Mash X-Ride 650: Klassischer Scrambler im Fahrbericht

Schöne Optik, leichtes Handling, bequeme Sitzposition: Die Mash X-Ride 650
Schöne Optik, leichtes Handling, bequeme Sitzposition: Die Mash X-Ride 650© Mash

Die Mash 650 X-Ride ist ein klassischer Scrambler und besticht mit cool-charmanter Optik und unkompliziertem Handling. Fahrbericht, Daten, Bilder, Preis.

  • Ausreichend motorisiert

  • Straßenmotorrad, leicht offroad-tauglich

  • Gute Preis-Leistung

Nanu, hat Yamaha nach der Ténéré nun auch noch die XT 500 aus dem Jahr 1976 wiederbelebt? Das könnte der erste Gedanke beim Betrachten der X-Ride 650 Classic des französischen Herstellers Mash sein. Dafür verantwortlich sind die weiß-rot gehaltenen Graphics auf dem zwölf Liter fassenden Tank und den Verkleidungsteilen unterhalb der nur leicht abgestuften Sitzbank. Die kommt einem ebenfalls vertraut vor, wie auch die goldfarbenen, eloxierten Speichenräder.

Im Test: 40-PS-Motor

Der Antrieb entspricht exakt den Maßen des Motors der Honda Dominator 650 von 1988 © Mash

Zudem wird die X-Ride, genauso wie die alte XT, von einem klassischen Einzylinder-Viertaktmotor angetrieben. Beim Antrieb haben sich die Franzosen allerdings von Honda inspirieren lassen. Mit einem Bohrung-Hub-Verhältnis von 100 x 82 Millimetern und einem Hubraum von 643,7 Kubikzentimetern entspricht der Antrieb exakt den Maßen des Motors der ebenfalls verblichenen Honda Dominator 650 von 1988. Den hat Mash im Prinzip nachgebaut und in der 2019 vorgestellten Dirt Track 650 auch schon einmal verwendet. Mit einer Leistung von 40 PS bei 6000 U/min und einem Drehmoment von 45,1 Nm präsentiert sich der Einspritz-Vierventiler wegen der Abgas- und Lärmvorschriften allerdings etwas zurückhaltender als das Dominator-Vorbild.

Ein Fünfgang-Getriebe überträgt die Motorkraft per Kette an das mit einem grob profilierten 150er-Reifen bestückte Hinterrad. Der luftgekühlte Single zeigt sich durchzugsstark mit ordentlich Vortrieb im praxisrelevanten Drehzahlbereich zwischen 3000 und 5000 Umdrehungen. Auf kurvigen Landstraßen fühlt er sich daher am wohlsten. Ab 6000 Touren sind Vibrationen spürbar, aber keineswegs zu störend. Irgendwie gehören sie zum Konzept eines klassischen Scramblers dazu.

Französisches Design, Produktion in China

Auf derartige Motorräder hat sich Mash spezialisiert. Die Idee, britische und japanische Motorrad-Stilelemente der 1960er- und 1970er-Jahre mit zeitgemäßer Technik zu verknüpfen, hatte der ehemalige Rennfahrer und Präsident des Fahrzeugimporteurs Sima, Frédéric Fourgeaud, im Jahr 2012. Designt und entwickelt werden die Bikes in Frankreich und dann in China preiswert produziert. Um den Vertrieb in Deutschland kümmert sich die Mash Motor GmbH in Neunkirchen-Seelscheid.

Die X-Ride versucht sich optisch als Soft-Enduro. Mit ihrem 17-Zoll-Fahrwerk gehört sie aber eher in die Sparte moderat offroadtaugliches Straßenmotorrad. Die Federung vorn übernimmt eine konventionelle Telegabel, hinten stützt sich die Zweiarmschwinge aus Stahl gegen ein Zentralfederbein mit Ausgleichsbehälter ab. Der Federweg von 130 Millimetern vorn und hinten reicht aus, komfortabel gedämpft selbst tiefe Schlaglöcher unbeschadet zu überstehen, im unbefestigten Gelände wäre das zu wenig.

Bildergalerie: Die Mash X-Ride 650 im Detail

Einfaches Handling, spartanische Ausstattung

Über Kopfsteinpflaster schwebt die X-Ride geradezu hinweg. Das wird der anvisierten Einsteiger-Zielgruppe 40 plus genauso gefallen wie die bequeme, aufrechte Sitzposition hinter dem Enduro-Lenker mit Querstange. Kleinere Fahrer muss die Sitzhöhe von 84 Zentimetern nicht abschrecken, das leicht zu handhabende Gewicht von 180 Kilo werden sie zu schätzen wissen. Fahrer über 1,85 Meter werden die Sitzposition als sehr kompakt empfinden.

Dem Stand der Technik entsprechen das abschaltbare ABS, die ordentlich dosierbare und effektiv arbeitende Bremsanlage mit radial angeschlagenem Vierkolbensattel vorn, die Zweikolbenanlage hinten und die Rundum-LED-Beleuchtung mit LED-Tagfahrlicht im schicken Rundscheinwerfer. Ansonsten dominiert praxisbezogene Alltagstauglichkeit. Den einfachen Armaturen sieht man an, wo gespart wurde. Gleiches gilt für das spartanische Cockpit mit analogem Drehzahlmesser und einem zu kleinen, schlecht ablesbaren Digital-Display.

Bei einem Preis von 5999 Euro für die X-Ride 650 Classic kann man mit solchen Einschränkungen durchaus leben, bekommt man dafür doch ein Stück Motorradgeschichte im Neo-Retro-Kleid.

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Technische Daten Mash X-Ride 650

Herstellerangaben


Motor/Getriebe

Luft-/ölgekühlter Einzylindermotor, 644 ccm Hubraum, 29,4 kW/40 PS bei 6000 U/min, 45,1 Nm bei 4500/min; vier Ventile/Zylinder, ohc, Einspritzung, Fünfganggetriebe, Kette

Fahrleistungen und Verbrauch

Höchstgeschwindigkeit 150 km/h, 4,5 l/100 km

Fahrwerk

Stahlrohr-Brückenrahmen; Telegabel vorne, nicht einstellbar, Federweg 130 mm; Stahl-Zweiarmschwinge hinten, Zentralfederbein (Vorspannung einstellbar), Federweg 130 mm; Drahtspeichenräder; Reifen 120/70-17 (vorne) und 150/60-17 (hinten). 320 mm Einscheibenbremse vorne, 240 mm Einscheibenbremse hinten

Assistenzsysteme

ABS

Maße und Gewichte

Radstand 1470 mm, Sitzhöhe 840 mm, Gewicht fahrfertig 180 kg, Zuladung 160 kg; Tankinhalt 12 l

Bremsen

Vorne Doppelscheibenbremse mit Vier-Kolben-Bremssattel, hinten Scheibenbremse mit Ein-Kolben-Schwimmsattel

Preis

5999 Euro

Text: Thilo Kozik/SP-X