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Der ADAC

E-Lastenräder für Paketdienste

Paketzusteller liefert Pakete mit Lastenrad aus
E-Lastenräder entlasten Gebiete mit hohem Parkdruck ∙ © DPD

Verkehrsprobleme durch Zustelldienste in unseren Innenstädten könnten mit Lastenrädern spürbar verringert werden. In einigen Großstädten laufen bereits entsprechende Projekte.

Mit dem Boom des Onlinehandels haben in den vergangenen Jahren die Verkehrsbelastungen durch Kurier-, Express- und Paketdienste deutlich zugenommen. 2018 wurden 12 Millionen Sendungen ausgefahren – täglich. Besonders betroffen sind innerstädtische Wohnquartiere mit ihren engen und häufig zugeparkten Straßen.

Häufig sind die Kurierfahrer gezwungen, ihre Fahrzeuge in zweiter Reihe auf der Fahrbahn abzustellen – sehr zum Verdruss der anderen Verkehrsteilnehmer. Die Anwohner stören sich zudem an den Abgasen der Transporter. Diese fahren meist nur sehr kurze Strecken und werden nach jedem Zwischenstopp wieder neu gestartet.

Um herauszufinden, wie die Belieferung umweltverträglicher gestaltet werden kann, haben deutsche Großstädte, darunter Berlin, Hamburg, München, Nürnberg, Stuttgart, Düsseldorf und Dortmund Projekte mit Lastenrädern und E-Lastenrädern gestartet. Diese sollen auf den letzten Kilometern zwischen Mikro-Depots und den Endkunden eingesetzt werden und einen Rückgang des motorisierten Lieferverkehrs bewirken.

Gebiete mit hohem Parkdruck können profitieren

Der ADAC sieht in den Projekten einen sinnvollen Baustein auf dem Weg zu einer stadtverträglichen, emissionsfreien Mobilität. Allerdings ist damit keine Lösung aller durch den Zulieferverkehr entstehenden Verkehrsprobleme zu erwarten.

Nach Meinung des Clubs kommen die Stärken von Lastenrad und E-Lastenrad besonders dort zur Geltung, wo kleinere Pakete zu Privatkunden in eng begrenzten Gebieten mit hohem Parkdruck ausgeliefert werden müssen. Dies sind meist gründerzeitliche Wohngebiete in Großstädten oder Stadtzentren mit hoher Einwohnerdichte. Die Belieferung gewerblicher Kunden kommt mit Lastenrädern weniger in Frage, da viele Pakete zu schwer und zu groß sind.

Städte können die Lastenrad-Projekte fördern, indem sie an geeigneten Standorten Flächen für Mikro-Depots einrichten oder Fußgängerzonen für die Lieferfahrräder öffnen bzw. die Lieferzeitfenster ausweiten.