkommens über den Straßenverkehr vom 8. November 1968 entsprechen, müssen übersetzt werden. Eine Übersetzung und Klassifizierung kann beim ADAC Regionalclub erworben werden (kostenpflichtig). Die Übersetzung muss bei allen Fahrten mitgeführt werden. 

Deutschland verzichtet jedoch bei folgenden Ländern auf das Mitführen der Übersetzung: Andorra, Hongkong, Monaco, Neuseeland, San Marino, Schweiz und Senegal.

Praxishinweis

Bei Führerscheinen in Englischer Sprache wird in der Praxis zum Teil auf eine Übersetzung verzichtet. Hierzu gibt es aber keine bundeseinheitliche Empfehlung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW). Deshalb raten wir Ihnen insoweit direkt die zuständige Führerscheinbehörde zu kontaktieren und dort nachzufragen, ob eine Übersetzung erforderlich ist.

Sollten Sie einen Internationalen Führerschein besitzen, dann benötigen Sie keine Übersetzung.

Keine Übersetzung erforderlich bei Führerschein aus der EU oder dem EWR

Wenn der Führerschein in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) oder Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ausgestellt ist, benötigen Sie keine Übersetzung Ihres Führerscheins.

Wann begründet man den „ordentlichen Wohnsitz“ in Deutschland? Was ist die 185-Tage-Frist?

Solange kein ordentlicher Wohnsitz in Deutschland besteht, darf unbefristet von der Fahrerlaubnis Gebrauch gemacht werden. 

Einen ordentlichen Wohnsitz hat eine Person dort, wo sie über einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 185 Tagen wohnt und wegen persönlicher oder beruflicher Bindungen eine enge Beziehung zum Wohnort hat; es wird in diesem Zusammenhang auf den Lebensmittelpunkt der Person abgestellt. 

Ein ordentlicher Wohnsitz besteht bereits dann, wenn der Aufenthalt mit der ernsthaften Absicht begründet wird, für einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 185 Tagen an dem betreffenden Ort zu wohnen (z. B. mit Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses). Irrelevant ist gegebenenfalls ein ausländerrechtlicher Status. So wird z. B. durch Flüchtlinge ein Wohnsitz im Inland begründet, selbst wenn deren Familien noch im Heimatland sind. 

Sobald der ordentliche Wohnsitz begründet wurde, darf mit dem Führerschein noch sechs Monate gefahren werden. Danach wird der Führerschein nicht mehr anerkannt. In Ausnahmefällen kann die Fahrerlaubnisbehörde die Frist auf Antrag bis auf zwölf Monate verlängern, wenn glaubhaft gemacht wird, dass der Fahrerlaubnisinhaber seinen ordentlichen Wohnsitz nicht länger in Deutschland haben wird.

Unterbrechung der 185-Tage-Frist  

Die 185-Tage-Klausel setzt einen zusammenhängenden Aufenthalt voraus. Dies ist jedoch nicht so zu verstehen, dass bei jeder kurzfristigen Unterbrechung des Aufenthaltes (z. B. einer kurzen Heimreise) die Frist neu beginnt. Ein vorübergehendes Verlassen des Aufenthaltslandes, gleich aus welchem Grund, führt nicht zu einer Unterbrechung der 185-Tage-Frist.

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Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema? Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.