Kindersitz fürs Auto: Alle Tipps zum Kauf

3.7.2019

Wir geben Tipps, worauf Sie beim Kauf eines Kindersitzes achten sollten. Denn ein passender Sitz ist gesetzlich vorgeschrieben – und für die Sicherheit des Kindes beim Autofahren unverzichtbar. 

Baby in Kindersitz im Auto
Die Auswahl an Kindersitzen ist groß, doch nur der richtige Sitz bietet optimalen Schutz für Ihr Kind
  • Kinder bis 12 Jahre oder bis zu 150 cm Größe brauchen einen Kindersitz
  • Die Kindersitze müssen nach UN ECE-Norm zugelassen sein
  • Grundsätzlich gilt: Erst informieren und testen, dann kaufen
 

Kindersitz-Tests helfen bei der Auswahl

Grundsätzlich sollte man sich beim Kindersitzkauf an Testurteilen orientieren. Doch Vorsicht: Jede Institution testet anders. Im Gegensatz zum vorgeschriebenen Zulassungstest für Kindersitze gibt es für Tests von Verbraucherorganisationen oder Zeitschriften, die meist höhere Anforderungen stellen, leider kein einheitliches Test- und Bewertungsverfahren.

Zum Teil werden nur sogenannte Praxistests durchgeführt, die zwar die Handhabung der Kindersitze berücksichtigen, aber keine Crashtest-Prüfungen beinhalten. Auch unterschiedliche Crash-Konfigurationen (z.B. Aufprallgeschwindigkeit, Sitz- oder Schlafposition, ein oder mehrere Versuche usw.) oder nur die Betrachtung eines einzelnen Crash-Szenarios können Ergebnisunterschiede bei einem Kindersitzmodell bewirken.

Insbesondere bei "Billig"-Kindersitzen sollten Testurteile in die Kaufentscheidung einbezogen werden. Solche Sitze erfüllen zwar die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen, weisen aber bei den höheren Anforderungen wie im ADAC Verbraucherschutztest häufig Mängel bei Sicherheit und Bedienung auf. Unter Umständen sind günstige Auslaufmodelle von Markenherstellern, für die ältere Testergebnisse vorliegen, die bessere Wahl als aktuelle "Billig"-Kindersitze. 

Reine Sitzerhöher ohne Rücken-/Kopfabstützung bieten keine gute Schultergurtführung und auch keinen Schutz beim Seitenaufprall, sie würden beim ADAC Kindersitztest nicht bestehen. Daher werden sie vom ADAC nicht getestet.

   

Einbauprobe: Vor dem Kauf im eigenen Auto testen

Es ist unbedingt erforderlich, mit Ihrem Kind und dem Kindersitz im eigenen Auto eine Einbauprobe durchzuführen – denn nicht jeder Kindersitz passt gleich gut in jedes Fahrzeug. Vor allem bei älteren Automodellen können durch lange Gurtschlossbefestigungen oder eine ungünstige Gurthöhe Probleme mit der Standfestigkeit bei bestimmten Kindersitzen auftreten. Der Sitz muss jedoch möglichst stramm und standsicher im Fahrzeug eingebaut werden. Besonders bei rückwärtsgerichteten Systemen (z.B. Babyschalen) sollten Sie prüfen, ob die Gurtlänge im Auto ausreicht.

Am besten lassen Sie sich in einem Fachgeschäft beraten, denn Bedienungsfehler wirken sich negativ auf die Sicherheit aus. Beachten Sie auch immer die Hinweise und Angaben in der Bedienungsanleitung des Kindersitzes und im Handbuch des Fahrzeugs.

Achten Sie auf das Prüfsiegel des Kindersitzes

Zoom-In
I-Size Kindersitz Prüfsiegel
Beispiel für ein Prüfsiegel der i-Size-Norm (UN ECE Reg. 129)

Auf jeden Fall sollte der neue Kindersitz über ein Prüfsiegel mit der aktuellen Prüfnorm verfügen. Die Kindersitze mit den alten Normen ECE-R 44/01 und 44/02 dürfen seit April 2008 nicht mehr verwendet werden. Folgende drei Normen sind derzeit parallel zugelassen:

  • i-Size / UN ECE Reg. 129 
  • UN ECE Reg. 44/04
  • UN ECE Reg. 44/03

Hier finden Sie weitere Details zu den verschiedenen Kindersitz-Normen i-Size und UN ECE Reg. 44.

   
Kind sitzt in Kindersitz

Wie alt darf ein Kindersitz sein?

Nicht alle Kindersitze entsprechen den aktuellen gesetzlichen Standards. Wer also einen gebrauchten Kindersitz kaufen will, sollte einiges beachten.

Haben Kindersitze ein Verfallsdatum?
   

Spezielle Kindersitze für Kinder mit Behinderung

Für Kinder mit Handicap werden meist Systeme benötigt, in denen die Kinder möglichst lange besonders gut abgestützt sind oder das Gurtschloss vom Kind nicht leicht geöffnet werden kann. Teilweise werden diese Anforderungen auch von herkömmlichen Kindersitzen erfüllt. Generell gilt hier ein Gewichtsbereich für Kindersitze von 9 bis 18 kg.

Behindertengerechte Kindersitze werden auch über Reha- und Sanitäts-Geschäfte angeboten. Für Kinder mit Hüftdysplasie gibt es spezielle Sitze von verschiedenen Herstellern (z.B. Britax Römer, Maxi Cosi oder Bébé Confort).

Weitere Informationen hierzu rehakids.de, reha-partner.de, ato-form.com, hernik.de und thomashilfen.de

Viele weitere Tipps rund um das Thema Kindersicherung finden Sie beim ADAC Kindersitzberater.

 

Fotos: iStock.com/Halfpoint, ADAC/Test und Technik.

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