Autofahren an Halloween

31.10.2019

Vorsicht, Monster unterwegs: Am Tag vor Allerheiligen ziehen viele Kinder in der Dunkelheit durch die Straßen auf der Suche nach "Süßem oder Saurem". Unsere Clubjuristen erklären, wann Halloween im Straßenverkehr zum Problem werden kann.

Halloween - darauf sollten Autofahrer achten
Spaß am Gruseln: Halloween ist mittlerweile auch in Deutschland beliebt
An Halloween sollten Autofahrer besonders aufmerksam unterwegs sein. Kleine, dunkel gekleidete Monster ziehen dann, bevorzugt in der Dämmerung, durch die Straßen, um von ihren Mitmenschen "Süßes oder Saures" zu verlangen. Insbesondere bei den spaßig gemeinten Straßensperren, bei denen die Kinder Autofahrer "abkassieren" wollen, sind sie wegen ihrer dunklen Umhänge für andere Verkehrsteilnehmer oft spät zu erkennen.
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Schlecht zu erkennen: Dunkel gekleidete Kinder an Halloween

Darüber hinaus machen es Masken oder Umhänge den Kleinen schwer, herannahende Fahrzeuge frühzeitig zu sehen. Dass Fußgänger am Abend vor Allerheiligen einer erhöhten Gefahr im Straßenverkehr ausgesetzt sind, belegt eine Studie aus Kanada: Demnach werden bei Verkehrsunfällen zwischen Autos und Fußgängern an Halloween im Durchschnitt viermal mehr Menschen getötet als an anderen Tagen. Sicherer unterwegs sind die Kinder, wenn sie an ihren Kostümen Reflektoren tragen und eine Taschenlampe dabeihaben. 

Mit Kürbismaske hinters Steuer?

Auch viele Erwachsene feiern gerne Halloween und tragen dabei witzige und gruselige Verkleidung. Ausladende Kostüme oder Gruselmasken sollten aber erst nach der Fahrt angezogen werden, da ansonsten nicht nur Bußgelder drohen können.

Wir erklären, wie Sie trotz Verkleidungsspaß unbeschwert mitfeiern können. Durch die Kostümierung darf generell die Sicherheit beim Autofahren nicht gefährdet werden. Gerade die Sicht, das Gehör und die Bedienung des Fahrzeugs dürfen in keinem Fall durch die Maskerade beeinträchtigt sein. 


Bußgeld

Es ist verboten, das Gesicht während der Fahrt zu verhüllen. Das Verbot dient in erster Linie der Erkennbarkeit des Fahrers und umfasst auch Masken zu Fasching oder Halloween. Ein Autofahrer mit Kürbismaske auf dem Kopf riskiert nach dieser Regelung ein Bußgeld von 60 Euro.

Nicht verboten sind Kopfbedeckungen, die das Gesicht weitgehend freilassen und Gesichtsbemalung oder Schminke. Kann ein Autofahrer auf Grund seiner Maskierung bei einer Verkehrsordnungswidrigkeit im Nachhinein nicht festgestellt werden, muss das Verfahren gegen den Fahrer zwar eingestellt werden. Der Halter des Fahrzeuges muss aber mit der Anordnung eines Fahrtenbuches rechnen.


Unfall wegen Monsterfüßen

Kommt es auf Grund der Maskierung oder Monsterfüßen auf dem Bremspedal zu einem Unfall oder wird jemand verletzt, so sind die Konsequenzen schwerwiegender. Dann kann es sogar zu einem Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung kommen. Wegen grober Fahrlässigkeit droht zudem ggf. die vollständige oder teilweise Leistungsfreiheit der eigenen Kaskoversicherung.


Gruseln ja, Alkohol am Steuer nein! 

Die Strafen für Trunkenheit beim Autofahren sind hoch. Schon 0,5 Promille Blutalkohol am Steuer können weitreichende Folgen haben: 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von einem Monat. Bereits bei 0,3 Promille und auffälligem Fahren müssen Autofahrer den Führerschein für sechs Monate abgeben. Außerdem droht eine empfindliche Geldstrafe.

Als absolut fahruntüchtig gilt ein Autofahrer mit 1,1 Promille. Wer damit erwischt wird, ist seinen Führerschein für mindestens ein halbes Jahr los. Hinzu kommt eine erhebliche Geldstrafe.


Unser Tipp! 

Wer mit Kostüm und Alkohol feiern will, sollte auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Taxi umsteigen. Bitte beachten Sie am "Tag danach", dass pro Stunde im Schnitt nur 0,1 Promille Alkohol im Blut abgebaut werden. Im Zweifelsfall sollten "Spätheimkehrer" mit Bus oder Bahn zur Arbeit fahren.

Foto: iStock.com/matejmo, iStock.com/Lisa5201.

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