Lärmschutz für den Straßenverkehr: So geht's

17.5.2019

Der Verkehr auf deutschen Straßen belastet die Anwohner zunehmend mit Lärm. Dabei spielen neben Motorengeräuschen auch Reifen und Fahrbahnen eine Rolle. Es gibt jedoch sinnvolle Methoden, die zum Schutz beitragen können. Wir stellen sie vor.

Lärmschutz
Foto: imago images/Westend61

Die Umgebungslärm-Richtlinie 2002/49/EG der Europäischen Union behandelt „unerwünschte oder gesundheitsschädliche Geräusche“ im Freien, die durch Aktivitäten von Menschen verursacht werden. Dabei wird nur Lärm von Verkehrsmitteln (Straße, Eisenbahn und Flugverkehr) und von Industrieanlagen betrachtet. Ausgenommen sind z.B. Lärm, der von betroffenen Personen selbst verursacht wird, Lärm bei Tätigkeiten innerhalb von Wohnungen und Verkehrsmitteln, Nachbarschaftslärm und Lärm am Arbeitsplatz.

Definitive Lärmgrenzwerte werden in der Richtlinie nicht vorgegeben, auch für den Begriff „gesundheitsschädliche Auswirkungen“ liegt keine klare Definition durch die EU vor. Zur Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht wurde das bereits bestehende Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) um einen sechsten Teil mit dem Titel „Lärmminderungsplanung“ ergänzt.

Wer Verkehrslärm verringern will, muss allerdings an vielen Punkten ansetzen. Denn es ist nicht nur der Motor, der Krach macht. Auch Reifen und Fahrbahn erzeugen Geräusche. Das Abrollen der Reifen wird oberhalb von 40 bis 60 km/h als entscheidende Geräuschquelle von Autos wahrgenommen. 

Der ADAC unterstützt alle Maßnahmen, die zu einer wirkungsvollen Verringerung von Straßenverkehrslärm führen:

  • Abhilfe bringt beispielsweise der Einsatz lärmarmer Reifen und Fahrbahnoberflächen, da beim Abrollen des Reifens auf der Fahrbahn ein Großteil des vom Verkehr erzeugten Lärms entsteht. Auf Autobahnen kann durch offenporige Fahrbahnbeläge der Geräuschpegel reduziert werden, auch innerorts können lärmarme Straßenbeläge zu einer Verbesserung führen.
  • Bei der Typzulassung neuer Fahrzeugmodelle sowie von Anbauteilen (wie Sportauspuffanlagen) sollte eine strengere und realitätsnähere Lärmprüfung vorgenommen werden.
  • Auch bauliche und verkehrsplanerische Maßnahmen führen zu Lärmminderung.
  • Der Straßenverkehr sollte auf Hauptverkehrsstraßen gebündelt werden, in Wohngebieten sollte die Verkehrsmenge niedrig sein. Gleichmäßig fließender Verkehr erzeugt weniger Lärm als häufig abbremsende und wieder anfahrende Fahrzeuge.
  • Lärmmindernd wirken sich auch eine intelligente Flächennutzungs- und Bebauungsplanung aus. So sollten an stark befahrenen Hauptstraßen keine Wohnanlagen, sondern Gewerbegebiete errichtet werden. Gläserne Lärmschutzwände, die sich harmonisch ins Stadtbild einfügen, tragen zum Lärmschutz bestehender Wohngebiete bei. 


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