So beheben Sie eine Reifenpanne

23.11.2018

Statistisch gesehen hat ein Autofahrer rund alle 150.000 Kilometer eine Reifenpanne. Nicht sehr oft. Aber wenn es so weit ist, sollte man wissen, wie man reagiert. Mit unseren Tipps sind Sie gut gerüstet.

 
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Es ist der Alptraum eines jeden Autofahrers: ein geplatzter Reifen. Mit unseren Tipps weiß man, wie man richtig reagiert.
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Reifenpanne beheben

Sie bemerken, dass Ihr Fahrzeug zu "schwimmen" beginnt, oder im schlimmsten Fall, dass ein Reifen geplatzt ist? Versuchen Sie Ruhe zu bewahren, schalten Sie die Warnblinkanlage ein und lassen Sie Ihren Wagen ausrollen. Nicht stark abbremsen – das kann Ihren Reifen zusätzlich beschädigen.

Sind Mitfahrer an Bord, lassen Sie diese auf der fahrbahnabgewandten Seite aussteigen. Ziehen Sie Ihre Warnweste an und sichern Sie das Pannenfahrzeug mit einem Warndreieck ab.

Sie sollten schon vorab wissen, welche Art von Ersatzrad Sie haben. Stehen ein vollwertiges Ersatzrad und der passende Wagenheber zur Verfügung, können Sie das Rad einfach tauschen wie bei einem normalen Wechsel, zum Beispiel von Sommer- auf Winterreifen. Wichtige Informationen dazu finden Sie in der Bedienungsanleitung.

Ein Notrad ist schmaler als ein vollwertiges Ersatzrad. Wenn Sie dieses aufziehen, dürfen Sie mit maximal 80 km/h weiterfahren. Wichtig: Tauschen Sie das Notrad so schnell wie möglich gegen ein Rad mit Normalbereifung aus.

Bei einer Panne mit Runflat-Reifen können Sie mit reduzierter Geschwindigkeit (meist 80 km/h) 80 bis 100 Kilometer bis zur nächsten Werkstatt weiterfahren. Achten Sie auf die Hinweise in der Bedienungsanleitung.

Statt eines Ersatzreifens haben viele Fahrzeuge nur noch ein Pannenset an Bord, bestehend aus Dichtmittel und einem Kompressor. Damit sollen sich Stichverletzungen oder kleine Risse in der Lauffläche des Reifens abdichten lassen. Wenn in der Bedienungsanleitung keine anderen Hinweise gegeben werden, gilt:

  • Bewegen Sie das Fahrzeug so, dass das Loch unten am Reifen ist.
  • Füllen Sie nun das Dichtmittel über das Ventil in den Reifen ein.
  • Nun den Reifen einige Male hin und her bewegen, damit sich das Mittel gut verteilen kann.
  • Nach einer kurzen Wartezeit stellen Sie mit dem Kompressor den Betriebsdruck im Reifen wieder her. 
  • Jetzt können Sie langsam bis zur nächsten Werkstatt weiterfahren. 
  • Vorsicht: Bei größeren Verletzungen am Reifen, wie gebrochenem Gewebe oder einer abgelösten Lauffläche, darf das Pannenset nicht benutzt und das Fahrzeug nicht bewegt werden.


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Pannenset

Reifen-Pannensets benötigen wenig Platz – und sparen Gewicht, was sich auf den Kraftstoffverbrauch vorteilhaft auswirkt. Das Dichtmittel kann jedoch nur Stichverletzungen oder kleine Risse in der Lauffläche abdichten. Andere Beschädigungen, wie Laufflächenablösung, größere Risse, Gewebebruch oder auch undichte Ventile lassen sich damit nicht beheben.

Reparaturen mit Pannensets gelten nur als Notbehelf, es darf nur vorsichtig und mit geringer Geschwindigkeit bis zur nächsten Fachwerkstatt gefahren werden. Außerdem sollte bei nächster Gelegenheit der Reifendruck geprüft und bei Bedarf korrekt eingestellt werden. Laut Straßenverkehrszulassungsordnung darf ein mit Reifendichtmittel behandelter Reifen nicht repariert werden.

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Reserverad und Notrad

Mit einem Reserverad ist man nach einer Reifenpanne uneingeschränkt mobil. Selbst bei extremen Schäden (Laufflächenablösung, Reifenplatzer) kann man nach der Radmontage ohne Einschränkung weiterfahren. Dies ist jedoch mit hohem Aufwand verbunden und stellt am Fahrbahnrand häufig ein Sicherheitsrisiko dar. Außerdem können moderne große Räder – insbesondere bei SUV oder Geländewagen – von Personen mit zierlicher Konstitution kaum aus dem Kofferraum und auf die Achse gewuchtet werden. Reserveräder benötigen Platz und sind schwer: Hochgerechnet auf 100.000 Kilometer werden etwa 60 Liter Kraftstoff zusätzlich verbraucht.  

Noträder werden als günstige Alternative zum vollwertigen Ersatzrad angeboten. Die Reifendimension ist deutlich kleiner, sie brauchen dadurch nicht so viel Platz beim Verstauen. Ein Notrad kann nach allen Reifenschäden angewendet werden (sofern nicht in seltenen Fällen das Radhaus oder die Bremsleitung beschädigt wurden), allerdings ist eine Weiterfahrt nur mit höchstens 80 km/h möglich. Die maximale Fahrstrecke hat ebenfalls Grenzen, unter anderem, weil das Differenzial durch die unterschiedlichen Dimensionen von Fahrbereifung und Notrad stärker beansprucht wird.

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Runflat-Reifen

Bei dieser Reifenart verhindern verstärkte Reifenseitenwände oder ein zusätzliches Gummielement im Inneren das Einfallen des Reifens bei einem Druckverlust. Da man unter Umständen einen schadhaften Reifen gar nicht bemerkt, sind Fahrzeuge mit Runflat-Technologie zwangsläufig mit einem Reifendruck-Kontrollsystem ausgestattet. Die größere Stabilität des Runflat-Reifens kann bei Druckverlust vor schweren Unfällen schützen, besonders bei hoher Geschwindigkeit und in Kurven. Nachdem der Fahrer bei einer Panne nicht auszusteigen braucht, entsteht auch kein Sicherheitsrisiko. Der schadhafte Reifen muss zeitnah erneuert werden.

Runflat-Reifen haben auch Nachteile: Der verstärkte Pneu wiegt etwa 40 Prozent mehr als ein vergleichbarer Standardreifen, was dazu führt, dass mehr Kraftstoff verbraucht wird. Außerdem sind Runflats teurer, auch die Montage ist aufwendiger. Der Fahrkomfort wird durch die steiferen Reifen verschlechtert.