Kinder als Mitfahrer im Bus

4.9.2018

Schulbusse gehören zu den sichersten Beförderungsmitteln, mit denen Millionen Schulkinder täglich ihren Weg zur Schule zurücklegen. Was zu einer sicheren Schulbusfahrt beiträgt

Schulkinder warten auf den Schulbus
©ADAC/Stefanie Aumiller

Unfallstatistik 

Das Statistische Bundesamt weist in seiner Statistik "Unfälle von Kraftomnibussen im Straßenverkehr" für das Jahr 2015 für die Altersgruppe der unter 15-Jährigen nur 249 verunglückte Insassen im Bereich von Schulbussen aus. Seit 1995 schwankt dieser Wert nur gering zwischen 124 und 337 Verunglückten, wobei im gesamten Zeitraum glücklicherweise nur 4 Kinder im Schulbus ums Leben kamen. 

Schulbus – was ist das? 

Der Begriff Schulbusverkehr beschreibt im engeren Sinne die regelmäßige Beförderung von Schülern mit speziellen nicht öffentlichen Bussen von und zur Schule. Im weiteren Sinne werden aber auch Linienbusse und sonstige Busse als Schulbusse bezeichnet, wenn diese Schüler befördern. 

Freigestellter Schülerverkehr wird eingerichtet, wenn keine Linienbusse verkehren. Er ist von der Genehmigungspflicht des Personenbeförderungsgesetzes befreit und umfasst den in der Freistellungsverordnung geregelten Verkehr von und zum Unterricht, bei dem die Betriebskosten in vollem Umfang durch den Schulträger übernommen werden. Schüler müssen keine Fahrscheine erwerben. Linienverkehr ist regelmäßiger Verkehr von Kraftfahrzeugen auf festgelegten Routen und Haltepunkten. Die Mehrheit der Schulkinder wird mit Linienbussen befördert.

Grundsätzlich müssen Kinder auch in Schulbussen ordnungsgemäß gesichert werden, sofern Sicherheitsgurte vorhanden bzw. vorgeschrieben sind. Bei neu zugelassenen Kraftomnibussen bis 3,5 t (i.d.R. mit bis zu 9 Sitzplätzen) müssen seit 1.10.2001 Dreipunkt-Sicherheitsgurte installiert sein. Kinder müssen in diesen Fahrzeugen mit geeigneten Kindersitzen gesichert werden.

In Omnibussen über 3,5 t (mit mehr als 9 Sitzplätzen) müssen bei neuen Fahrzeugen (außer Omnibusse mit Stehplätzen für den Linienverkehr) seit dem 01.10.1999 Zweipunkt-Gurte eingebaut sein und auch genutzt werden. Allerdings sind der Linienverkehr und der freigestellte Schulbusverkehr von der Anschnallpflicht befreit.

Überland am Besten nur mit Sitzplatz 

Kinder, die mit dem Bus auf Landstraßen im Überlandverkehr unterwegs sind, sollten möglichst nur auf Sitzplätzen befördert werden. Eine Vorschrift zur Kindersicherung mit Kindersitzen gibt es in Bussen über 3,5 t bis jetzt nicht, da nur wenige Systeme mit einem Busgurt (Beckengurt) befestigt werden können. Die Kinder sollten aber dennoch (wenn vorhanden) den Zweipunkt-Gurt verwenden, da sie im Fall eines Unfalls verhindern, dass die Insassen aus dem Sitz geschleudert werden. Schulbusse (auch Busse im Linienverkehr), in denen Fahrgäste während der Fahrt stehen müssen, dürfen außerorts nicht schneller als 60 km/h fahren! 

Überfüllte Busse vermeiden 

Ein Problem und damit Anlass zu Beschwerden sind überfüllte Busse. Sind keine ausreichenden Sitzplatz-Kapazitäten vorhanden, führt dies selbst bei den Stehplätzen häufig zu einer hohen Auslastung. Niemals sollten mehr Kinder befördert werden als Sitz- und Stehplätze zugelassen sind. Die Anzahl der ausgewiesenen Stehplätze im Bus ist auch für Kinder verbindlich, da diese meist noch einen Schulranzen mitführen. Stehplätze können im freigestellten Schulbusverkehr durch den Schulbusträger im Schulbusvertrag unterbunden oder eingeschränkt werden. Bei regelmäßig überfüllten Bussen sollten zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt oder bedarfsorientierte Busangebote angestrebt werden. 

Sicherer durch Busbegleiter 

Schulbusbegleiter sind geschulte ältere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, die helfen sollen, das Ein- und Aussteigen der Schüler an den Haltestellen zu koordinieren, aggressives Verhallten während der Fahrt zu unterbinden und damit den Fahrer von Beaufsichtigungsaufgaben zu befreien. Nur dann, wenn der Fahrer seine Fahraufgabe konzentriert und ohne Ablenkung durchführen kann, ist die höchstmögliche Sicherheit gewährleistet. Busschulen sind gezielte Trainingsprogramme für Schüler, die zu einer sicheren und selbständigen Nutzung von Bussen beitragen können.

ADAC Test: Mit ÖPNV-Bussen zur Schule

Sicher, pünktlich und stressfrei – so wünschen sich Eltern und Schüler die Fahrt zur Schule mit dem Bus. Ob diese Forderungen auch erfüllt werden, wollte der ADAC mit seinem jüngsten Test von Schülerbeförderung mit ÖPNV-Bussen feststellen. Das Ergebnis ist erfreulich: Mehr als ein Drittel der getesteten 60 Fahrten schnitt mit "sehr gut" ab, 60 Prozent wurden mit "gut" bewertet und drei Fahrten erzielten ein "ausreichend". Die Noten "mangelhaft" und "sehr mangelhaft" kamen in diesem Vergleich gar nicht vor. Hier finden Sie die ausführlichen Ergebnisse des ADAC Tests "Mit ÖPNV-Bussen zur Schule".