AdBlue nachfüllen

22.3.2019

AdBlue wird zur Abgasreinigung bei Dieselfahrzeugen genutzt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie AdBlue richtig nachfüllen.

AdBlue Zapfsäule für PKW an einer Tankstelle
AdBlue nachfüllen - das geht am einfachsten und billigsten an einer AdBlue-Zapfsäule.

AdBlue ist eine wasserklare, geruchsarme, ungiftige und niedrigviskose Flüssigkeit, die zu 67,5 Prozent aus reinem Wasser und zu 32,5 Prozent aus Harnstoff besteht. Weiterhin ist AdBlue® der vom Verband der Deutschen Automobilindustrie geschützte Markenname für diese Flüssigkeit.

AdBlue wird bei Fahrzeugen mit SCR-Systemen zur Reduzierung der Stickoxidemissionen vor einem speziellen Katalysator eingespritzt, reagiert dort mit den Schadstoffen und wandelt sie fast vollständig in Wasserdampf und ungefährlichen Stickstoff um. 

Hier können Sie AdBlue kaufen

AdBlue können Sie bei Discountern, in Baumärkten, Kfz-Zubehör-Läden, Tankstellen und Werkstätten kaufen. Die üblichen Gebindegrößen im Einzelhandel reichen von einer halben Gallone bis zu zehn Litern. 

Was kostet AdBlue?

In der Regel sind größere Gebinde und sogenannte lose Ware in Werkstätten und Tankstellen preisgünstiger als kleinere Gebinde. Am günstigsten fahren Sie mit loser Ware, die oft weniger als 70 Cent pro Liter kostet.

Wann und wie oft muss AdBlue nachgefüllt werden?

Je nach Automodell und Nutzung reicht eine Tankfüllung AdBlue für tausende Kilometer Fahrstrecke. Bevor der Vorrat verbraucht ist, erhält der Autofahrer rechtzeitig eine Warnmeldung und kann dann noch etwa 2.400 Kilometer fahren. Das Auffüllen des AdBlue-Vorrats ist abhängig von den Fahrumständen und der Abstimmung des Abgassystems etwa alle 5.000 bis 15.000 Kilometer notwendig.
Wichtig: Bei einem aufgebrauchten AdBlue-Vorrat erlaubt die Motorsteuerung keinen Neustart des Motors – so verlangt es der Gesetzgeber. Füllen Sie also rechtzeitig nach!

AdBlue nachfüllen

Nachfüllen von AdBlue mit der sog. Kruse-Flasche.

Manche Werkstätten offerieren das AdBlue-Nachfüllen mit einem speziellen Betankungsgerät. Sie können AdBlue allerdings mit ein wenig Geschick auch selbst nachfüllen.

Wo sich der AdBlue-Tank in Ihrem Fahrzeug befindet, sagt Ihnen die Bedienungsanleitung. Ältere Autos mit SCR-Technik hatten den Einfüllstützen im Kofferraum, bei neueren Fahrzeugen befindet sich der Tankstutzen gut erreichbar neben dem Kraftstoffeinfüllstützen. 

Adblue nachfüllen können Sie etwa über die sog. Kruse-Flasche mit 1,89 Litern Inhalt. Aus Umweltgründen sind diese jedoch kritisch zu betrachten, wenn Sie etwa einen Tank mit bis zu 33 Litern über diese Einwegflaschen auffüllen müssen. Mit 5- oder 10-Liter-Kanistern geht das Auffüllen entsprechend schneller.

Die handlichste und billigste Lösung ist eine AdBlue-Zapfsäule an der Tankstelle. Einige Automobilhersteller haben für ihre Modelle auch die Betankung an Lkw-AdBlue-Zapfsäulen freigegeben. Aufgrund der deutlich höheren Durchflussgeschwindigkeit der Lkw-Zapfsäulen sollten Sie hier allerdings sehr vorsichtig tanken. AdBlue-Zapfsäulen für Pkw finden eine immer stärkere Verbreitung. Über www.findadblue.com oder die dazugehörige App (App-Store und Google Play) können Sie Tankstellen mit AdBlue-Zapfsäulen suchen und finden.

Ist AdBlue gefährlich?

AdBlue ist nicht giftig, kann aber reizend auf Augen, Haut und Atemwege wirken. Sie sollten die Flüssigkeit daher bei Kontakt unverzüglich mit Wasser abwaschen. Auch Lacke und Kunststoffe können bei längerer Einwirkung durch AdBlue geschädigt werden. Spülen Sie deshalb Verschmutzungen möglichst rasch mit Wasser ab.

Fehlbetankung von Diesel-Pkw mit AdBlue

Zoom-In
Einfüllstutzen für AdBlue
Eigentlich nicht zum Verwechseln: Der AdBlue-Stutzen ist blau

Dass Dieselkraftstoff versehentlich in den AdBlue-Tank gefüllt wird, ist eher unwahrscheinlich: In den kleinen Einfüllstutzen (19,75 mm Durchmesser) passen die Kraft-Zapfrohre (Diesel 25 mm, Benzin 21 mm Durchmesser) oder die üblichen Rohre von Reservekanistern nicht.

Das Einfüllen von AdBlue in den Dieseltank ist dagegen bei Fahrzeugen ohne Fehlbetankungsschutz leicht möglich: Etwa bei der Verwendung von handelsüblichen fünf bzw. zehn Liter Kanistern aus dem Bau- oder Supermarkt mit einfachem Einfüllrohr.

Doch egal, ob AdBlue in den Dieseltank gefüllt wurde oder umgekehrt: Die Folgeschäden können ähnlich kostenintensiv ausfallen wie beispielsweise bei einer Fehlbetankung mit Benzin. 

Was tun, wenn es schon passiert ist? Solange die Zündung noch nicht eingeschaltet wurde, genügt üblicherweise eine intensive Reinigung des Tanks. 

Wird hingegen die Zündung eingeschaltet, kann AdBlue in das empfindliche Einspritzsystem gelangen, womit teure Schäden durch das korrosive AdBlue ausgelöst werden können. Neben der Tankreinigung müssen Kraftstoffpumpen, Leitungen und Filter erneuert werden. 

Wurde der Motor aber angelassen oder dieses versucht, dann sind grundsätzlich auch Einspritzdüsen oder Einspritzinjektoren zu erneuern. 

Je nach Hersteller und Modell sind die Empfehlungen nach einer Fehlbetankung allerdings etwas unterschiedlich. Lesen sie deshalb in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs nach oder kontaktieren im Ernstfall Ihre Werkstatt.