Führerscheine bei nur vorübergehendem Aufenthalt in Deutschland

So lange noch kein ordentlicher Wohnsitz in Deutschland begründet wurde, können Kraftfahrzeuge mit dem gültigen ausländischen Führerschein unbefristet geführt werden. Auflagen und Beschränkungen einer Fahrerlaubnis sind auch in Deutschland zu beachten. Allerdings dürfen Pkw nur dann geführt werden, wenn der Fahrerlaubnisinhaber das in Deutschland vorgeschriebene Mindestalter von 18 Jahren erreicht hat.

Übersetzung oder Internationaler Führerschein

Führerscheine, die nicht in deutscher Sprache ausgestellt sind und solche, die nicht dem Anhang 6 des Übereinkommens über den Straßenverkehr vom 8. November 1968 entsprechen, müssen übersetzt werden. Eine Übersetzung und Klassifizierung kann beim ADAC Regionalclub erworben werden (kostenpflichtig). Die Übersetzung ist mitzuführen. 

Bei englischsprachigen Führerscheinen wird in der Praxis indes zum Teil auf eine Übersetzung verzichtet. Hierzu gibt es aber keine bundeseinheitliche Empfehlung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW). Deshalb raten wir Ihnen insoweit direkt die zuständige Führerscheinbehörde zu kontaktieren.

Sofern Sie einen Internationalen Führerschein besitzen, ist keine Übersetzung erforderlich.

 

Keine Übersetzung erforderlich 

Wenn der Führerschein in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) oder Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ausgestellt ist, benötigen sie keine Übersetzung des ausländischen Führerscheins.

Außerdem verzichtet Deutschland bei folgenden Ländern auf das Mitführen einer Übersetzung: Andorra, Hongkong, Monaco, Neuseeland, San Marino, Schweiz und Senegal.

 

Ordentlicher Wohnsitz – 185-Tage 

Solange kein ordentlicher Wohnsitz in Deutschland besteht, darf unbefristet von der Fahrerlaubnis Gebrauch gemacht werden. 

Einen ordentlichen Wohnsitz hat eine Person dort, wo sie über einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 185 Tagen wohnt und wegen persönlicher oder beruflicher Bindungen eine enge Beziehung zum Wohnort hat; es wird in diesem Zusammenhang auf den Lebensmittelpunkt der Person abgestellt. 

Ein ordentlicher Wohnsitz besteht bereits dann, wenn der Aufenthalt mit der ernsthaften Absicht begründet wird, für einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 185 Tagen an dem betreffenden Ort zu wohnen (z. B. mit Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses). Irrelevant ist gegebenenfalls ein ausländerrechtlicher Status. So wird z. B. durch Flüchtlinge ein Wohnsitz im Inland begründet, selbst wenn deren Familien noch im Heimatland sind. 

Sobald der ordentliche Wohnsitz begründet wurde, darf mit dem Führerschein noch sechs Monate gefahren werden. Danach wird der Führerschein nicht mehr anerkannt. In Ausnahmefällen kann die Fahrerlaubnisbehörde die Frist auf Antrag bis auf zwölf Monate verlängern, wenn glaubhaft gemacht wird, dass der Fahrerlaubnisinhaber seinen ordentlichen Wohnsitz nicht länger in Deutschland haben wird.

 

Unterbrechung der 185-Tage-Frist 

Die 185-Tage-Klausel setzt einen zusammenhängenden Aufenthalt voraus. Dies ist jedoch nicht so zu verstehen, dass bei jeder kurzfristigen Unterbrechung des Aufenthaltes (z. B. einer kurzen Heimreise) die Frist neu beginnt. Ein vorübergehendes Verlassen des Aufenthaltslandes, gleich aus welchem Grund, führt nicht zu einer Unterbrechung der 185-Tage-Frist.