So finden Sie die richtige Motorrad-Fahrschule

20.3.2019

Wer neben der Fahrerlaubnis fürs Auto auch den Motorrad-Führerschein machen möchte, sollte die Suche nach der richtigen Fahrschule sorgfältig angehen. Denn ein guter Auto-Fahrlehrer ist nicht automatisch auch ein guter Motorrad-Fahrlehrer. Mit unseren Tipps finden Sie die richtige Motorrad-Fahrschule.

Wichtiges Kriterium bei der Fahrschulwahl: Fährt der Fahrlehrer selbst aktiv Motorrad?

Die Suche nach der richtigen Motorrad-Fahrschule

Wer Freunde, Bekannte oder Mitschüler nach den Erfahrungen mit ihrer Fahrschule und dem Fahrlehrer fragen kann, ist bei der Suche nach einer guten Fahrschule für Motorrad oder Roller in der Regel gut beraten.

Wer auf solche Quellen nicht zugreifen kann, sollte zur Vorauswahl das Internet nutzen. Die meisten Fahrschul-Homepages bieten Fakten zu Angebot, Lage und Erreichbarkeit an. Alles wichtig, aber das entscheidende Kriterium für die Wahl der Fahrschule ist ein anderes: Ist der Zweirad-Fahrlehrer auch privat Motorradfahrer und begleitete er Sie bei der Ausbildung auf dem Motorrad? Denn wer nur im Auto hinterherfährt und den Fahrschüler über den „Helmfunk“ dirigiert, der hat womöglich selbst seit Jahren auch nicht mehr im Motorrad-Sattel gesessen. Das ist ein Ausschlusskriterium.

Was macht einen guten Motorrad-Fahrlehrer aus?

Nur umfassende Erfahrung und Zweirad-Praxis machen neben der permanenten Weiterbildung einen Fahrlehrer auf dem Motorrad zur besten Wahl. Nur solche Ausbilder können zudem auch die Grundfahrübungen auf der Maschine demonstrieren und diese dem Fahrschüler vor dem ersten Eigenversuch auf einem Übungsplatz als Sozius näherbringen. Das Vorausfahren des Fahrlehrers in den ersten Übungsstunden und danach die aktive Begleitung auf dem Motorrad macht die praktische Ausbildung nicht nur viel sicherer und effektiver – die Lernfortschritte sind nachgewiesenermaßen größer.

Das Institut für Zweiradsicherheit e.V. (ifz) zeichnet herausragend gute Fahrschulen aus mit dem ifz-Qualitätssiegel Zweirad-Fahrschule.

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Fahrschule

Nur ein Fahrlehrer

Wer sich unverbindlich in der Fahrschule seiner Wahl beraten lässt, sollte auch „seinen“ Fahrlehrer selbst kennenlernen. Idealerweise bleibt dieser während der kompletten Ausbildung die Bezugsperson.

Kostenübersicht

Zur kompetenten Beratung gehört neben dem Ausbildungsplan auch das Aushändigen eines Preisbeispiels. Laut Fahrlehrergesetz müssen in Sachen Preisklarheit und Preiswahrheit alle Einzelpreise inklusive Mehrwertsteuer angegeben werden. Fahrschulfremde Gebühren (z.B. Erste Hilfe-Kurs, Sehtest, Gebühren für Ordnungssamt, Straßenverkehrsamt und TÜV) sollten aber ebenso notiert werden. Nur damit ist zu Hause alles nachvollziehbar und ein Preisvergleich mit anderen Fahrschulen möglich. https://www.adac.de/verkehr/rund-um-den-fuehrerschein/erwerb/fahrschulfinder/

Eine faire Fahrschule nennt Preise bereits auf ihrer Website oder am Telefon. Bei der Wahl sollten Sie aber berücksichtigen: Billiger ist nicht immer günstiger - und selten auch wirklich gut.
In Sachen Theorie ist deshalb die Frage nach kostenlosem Lehrmaterial in der Grundgebühr sinnvoll, denn hier gibt es große Unterschiede. Lehrmaterial auf CD/DVD kostet zusätzliches Geld.
Engagierte Motorrad-Fahrschulen bieten zudem eine kostenlose Theorie-„Schnupperstunde“ an. Dabei kann der künftige Fahrschüler feststellen, ob der Fahrlehrer ebenso kompetent wie sympathisch ist. Stimmt die „Chemie“, macht die Ausbildung Spaß und führt besser und schneller zum Ziel.

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Fuhrpark

Vor einem Vertragsabschluss sollte aber zwingend auch der „Fuhrpark“ inspiziert werden. Hier geht es nicht nur um Alter und Zustand der Fahrschul-Maschinen. Entscheidend ist die Frage, ob das Ausbildungs-Motorrad zum Fahrschüler passt. Bei einer Sitzprobe lässt sich feststellen, ob man mit beiden Füßen auf die Erde kommt und mindestens ein Fuß flach aufsteht. Ist dies nicht der Fall und gibt es keine niedrigere Wechsel-Sitzbank oder gleich eine niedrigere Maschine, ist dies ein K.o.-Kriterium. Gleiches gilt für besonders große Menschen. Kann mit dem Fuß auf der Raste der Lenker nicht ganz einschlagen werden, ohne die Kniescheibe zu berühren, ist das Bike zu klein. Häufig werden in Fahrschulen Chopper eingesetzt, die von Haus aus niedrig sind, aber keine optimalen Ausbildungsfahrzeuge darstellen.

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Schutzkleidung

Eine gute Fahrschule lässt ihre Fahrschüler nicht ohne vollständige Schutzkleidung auf das Motorrad und stellt geeignete Kleidung zur Verfügung. Dazu zählen auch Motorrad-Handschuhe und -Stiefel. Über die (Größen-)Auswahl und den Pflegezustand sollten Sie sich selbst in der Kleiderkammer vergewissern. Die Passform, insbesondere bei Helmen, wird nur durch eine Anprobe klar. Ob die Helme der neuesten ECE-Norm (zurzeit R 22-04 und -05) entspricht, lässt sich dagegen am Einnäher erkennen. Aus hygienischen Gründen sollte sich der Fahrschüler eine eigene Sturmhaube zulegen. Ambitionierte Motorrad-Fahrlehrer beraten zudem die Fahrschüler beim Kauf einer eigenen Fahrerausrüstung, falls diese schon zur praktischen Ausbildung angeschafft werden soll.

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Ausbildungspläne

Die theoretische und praktische Ausbildung sollte nach den vorgeschriebenen Ausbildungsplänen strukturiert ablaufen. Die mindestens zwölf Stunden Sonderfahrten dürfen erst nach abgeschlossener Grundausbildung absolviert werden (sofern der Aspirant keinen Führerschein der nächstkleineren Motorradklasse besitzt).

Weil die Gesamtzahl der Fahrstunden kein Kriterium für die Qualität der Fahrschule ist, sollten über Stand und Fortschritt der theoretischen und besonders der praktischen Ausbildung Aufzeichnungen über jeden Fahrschüler angefertigt werden. Am allerbesten ist ein Ausbildungspass für den Schüler, der für Transparenz sorgt.

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Taktung der Fahrstunden

Für eine profunde Ausbildung ist auch die Taktung der Fahrstunden entscheidend. Wichtig: Ein- bis zweimal pro Woche sollte auf jeden Fall gefahren werden – nur einmal alle 14 Tage ist für ein effektives Lernen ungeeignet. Gleiches gilt für die Häufung in einem kurzen Zeitraum. Ferienfahrschulen, die einen Motorrad-Führerschein in weniger als zwei Wochen versprechen, sind unter diesem Blickwinkel keine gute Alternative.

Wer die Fahrerlaubnis fürs Motorrad schließlich in der Hand hat, sollte an den Satz eines anerkannten Motorrad-Fahrlehrers und ADAC Trainers denken: „Der Motorrad-Führerschein ist nur die Berechtigung, alleine im Verkehr zu üben.“

Viele engagierte Fahrschulen bieten deshalb ihren Fahrschülern nach der bestandenen Prüfung begleitete Ausfahrten in kleinen Gruppen an. Am besten sollte aber grundsätzlich am Anfang der Motorrad-Karriere ein entsprechendes Einsteiger-Motorradtraining besucht werden. Da die Regionalclubs des ADAC solche Trainings auf fast 50 Plätzen quer durch Deutschland anbieten, ist die Anfahrt meist kurz. Weil sich wirkliche Motorrad-Erfahrung nach Studien des Instituts für Zweiradsicherheit erst nach rund 5000 Kilometern einstellt, ist ein Training der richtige Weg, den Motorrad-Spaß mit Sicherheit vom ersten Meter an noch größer zu machen. Denn ein Motorrad hat weder eine Fahrgastzelle noch Knautschzonen.

Wir haben mit einem erfahrenen Biker über sicheres Motorradfahren gesprochen

Foto: © Fotolia/lassedesignen