Bekleidung für Motorradfahrer im Winter

26.2.2019

Motorradfahren kann auch im Winter reizvoll sein, wenn die Ausrüstung zur Witterung passt. Das reicht von der richtigen Unterwäsche bis zum Helmvisier. Hier lesen Sie die Tipps unserer Experten.

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@Imago/Geisser

Nichts geht über das Zwiebel-Prinzip

Hier kommt es auf das Material und die Reihenfolge der Kleidung an. Als erste Lage sollten Sie Thermo-Unterwäsche in Funktionsfaser- oder Merino-Ausführung (zwischen 75 und 180 Euro) wählen, die keine Feuchtigkeit aufnimmt. Als zweite Lage können Sie ein dünnes, atmungsaktives Set mit winddichter Membran (ca. 200 Euro) anziehen. Wer dann noch einen Fleece-Pulli unter einer Textilkombi mit Thermofutter trägt und die exponierten Knie mit speziellen Neopren-Bandagen (im Motorrad-Fachhandel ab 15 Euro zu haben) schützt, der kann die schönen Seiten des Motorradfahrens im Winter genießen.

 

Thermokombi

Der Vorteil moderner Motorradkleidung ist, dass sie nicht nur Thermofutter besitzt, sondern durch entsprechende Membrane auch absolut wind- und wasserdicht ist, aber Wasserdampf nach draußen transportiert. Damit keine Nässe und Kälte nach innen gelangt, sollten Sie schon beim Kauf auf eventuelle Schwachstellen achten. Probleme können vor allem an den Enden der Ärmel und am Kragen auftreten. Unsere Empfehlung: Labyrinth-Konstruktionen und enge Stretch-Bündchen, am besten eine Kombination daraus. Wer aus Sicherheitsgründen wegen der Abriebfestigkeit im Falle eines Sturzes auf seine Lederkombi schwört, der kann zu gefütterten Überziehern greifen. Solch optimierte Regenkombis mit Futter kosten zwischen 50 und 90 Euro.

 

Stiefel

Zur Ausstattung für Winterfahrer gehört stets ein guter, wasserdichter und gefütterter Stiefel (zwischen 150 und 200 Euro) mit hohem Schaft und genügend Platz im Innern. Nicht nur, um durch die Bewegung der Zehen die Durchblutung anzuregen: Auch dickere Socken dürfen nicht einengen. Damit die Füße warm und trocken bleiben, ist die beste Empfehlung: Zuerst dünne Laufsocken mit hohem Kunstfaser-Anteil aus dem Sport-Fachhandel anziehen, darüber dicke Socken aus Wolle oder Synthetikgewebe, die es in Outdoor-Läden gibt. Mit zusammen um die 40 Euro ist diese Kombination allemal günstiger als heizbare Einlegesohlen (ca. 150 Euro) oder ein Heizsystem für Stiefel (ca. 250 Euro).
Handschuhe
Wer im Winter aufs Motorrad steigen will, der muss auch bei niedrigen Temperaturen stets alles im Griff haben. Deshalb sind gut isolierte, wasserdichte Handschuhe ein elementares Utensil. Ganz wichtig: Alle Schalter und Hebel müssen einwandfrei bedient werden können und das Kontaktgefühl muss gut sein. Wer einen guten gefütterten Handschuh ein klein wenig größer kauft, der kann dünne Unterziehhandschuhe aus Seide oder Kunstfasern darunter tragen. Die gibt es im Fachhandel ab zehn Euro.

 

Visiere

Besonders im Winter kann ein beschlagenes Visier zum Sicherheitsproblem werden. Ein Pinlock-Innenvisier, das beschichtete Visiere in puncto Beschlagfreiheit übertrifft, ist die richtige Wahl. Um einen zu kühlen Kopf zu vermeiden, sollten Wintersportler nicht an einer guten Sturmhaube sparen. Besonders wintertauglich sind Modelle mit großflächigem Brust- und Nackenschutz, die zwischen 20 und 40 Euro kosten. Allerdings sollte stets die Nase frei sein: Wer die Luft durch feuchten Stoff atmet, erkältet sich leicht. Auch sollten Sie darauf achten, keine verbrauchte Luft zu atmen.

 

Elektroheizung fürs Bike

Es gibt auch eine große Auswahl an beheizbaren Helfern: Sitzbänke, Bekleidungsteile wie Westen oder Funktionswäsche, Socken oder Nierengurte, bei denen eingelassene Drähte per Strom aus dem Motorrad geheizt werden. Eine entsprechende Weste kostet aber schon rund 3000 Euro. Auch auf den Verbrauch dieser Stromfresser sollten Sie achten: Höchstens zehn Prozent Mehrbelastung kann der Lichtmaschine zugemutet werden.

 

Fahren bei Eis und Schnee?

Unser wichtigster Tipp für ungetrübten Fahrspaß im Winter hat allerdings nichts mit Ausrüstung und Bekleidung zu tun: Bei Schnee und Eis sollte das Motorrad auf jeden Fall in der Garage bleiben!