Wasserschaden am Auto: Das sind die Folgen

22.1.2019

Wasser im Auto kann zu schweren Schäden führen. Das verkraftet die Technik, diese Schäden können auftreten, das lässt sich reparieren. Und wann Sie in die Werkstatt müssen.

Autos fahren über überflütete Straße
Straße unter Wasser: Jetzt ist Vorsicht geboten
  • Bei Wasserschaden unbedingt in die Werkstatt
  • Stand das Auto bis zu den Autofenstern im Wasser ist ein Totalschaden wahrscheinlich
  • Für Hochwasserschäden am abgestellten Pkw zahlt die Teilkasko-Autoversicherung

Immer wieder überfluten Hochwasser oder Unwetter ganze Straßenzüge. Dabei werden oft auch Autos beschädigt. Entweder, weil sie dort geparkt waren – oder weil jemand mit seinem Pkw durchgefahren ist.

Der wichtigste Rat in solchen Fällen: Keine Folgeschäden riskieren. Also das Auto gar nicht erst starten und bei Bedarf zum nächsten trockenen Ort schieben oder abschleppen lassen. Dann die Fahrzeugbatterie abklemmen, beim ADAC anrufen und den Wagen zur Werkstatt bringen lassen. Immerhin: Für Schäden an Autos, die abgestellt waren und durch Hochwasser oder ähnliches beschädigt wurden, kommt die Teilkaskoversicherung auf.

Wasser bis zur Unterkante des Türschwellers, trockener Innenraum

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Illustration eines Autos im Wasser bei Hochwasser Stufe 1
Infografik: Wasser bis zum Stoßfänger

Reichte das Wasser über den Türschweller oder ist sogar in den Innenraum eingedrungen, sind Schäden sehr wahrscheinlich. Die Technik-Experten des ADAC empfehlen deshalb, alle Funktions-Bauteile im Bodenbereich des Pkw checken zu lassen und Gurtstrammer oder Gurtaufrollautomaten sicherheitshalber auszutauschen. Ist die Auspuffanlage vollgelaufen, muss auch der Kat erneuert werden.

Außerdem kann Schmutz in bzw. unter den Bodenbelägen und Dämmmatten zurückbleiben. Er lässt sich normalerweise selbst mit einem Sprühsauger nicht entfernen. In aller Regel müssen diese Teile deshalb ersetzt werden. Tür -und Seitenverkleidungen sollten ebenfalls entfernt werden, um Hohlräume und das Innere der Türschweller auf Nässe- und Verschmutzung zu kontrollieren. Ein Kostenvoranschlag von der Werkstatt schützt vor bösen Überraschungen.

Wasser über dem Türschweller oder im Innenraum

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Illustration eines Autos im Wasser bei Hochwasser Stufe 2
Infografik: Wasser über dem Türschweller

Reichte das Wasser über den Türschweller oder ist sogar in den Innenraum eingedrungen, sind Schäden sehr wahrscheinlicher. Die Technik-Experten des ADAC empfehlen in diesen Fällen, alle Funktions-Bauteile im Bodenbereich des Pkw checken zu lassen und Gurtstrammer oder Gurtaufrollautomaten sicherheitshalber auszutauschen.

Außerdem kann Schmutz in bzw. unter den Bodenbelägen und Dämmmatten zurückbleiben. Er lässt sich normalerweise auch mit einem Sprüh- oder Nasssauger nicht entfernen. In aller Regel müssen diese Teile deshalb ersetzt werden. Auch Tür -und Seitenverkleidungen sollten entfernt werden, um Hohlräume und das Innere der Türschweller auf Nässe- und Verschmutzung zu kontrollieren. Ein Kostenvoranschlag von der Werkstatt schützt vor bösen Überraschungen.

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Entschädigung bei Sturm- und Wasserschäden

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Das sollten Sie wissen

Wasser über der Scheibenunterkante und im Auto

Illustration eines Autos im Wasser bei Hochwasser Stufe 3
Infografik: Wasser über der Scheibenunterkante

Stand das Wasser im Auto bis zur Unterkante der Fensterscheibe, müssen Sie mit dem Schlimmsten rechnen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurden alle elektrischen und elektronischen Bauteile einschließlich ihrer Kabelbäume beschädigt, das Wasser erreichte aller Wahrscheinlichkeit nach Motor und Getriebe. Auch die Elektronik hinter dem Armaturenbrett dürfte zerstört sein. Fazit: wirtschaftlicher Totalschaden.

Ob sich eine Reparatur lohnt ist also zweifelhaft. Zumal eine noch so gründliche Reinigung Kosmetik bleiben wird: Rechnen Sie mit massiven Funktionsstörungen. Sollten Sie also keine Kasko-Versicherung haben und ihren Wagen dennoch reparieren lassen wollen: Informieren Sie sich mit dem ADAC Gebrauchtwagen-Rechner über den Zeitwert Ihres Wagens – ein Gebrauchtwagenkauf könnte sinnvoller sein als die Reparatur.

Foto: imago/Andreas Gora, Grafik: ADAC