Motorrad waschen: So reinigen Sie Ihr Bike richtig

13.02.2019

Regelmäßige Motorradwäsche dient Ihrer Sicherheit und beugt dem Wertverlust der Maschine vor. Wir haben zusammengefasst, wie Sie Ihr Zweirad richtig säubern. 

Motorrad waschen
©Shutterstock/Attapol Yiemsiriwut

Waschen in der Waschanlage

Aus Umweltgründen sollten Sie Ihr Motorrad auf jeden Fall in einer offiziellen Waschanlage reinigen. Diese besitzen neben Ölabscheidern auch Auffangvorrichtungen für Grobschmutz und eine besondere Abwasserentsorgung. Putzaktionen ohne diese Schutzmaßnahmen, etwa auf Privatgrund oder öffentlichen Straßen, sind verboten. 

Moderne Hochdruckreiniger sind fürs Zweirad nicht unbedingt ein Segen. Durch den extremen Druck kann Wasser selbst in kleinste Ritzen und in Lager eintreten und Fett ausspülen. Daher sollten Sie beim Säubern der Maschine mit einem Hochdruckreiniger genügend Abstand halten und Problemzonen meiden. Dazu zählen Radnaben, Schwinge, Lenkkopflager, Hebelgelenke, Öl- und Wasserkühler oder auch O-Ring-Ketten. Hier empfiehlt sich die gute alte Handwäsche mit Schwamm oder weicher Bürste und sanftes Abspülen. 

Vorsicht auch bei Reifen: Werden Pneus aus kurzer Distanz und zu lange an einer Stelle mit dem Dampfstrahler bearbeitet, können unsichtbare Vorschädigungen entstehen. Bei hoher Geschwindigkeit oder bei längeren Autobahnetappen können solche Stellen fatale Folgen haben. Dosierter Einsatz des Dampfstrahlers, vorheriges Einweichen von starkem Schmutz mit Schaum oder entsprechenden Kaltreinigern sowie die Nutzung einer Schaumbürste mit fließendem Wasser sind allemal besser. Wer ann der Waschanlage mit mitgebrachtem Schwamm und verschiedenen Bürsten arbeitet, bekommt nicht nur schwer zugängliche Stellen sauber, er bemerkt auch lose Schrauben oder Speichen und hat andere Verschleißteile im Blick. 

Gründliches Trocknen ist wichtig

Ganz wichtig, vor allem vor dem Einmotten Ihres Bikes, ist, dass es nach dem Waschgang wieder absolut trocken ist. Wer alles gut abledert und schlecht zugängige Stellen per Luftstrahl aus dem Kompressor von Wasser befreit, beugt Rostbildung vor. Gleiches gilt für die Konservierung der Metallteile mit einem Sprühöl. Für Chrom- und Aluteile gibt es spezielle Hochglanz-Polierwatte, die mit Polierflüssigkeit getränkt ist. Für alle lackierten Fahrzeugteile kann handelsübliches Hartwachs mit weichem Tuch oder Polierwatte aufgetragen werden, um die Oberfläche zu versiegeln. Für Plastikteile gibt es entsprechende Produkte oder Polituren, unlackierte Teile können auch mit Cockpit-Spray aus dem Autobereich gepflegt werden. 

Verwendung von Reinigungsmitteln

Wer den Motor seiner Maschine mit speziellem Motorreiniger und Bürste säubert, der sollte – wie beim Einsatz aller anderen Reinigungsmittel fürs Bike – drei Dinge beachten: 

  • Reiniger nie in der prallen Sonne oder auf erhitzter Oberfläche anwenden. Die Wirkung kann dadurch beeinträchtigt werden und es können sich unschöne Flecken einbrennen. 
  • Immer die Anwendungshinweise der Hersteller und ganz besonders die Einwirkzeiten der Produkte beachten.
  • Alle Reinigungsprodukte gründlich abspülen, bis keine Schaumbildung mehr zu sehen ist, und bei partieller Reinigung auch benachbarte Teile abspülen.

 

Einweichen von hartnäckigem Schmutz

Hartnäckige Insekten-Friedhöfe auf Kunststoff-Verkleidungsteilen und -scheiben sollten Sie vor der großen Wäsche über Nacht mit nassen Tüchern und sanften Spülmitteln einweichen. So lassen sie sich hinterher besser entfernen. Wer sie mit einem Scheuerschwamm bekämpft, riskiert hässliche Kratzer im Kunststoff. Wer bei schönem Wetter im Winter seine Maschine bewegt, sollte sie unbedingt nach jeder Tour abduschen: Metall und Lack reagieren auf Streusalz, das auch bei vermeintlich trockener Straße aufgewirbelt wird. Oft bemerkt man das erst nach längerer Stehzeit.