E-Scooter und Räder mieten – was es kostet

Elektro-Roller
E-Scooter zum Leihen am Brandenburger Tor in Berlin ∙ © Shutterstock/hanohiki

Neue Anbieter, neue Aktionen – der Markt für Räder, E-Bikes und E-Scooter zum Leihen ist recht dynamisch. Der ADAC hat in München, Hamburg und Berlin die Preise verglichen.

  • Meist sind E-Scooter und E-Bikes doppelt so teuer wie normale Räder

  • Bei E-Scootern ist Bolt deutlich günstiger als die Konkurrenz

  • In München ist die MVG bei E-Bikes deutlich preiswerter als der einzige Konkurrent

Die Städte im Überblick

In den drei Städten wurden insgesamt sechs Verleiher von E-Scootern, vier von normalen Rädern und zwei von E-Bikes nach ihren Preisen gefragt. Der E-Scooter-Anbieter Bolt hatte in allen Städten dieselben Tarife, das galt auch für Bird und Tier.

Bei Lime dagegen waren sowohl Scooter als auch Räder in Berlin etwas teurer als in Hamburg und München. Das amerikanische Unternehmen bietet E-Scooter und E-Bikes an. Bei den E-Bikes übernahm der Branchen-Krösus 2020 die Jump-E-Bikes von Uber und bringt jetzt seine E-Bike-Flotte rotgrün gefärbt auf die Straße. Allerdings nicht mehr als alleiniger Anbieter in allen untersuchten Städten, denn in München gibt es mit dem E-Bike der MVG Konkurrenz – und die ist deutlich günstiger.

München

Ein junger Mann fährt auf einem E-Scooter im englischen Garten in München
Elektrisch unterwegs – in Münchens Englischem Garten ∙ © imago images/Alexander Pohl

Egal ob für fünf, 15 oder 30 Minuten: Die MVG hatte – ohne Grundgebühr – bei den Leihrädern immer das günstigste Angebot. Auch bei den E-Bikes hatte die Münchner Verkehrsgesellschaft klar die Nase vorn. So zahlte man zum Beispiel für fünf Minuten bei Lime 1,25 Euro, für das E-Bike der MVG dagegen nur 80 Cent. Bei 15 Minuten wurde der Abstand dann schon größer: 3,75 Euro bei Lime gegenüber 2,40 Euro bei der MVG. Und bei 30 Minuten sparte man mit dem E-Bike der MVG 2,70 Euro gegenüber dem von Lime.

Hamburg

Eine junge Frau steht mit einem E-Scooter in Hamburg in der Speicherstadt an einer Brücke
E-Scooter – hier in Hamburg – sollten immer mit Helm gefahren werden ∙ © Shutterstock/Igor Tichonow

In Hamburg gab es keine Leihräder ohne Elektroantrieb, die spontan und ohne Grundgebühr angemietet werden konnten. Dafür war die Hürde einer Grundgebühr bei dem einzigen Leihrad-Anbieter Call a Bike/Stadtrad mit fünf Euro pro Jahr besonders niedrig. Wer das bezahlte, dem wurde diese im ersten Jahr als Fahrtguthaben angerechnet. Außerdem erhielten die Kunden ein Jahr lang bei jeder Fahrt die erste halbe Stunde kostenlos, erst danach wurden pro Minute zehn Cent fällig.

Berlin

Mietfahrräder vor dem Hauptbahnhof in Berlin
Aus eigener Kraft: Vor dem Berliner Hauptbahnhof stehen Leihräder bereit ∙ © dpa/Karl-Heinz Spremberg

Für Leihräder lagen die Preise für 15 Minuten zwischen einem Euro bei Nextbike/Edeka Bike und 1,70 Euro bei Donkey Republic. Wem egal war, ob das Rad mit Muskelkraft oder E-Motor betrieben wird, konnte bei der halben Stunde richtig sparen. Denn bei den Tret-Rädern von Nextbike/Edeka Bike mit seinem einfachen Tarifmodell war man da schon mit einem Euro dabei, während das E-Bike von Lime sieben Euro kostete.

Die Anbieter im Preisvergleich

Für beide Fahrzeugarten setzten sich die Gesamtkosten meist aus Entsperrungsgebühr und Minutenpreis zusammen. Im Vergleich berücksichtigt wurden nur solche Anbieter, bei denen man spontan und ohne das Entrichten einer Grundgebühr anmieten konnte.

E-Scooter-Anbieter im Vergleich

E-Scooter kosteten im Schnitt mehr als das Doppelte wie normale Räder – mit Ausnahme des Preisbrechers Bolt mit seinen sehr günstigen Angeboten in allen drei Städten. Bei einer Ausleihzeit von 15 Minuten kosteten sie im August 75 Cent und damit nur etwa ein Fünftel der Konkurrenz.

Nach einer Erhöhung im September sind daraus jetzt 1,35 Euro geworden, da der Minutenpreis von fünf auf neun Cent stieg. Unterm Strich ist Bolt damit aber immer noch rund zwei Drittel günstiger als die anderen Anbieter.

Leihrad- und E-Bike-Anbieter im Vergleich

E-Bikes waren ähnlich wie E-Scooter meistens deutlich teurer als Treträder: So berechnete Lime für seine E-Bikes in München, Hamburg und Berlin für 15 Minuten 3,75 bis vier Euro, die MVG für ihre E-Bikes immerhin noch 2,40 Euro. Dagegen lag der günstigste Tretrad-Anbieter Nextbike/Edeka Bike in Berlin bei einem Euro im Basis-Tarif ohne Grundgebühr. Nimmt man allerdings – auch in Berlin – die 1,70 Euro von Donkey Republic zum Vergleich, so war der Abstand zu den E-Bikes in München mit 2,40 Euro schon nicht mehr so groß.

So wurde verglichen

Der Preisvergleich wurde für die drei größten deutschen Städte, also Berlin, Hamburg und München durchgeführt. Die Tester erhoben die Preise beim Ausleihen für fünf, 15 und 30 Minuten. Grundlagen waren die Apps der Anbieter am Freitag und am Samstag, 7. und 8. Mai 2021, jeweils eine Stunde vor- und nachmittags. Am 6. und 7. August, denselben Wochentagen, gab es Nacherhebungen, da die Dynamik in diesem Markt so hoch ist.

Genau deshalb mussten auch noch im September die neuen Preise für die E-Bikes der MVG und die E-Scooter von Bolt mit einfließen.

Wie Sie das passende Angebot finden

  • Zum Angebotsvergleich am besten Apps mehrerer Verleiher downloaden

  • Preis- und Umweltbewusste nutzen besser ein Leihrad als den E-Scooter

  • Vielfahrer halten Ausschau nach Laufzeitmodellen

  • Informieren Sie sich zu Rabattaktionen und zeitlich befristeten Angeboten

Auf Rad und Scooter sicher unterwegs

Angesichts steigender E-Scooter-Unfallzahlen ist es wichtig, sich an die Verkehrsvorschriften zu halten und die Netiquette zu beachten. Dazu gehört vor allem:

  • Rad und Scooter nur allein nutzen

  • am besten immer einen (Fahrrad-)Helm aufsetzen

  • mit dem E-Scooter nicht auf Gehwegen fahren

  • E-Scooter nicht mitten auf Geh- oder Radwegen oder in Grünanlagen abstellen

  • die Zweiräder nie unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss nutzen

Lesen Sie hier die ausführlichen Verkehrsregeln für Elektro-Tretroller sowie Tipps, wie Sie sicher auf dem E-Scooter unterwegs sind. In einem ADAC Test im Juni 2020 haben sich große Unterschiede bei Qualität und Reichweite von E-Scootern gezeigt. Außerdem finden Sie hier praktische Hinweise, wie Sie zu einem besseren Miteinander von Rad- und Autofahrern beitragen können.

Der Standpunkt des ADAC

E-Scooter, die zu den Elektrokleinstfahrzeugen zählen, sind für kurze Strecken eine Alternative zum Auto und eine Option zur Überbrückung der ersten bzw. letzten Meile an ÖPNV-Haltestellen. Auch Fahrradverleihsysteme sind in Großstädten eine sinnvolle Ergänzung des ÖPNV und zentraler Baustein einer Gesamtstrategie aller Verkehrsträger. Die vollständigen Standpunkte des ADAC finden Sie hier:

ADAC Standpunkt Elektrokleinstfahrzeuge
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ADAC Standpunkt Fahrradverleihsysteme
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