Motorrad-Neuheiten 2019: Das sind die neuen Modelle der Saison

24.6.2019

Wir stellen die brandneuen Motorräder und Scooter der aktuellen Saison vor: Von der Enduro über Naked Bikes, Retro-Modelle bis zum Supersportler. Plus: Videos, technische Daten & Preise.

ADAC Motorrad Neuheiten 2019
Highlight der 2019-er-Neuheiten: BMW R 1250 GS
  • Viele Assistenzsysteme und gekonntes Retro-Design prägen den Bike-Auftritt 2019
  • Highlights der Saison sind u. a. die BMW RS 1250 GS, die Yamaha 700 Ténéré und Moto Guzzi V85 TT 
  • Harley-Davidson erregt mit seinem E-Motorrad LiveWire Aufsehen

Echte Enduro: Yamaha Ténéré 700

Lange hat Yamaha die Globetrotter-Szene hingehalten, jetzt ist sie da: die Ténéré 700, eine geländetaugliche Mittelklasse-Enduro, so ganz nach dem Geschmack von Abenteurern und Reisenden abseits asphaltierter Straßen.

73 PS aus zwei Zylindern, rund 200 Kilo Gewicht, stabiler Rahmen, schlanke Silhouette, 21-Zoll-Vorderrad – dieses Motorrad sieht nicht nur nach Offroad aus, es kann auch tatsächlich Schotter, Matsch oder Sand. Geduld ist aber weiterhin angesagt: Der Verkauf startet im Juli 2019 zu Preisen ab 9.600 Euro. 

Hier finden Sie den ersten Fahrbericht über die Yamaha Ténéré 700

Yamaha XSR im neuen Look

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Yamaha XSR
Retro: Yamaha XSR 700/900 im Stil von Rennmotorrädern der 70er Jahre 

Neue Vintage-Farbtöne gibt es für die beliebten Retro-Modelle XSR 700 und 900. Dazu gehört eine besonders interessante Grafik im legendären Look der Yamaha-Rennmotorräder aus den 70er Jahren – hier werden Erinnerungen an Superstars wie Phil Read oder Giacomo Agostini wach, die diese Optik berühmt machten.

Überarbeitet hat Yamaha auch seinen Mittelklasse-Tourer Tracer 700. In der GT-Variante gibt es jetzt einen größeren (manuell einstellbaren) Windschild und serienmäßige Koffer für mehr Langstreckenkomfort.

Noch mal Offroad: KTM 790 Adventure

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KTM 790, 2019er Modell
Scharf gezeichnet: KTMs neue Mittelklasse-Enduro

Die 790er-Enduro aus Österreich ist ähnlich gestrickt wie Yamahas 700er Ténéré: Gitterrohrrahmen, Zweizylinder-Reihenmotor (allerdings mit 95 PS), 21-Zoll-Speichenrad vorne, mit betankt 212 Kilo Gewicht alles andere als ein Dickschiff.

Für Fernreisende wird es die KTM 790 Adventure auch als R-Version mit verstärkten Chassis-Komponenten und mehr Federweg geben. Ein Bündel Assistenzsysteme mit verschiedenen Fahrmodi ist selbstverständlich an Bord. Verkaufsstart: Frühjahr 2019, Preise: ab 12.399 Euro; für die "R" einen Tausender mehr.

Schon gefahren und bewertet: KTM 790 Adventure

Das "Biest": KTM 1290

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ktm 1290
Hyperagile Fahrmaschine: KTM 1290 Super Duke R

Dem dynamischen Tourer 1290 Super Duke GT hat KTM mehr Leistung verpasst. Die GT ist jetzt 175 PS stark und entwickelt satte 141 Nm Drehmoment. Außerdem bietet sie Neuerungen wie den "Quickshifter+", der Gangwechsel beschleunigt und erleichtert.

Derartige technische Optimierung drängte sich bei der extrem agilen KTM 1290 Super Duke R mit ohnehin 177 PS offenbar nicht auf. Stattdessen haben die Österreicher diese Maschine mit einigen Details und optisch zwei neuen Grafiken für 2019 fit gemacht.

Moto Guzzis Klassik-Enduro 

Nach der Kölner Intermot durfte sich Moto Guzzi auch auf der Mailänder EICMA über das große Interesse an der neuen Mittelklasse-Reiseenduro V85 TT freuen. Sie scheint auf eine Stimmung zu treffen, wonach gute Reisemaschinen nicht immer noch größer, schwerer, stärker und technischer sein müssen. Die V85 TT verweist mit ihren 80 PS aus einem 850er-V2-Motor, mit Kardanantrieb und rund 220 Kilo Gewicht auf klassische Enduros wie einst die BMW R 100 GS oder die frühe Honda Africa Twin. Ab Frühjahr 2019 soll die neue Guzzi beim Händler stehen und beweisen: Auf Asphalt und gelegentlich unbefestigten Straßen braucht ein Allrounder nicht unbedingt mehr als 100 PS, um Spaß zu bereiten. Als Preis nennt Guzzi 11.990 Euro für die einfarbigen Modelle; die schicken mehrfarbigen 300 Euro mehr. 

Hier finden Sie einen ausführlichen Fahrbericht zur Moto Guzzi V85 TT.

Weiteres Italo-Highlight aus dem Piaggio-Konzern: Aprilia präsentierte die neue Tuono V4 1100. Mit imposanten 175 PS schreit das Naked Bike nicht nach technischen Veränderungen. Allerdings erhält die besonders hochwertige Tuono-Variante Factory ab dem Modelljahrgang 2019 ein elektronisch geregeltes Fahrwerk vom schwedischen Spezialisten Öhlins.

 

Hondas neue Mittelklasse

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Honda CB 560 C, 2019er Modell
Neu in der Mittelklasse: das Naked Bike Honda CB 650 R 

Wer braucht schon 200 PS und 300 km/h Spitze? Mittelklasse-Bikes sind gefragt, entsprechend hat Honda hier besonders viel Pflege betrieben. Sehr schön das neue Naked Bike CB 650 R, es schließt in der "Neo Sports Café"-Baureihe die Lücke zwischen der 300er und der 1000er. 95 PS bei 202 Kilo Gewicht, eine USD-Gabel und ein breiter Lenker garantieren viel Fahrspaß und leichtes Handling, dazu sieht die 650er auch noch hinreißend aus – modern und trotzdem klassisch.

Den gleichen Motor und fast identische Technik hat die verkleidete Sportversion Honda CBR 650 R. Auch auf 48 PS gedrosselte Einsteigerversionen wird es von beiden Maschinen geben. 7990 Euro ruft Honda für die nackte "CB" auf, 9290 Euro für die sportliche "CBR".

Hier finden Sie einen Fahrbericht zur Honda CBR 500 R.

Viel Aufmerksamkeit hat Honda den 500er-Modellen geschenkt. Die Reiseenduro CB 500 X und die unverkleidete CB 500 F gehen zwar weiterhin mit einsteigerfreundlichen 48 PS an den Start, liefern aber mehr Druck im mittleren Drehzahlbereich. Bei der 500 X wurde zudem  die Verkleidung neu gestylt; sie geht jetzt mehr in Richtung der beliebten Honda Africa Twin.

Kult: Honda Super Cub C125

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Honda Super Cub C125
Super Cub C125 ist laut Honda "das meistverkaufte Motorfahrzeug der Welt" 

Die Deutschland-Premiere der Honda Super Cub C125 könnte von größerer Bedeutung sein. Schließlich handelt es sich dabei laut Honda um "das meistverkaufte Motorfahrzeug der Welt": 2017 lief das 100 Millionste Exemplar vom Band. Der Roller ist bei uns noch 2018 für 3690 Euro erhältlich. Aus gutem Grund wirkt er wie ein Retro-Zweirad: Das Grundkonzept der Cub ("Cheap Urban Bike", also: "Günstiges Stadtbike") existiert seit über 60 Jahren, wird heute in über 160 Ländern verkauft und in vielen Regionen der Welt als robuster, unkaputtbarer Lastesel genutzt. Die Daten: 125er-Viertakter mit 9,7 PS, E-Starter, Spitze ca. 100 km/h, 109 Kilogramm Gewicht vollgetankt, ABS, Reichweite (mit 3,7-Liter-Tank) knapp 250 Kilometer. Die Honda Super Cub C125 ist in Deutschland in zwei Farbtönen zu haben.

Boxer überall: BMW R 1250 GS/RT und R 1250 R/RS

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BMW R 1250 2019er Modell
R 1250 R: Stärkerer Vortrieb für Tourer und Reiseenduro

BMW zeigte seine Neuauflage der Bestseller-Reiseenduro R 1250 GS (siehe Video unten) bereits auf der Kölner Intermot – ebenso wie den stark überarbeiteten Touren-Spezialisten R 1250 RT. Konsequenterweise präsentierten die Münchner dann auf der EICMA auch die unverkleidete R 1250 R und den Sporttourer R 1250 RS mit dem neuen 1250er Boxer. Der macht mit 136 statt bislang 125 PS sowie 143 statt 125 Nm Drehmoment mächtig Druck. 

Beides verdanken die Boxer-Modelle der neuen, variablen Ventilsteuerung: "Shift Cam" erhöht die Power, aber senkt Abgase und Verbrauch. Außerdem ist der Motor mechanisch deutlich leiser geworden. Da die Serienausstattung wesentlich zugelegt hat, sind die Preissteigerungen zumindest nachvollziehbar: Die BMW R 1250 GS kostet jetzt 16.150, die R 1250 RT 18.000 Euro.

Hier finden Sie einen ausführlichen Fahrbericht über die R BMW 1250 GS.

BMW C 400 GT: Weiß-blauer Komfortroller

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BMW 400 GT 2019er Modell
So bequem kann Rollerfahren sein: BMW C 400 GT

Der Mittelklasse-Roller BMW C 400 X wurde schon 2017 vorgestellt. Dem sportlichen Scooter stellen die Münchner jetzt die Tourenvariante BMW C 400 GT an die Seite. Eine höhere Scheibe, eine sesselartige Sitzbank und Sozius-Trittbretter versprechen mehr (Langstrecken-)Komfort, auch fürs Gepäck gibt es einige zusätzliche Anbaumöglichkeiten. Konnektivität wird groß geschrieben. Der Einzylinder-Motor mit 350 Kubik und 34 PS ist der gleiche wie im X-Modell. Offizieller Preis: 7800 Euro.

BMW S 1000 RR: Die schnellste aus Bayern

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BMW S 1000 2019er Modell
Pfeilschnelle Fahrmaschine: BMW S 1000 RR

Auch wenn Supersport-Maschinen im Verkauf nur noch ein Schattendasein fristen, so sind sie für die Hersteller doch als Technologieträger wichtig. BMWs Renn-Flaggschiff S 1000 RR ist jetzt auf unter 200 KiIo abgemagert, leistet mit 207 PS aber 14 Pferdestärken mehr als bisher – und hat alles technikmögliche eingebaut, um diese Kraft irgendwie (am besten auf der Rennstrecke) aufs Pflaster zu bringen und beherrschbar zu machen. Man mag das absurd finden, allerdings wandert vieles von der Assistenz-Technik später in die "normalen" Maschinen. Preis der 1000er: ab 18.750 Euro.

Ducati Panigale V4 R: Roter Blitz aus Bologna

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Ducati Panigale, 2019er Modell
Auf der Rennstrecke zu Hause: Ducati Panigale V4 R

Noch extremer als die 1000er aus Bayern treibt es die legendäre 1000er aus Bologna – die Ducati Panigale V4 R. Mit 221 PS bei rund 190 Kilo Gewicht ist sie eine auf 500 Exemplare limitierte reinrassige Rennmaschine, die zu Homologationszwecken (Superbike-Rennteilnahme) auch zum Kauf angeboten wird. Der Preis liegt bei knapp 40.000 Euro – und auch wenn das alles keine Werte für Normalsterbliche sind: Schön ist sie unbestritten, die neue Panigale.

Ducati Hypermotard 950: Für Asphalt-Artisten

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Ducati Hypermotard 2019er Modell
Leicht und enorm agil: Ducati Hypermotard 950

Leichter, stärker, wendiger – die neue Ducati Hypermotard 950 liegt da voll im Trend. Eine Diät mit 4 Kilo Gewichtsverlust (jetzt 198 kg) inklusive Krafttraining auf 114 PS (plus vier), dazu viel Technik-Doping (u.a. Kurven-ABS, Quickshifter, Wheelie-Kontrolle): Diese Supermoto mit dem hochdynamischen V-2-Motor ist mit allem ausgestattet, was sportliche Asphalt-Artisten sich wünschen. Ein Motorrad zum entspannten Cruisen und Reisen? Nein, dafür gibt es andere Bikes, siehe folgende Modelle ...

Neue Scrambler-Varianten von Ducati

Ducati hat 2019 auch weitere Ableger der extrem beliebten Scrambler 800-Baureihe im Programm. Zunächst wurde die Ducati Scrambler Icon aufgewertet, jetzt folgen die Varianten Café Racer, Desert Sled und Full Throttle. Besonders auffällig ist die neue Café Racer in markantem Weiß-Blau-Dekor.

Zu den wichtigen Neuerungen gehören ein LCD-Cockpit, eine leichtgängige Hydraulik-Kupplung und vor allem das Kurven-ABS von Bosch, wie es bereits seit Frühjahr 2018 in der großen Ducati Scrambler 1100 Serie ist. In allen neuen Scrambler 800-Ablegern sorgt derselbe 90 Grad-L-V2 wie bisher mit 803 ccm Hubraum und 73 PS Leistung für flotten Vortrieb.

Triumph Scrambler: Gelände klassisch

Motorräder im Classic- und Retro-Look waren auf Intermot und EICMA besonders heftig umlagert. So auch die beiden Triumph-Modelle Scrambler 1200 XC und Scrambler 1200 XE.

Die "großen" Classic-Kraxler der britischen Kultmarke sollen dank Geländefahrwerk und kräftigem 1200er Zweizylinder (90 PS, satte 110 Nm) echte Offroad-Fahrzeuge sein, die natürlich auch auf der Straße eine gute Figur abgeben – und das ohne gewichtstreibende Verkleidung.

Und weil Konnektivität eine immer größere Rolle spielt: Die Triumph-Schwestern blenden Navi-Hinweise, Song-Playlisten oder Anrufe im Display ein. Übrigens: Die XE (ab 14.550 Euro) unterscheidet sich zur etwas günstigeren XC (ab 13.550 Euro) vor allem durch längere Federwege, also noch mehr Geländeaffinität. 

Hier finden Sie einen ausführlichen Fahrbericht zur Triumph Scrambler 1200 XE.

Triumph Speed Twin: Modern Classic von der Insel

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Triumph Speed Twin fahrend
1200er Power im klassischen Gewand: Triumph Speed Twin

Triumph setzt auch auf der Straße die "Modern Classic"-Linie fort und lässt seine 1938er "Speed Twin" als hochmodernes Bike wiederauferstehen. Einige Bestandteile des neuen Roadster-Modells sind bekannt, doch bislang wurden sie nicht miteinander kombiniert: Der 1200er-Twin mit 97 PS und heftigen 112 Nm Drehmoment stammt aus der sportlichen Thruxton R, das Chassis baut auf dem der T120 Bonneville auf. Mit einem Leergewicht von 214 Kilogramm ist die Speed Twin um 10 Kilogramm leichter geworden.

Und weil "Customizing" immer wichtiger wird, haben die Engländer die Speed Twin mit Rücksicht auf mögliche Individualisierung entwickelt: Ab Werk gibt es mehr als 90 Zubehörteile, die nach Belieben bestellt werden können. Praktisches wie Gepäcksysteme für die Reise gibt's natürlich auch. Zu Preisen ab 12.150 Euro steht die Triumph ab Frühjahr 2019 beim Händler.

Hier geht's zum Fahrbericht: Triumph Speed Twin

Kawasaki W 800: Die Retro ist zurück! 

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Kawasaki W800, 2019er Modell
Wieder da: die klassisch-schöne Kawa W 800

2016 wurde sie im Zuge der Euro-4-Vorschriften aussortiert, jetzt kommt sie wieder: die wunderbar auf Retro gestylte Kawasaki W 800. Der viel gerühmte 2-Zylinder-Königswellen-Motor ist natürlich (mit einsteigerkonformen 48 PS) wieder an Bord, das Chassis, die Bremsen und vieles mehr wurden allerdings komplett überarbeitet.

Zwei Versionen sind im Angebot: Die "Café" mit Old-School-Lenkerverkleidung (siehe Bild) und die nackte "Street". Erstere kostet ab 10.945 Euro inkl. Nebenkosten, die Unverkleidete ab 10.145 Euro inkl. Nebenkosten.   

Kawasaki Z 400: Das Einsteiger-Bike

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Kawasaki Z400, 2019er Modell
Aus 300 mach 400: die neue Kawasaki Z 400

Viel beachtet auf der EICMA: die neue Kawasaki Z 400. Als Nachfolgerin der 300er Kawa und aufgebaut auf der Ninja 400 präsentiert sich die Z 400 als sportliches und kompaktes Naked Bike. 45 PS und (vollgetankt) 167 Kilo Gewicht machen sie zum bestens geeigneten Einsteiger-Motorrad, dem auch auf langen Touren nicht so schnell die Puste ausgeht.

Und das zu einem günstigen Preis: Die Z 400 kostet 5895 Euro und ist in mehreren Farbkombinationen zu haben.

Kawasaki Versys 1000: Die Fernweh-Maschine

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Kawasaki Versys, 2019er Modell
Reisen auf die sportliche Art: Versys 1000

Eine Überarbeitung der Reiseenduro Versys 1000 stand dringend an, jetzt ist sie da. Vor allem die extra ausgestattete SE-Version fährt mächtig auf: elektronisches Fahrwerk, Kurvenlicht, Tempomat, Quickshifter. Konnektivitätsfunktionen und höhenverstellbarer Windschild sind eh inzwischen selbstverständlich. Mit 120 PS ist das Fünf-Zentner-Reisegefährt, dem man auch mal gepflegten Schotter zumuten darf, völlig ausreichend bestückt. Preis: ab 13.345 Euro inkl. Nebenkosten.

Kawasaki Ninja H2

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kawasaki-ninja
Von 200 auf 231 PS erstarkt: Kawasaki Ninja H2

Weitere Neuheiten aus dem Hause Kawasaki: der auf  nunmehr 231 PS erstarkte Supersportler Ninja H2 (bisher 200 PS). Er trägt wie die meisten Kawas jetzt einen neuartigen, selbstheilenden Lack (der Kratzer eigenständig korrigieren soll) und bietet umfangreiche Connectivity-Features.

Am anderen Ende von Kawasakis Leistungs-Bandbreite stehen zwei neue Leichtkrafträder: Die nackte Z 125 und die verkleidete Ninja 125. Beide schöpfen die 15 PS-Begrenzung voll aus und sparen gleichzeitig mit einem leichten Gitterrohrrahmen Gewicht. Außerdem setzt Kawasaki besonders auf die Optik seiner Einsteiger-Bikes. Denn das PS-Limit der 125er-Klasse lässt sonst keinen großen Spielraum, um sich von Rivalen abzuheben. 

Benelli 752 S: Rückkehr in die Oberliga 

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Motorrad von Benelli in der Seitenansicht
Ein Wink in Richtung Ducati Monster: Die neue Benelli 752 S

Italiens Traditionsmarke Benelli, seit 2005 in der Hand des chinesischen Zweiradherstellers Qianjiang, macht seit zwei Jahren wieder mit schön gestylten, wertig verarbeiteten, aber preislich sehr günstigen Bikes von sich reden. Im vergangenen Jahr bereits kamen – als Konkurrenz zu den erfolgreichen Ducati-Scrambler-Varianten – die 500er "Leoncino"-Modelle für nicht mal 6000 Euro Neupreis auf den Markt; jetzt nimmt Benelli mit dem sportlichen Naked Bike 752 S die Ducati Monster ins Visier. Als Herz schlägt unter dem Tank allerdings kein V-Motor, sondern ein 77 PS starker, neu entwickelter 750er-Reihenzweizylinder.

Weitere Eckdaten: Gewicht vollgetankt 228 Kilo, 50er Upside-Down-Gabel von Marzocchi, vorne 320er Doppelscheibenanlage mit Vierkolbenzangen. Das alles klingt überzeugend – erst recht, wenn man den Preis von voraussichtlich knapp 7000 Euro bedenkt. Benelli erhofft sich viel von der 750er, weil man damit in den Markt der großen Motorräder zurückkehrt, den die Italiener verließen, als ihre 900er- und 1100er-Dreizylinder-Bikes nicht mehr Euro-4-tauglich waren.

Yamaha Niken: Drei Räder für Erwachsene

Was im Rollersegment schon länger existiert, bietet Yamaha seit 2018 auch für Motorräder an: eine Vorderachse mit zwei Rädern. Sie soll das Bike vor allem in Schräglage sicherer und kontrollierbarer machen. Zwar hat die Yamaha Niken schon einiges an Spott ertragen müssen, doch Yamaha geht unbeirrt seinen Weg: Das 270-Kilo-Dreirad gibt es jetzt auch als Niken GT mit großer Reiseausstattung: hoher Windschild, Koffersatz, Komfortsitzbank, Steckdose, beheizte Griffe. Mit dem 115 PS starken 850er-Dreizylinder ist man auch für die große Fahrt bestens gerüstet. Der Grundpreis: 15.995 Euro.

Royal Enfield: Diese Studie bitte bauen!

Und noch ein Hingucker: Der indische Kult-Hersteller Royal Enfield hat sich im eigenen Hause umgeschaut und die Royal Enfield KX aus den 1930er-Jahren neu aufleben lassen – als bildschönen Bobber mit modernster Technik im klassischen Gewand. Hossack-Vorderradgabel, imitierter Starr-Rahmen am Hinterrad, 838 ccm großer V-Motor, Doppelrohr-Abgasanlage: All dies wirkt überaus stimmig und stilvoll, und auch die kolportierten 90 PS lassen dynamisches Cruisen erwarten.

Doch nichts da: die gezeigte RE Concept KX sei "nur eine Studie", heißt es bei Royal Enfield. Der enorme Zuspruch auf der EICMA (und die vielen liebevollen Details) lassen indes eine Serienfertigung zumindest denkbar erscheinen.

Naked Bike: Indian FTR 1200

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FTR 1200x Racereplicas
Indian FTR 1200

Im ersten Halbjahr 2019 geht die neue Indian FTR 1200 auf Kundenfang. Sie lässt die Historie der großen alten US-Marke wiederaufleben, die seit ihrer Gründung 1901 stets vom Rennsport geprägt war. Das ist auch bei der FTR mit ihrem neu entwickelten, 120 PS starken V2-Kraftwerk im leichten Gitterrohrrahmen der Fall. "Flat Track" heißt die amerikanische Disziplin, in der die Indian schon zwei Jahre in Folge siegreich ist. Diese Erfolge sollen aufs käufliche Power Naked Bike ausstrahlen.

Ab rund 14.690 Euro (plus Nebenkosten) ist die Indian FTR zu haben. Anzusiedeln ist sie irgendwo zwischen Ducati Monster und Ducati Diavel, dürfte aber auch künftigen Harleys dieser sportlich-kraftvollen Motorrad-Gattung Konkurrenz machen. Die Edel-Version Indian FTR 1200 S (ab 15.990 Euro plus NK) zeichnet sich zusätzlich durch ein komplett einstellbares Öhlins-Fahrwerk und ein großes TFT-Display samt Connectivity-Funktionen aus.

Wir sind die Indian FTR 1200 S bereits gefahren!

Puristisch: Horex

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horex-motorrad
Horex hat in Köln seine VR6 Raw enthüllt: 6 Zylinder, 163 PS

Einen wechselhaften Verlauf nimmt seit Jahren die Wiederbelebung der legendären deutschen Motorradmarke Horex, deren Ursprung auf das Jahr 1926 zurückgeht. Direkt aus Landsberg am Lech nach Köln kam die brandneue Horex VR6 RAW in glänzendem oder mattem Schwarz.

Das puristische Modell senkt das Einstiegspreis-Niveau von Horex auf immer noch sehr stolze 35.500 Euro. Der kompakte Sechszylinder-Motor protzt mit satten 163 PS. Die Horex-Baureihen Café Racer und Classic wurden für den Modelljahrgang 2019 ebenfalls überarbeitet.

Rückkehr einer Ikone: Suzuki Katana

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Katana M0
Die Suzuki GSX 1000 S Katana kommt leider erst 2020

Mit der neuen GSX 1000 S Katana feiert eine Design-Ikone Wiederauferstehung. Anfang der 80er Jahre hatten die ersten, für damals extrem futuristischen Katana-Modelle die Motorradwelt in Feinde und Fans gespalten. Zu fortschrittlich war vielen damals das Design, andere dagegen reagierten begeistert.

Nach vielen Prototypen ist nun die Neuauflage der Suzuki Katana serienreif. Sie wird als 150 PS starkes Straßenmotorrad beim Händler stehen – allerdings erst 2020. 108 Nm Drehmoment bei nur 215 kg Gewicht klingen vielversprechend. Wer das messerscharf gezeichnete Bike sieht, kann's jedenfalls kaum erwarten. 

Harley-Davidson LiveWire: Dynamisches Elektrobike

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Harley Davidson Lifewire, 2019er Modell
E-Motor – gekonnt in Szene gesetzt: die neue Harley LiveWire

Der heimliche Star der Mailänder EICMA: Harley-Davidsons Elektromotorrad LiveWire – keine Studie, sondern das annähernd fertige Serienmodell, dass noch im Spätsommer 2019 auf den Markt kommen soll. Zunächst in den USA, im vierten Quartal dann auch in Europa. Bestellungen europäischer Kunden würden ab April angenommen, teilte der Hersteller aus Milwaukee mit.

Optisch ist diese Harley mit herkömmlichen Motorrädern kaum zu vergleichen, sie wirkt gleichwohl sehr dynamisch, modern und muskulös. Prototypen, die 2018 vorgestellt wurden, leisteten 74 PS, wogen 210 Kilo, kamen aber nur gut 80 Kilometer weit. Inzwischen wird die Reichweite im "City-Modus" mit 225 km angegeben; im "Highway-Modus" schrumpft sie auf 140 km, bei forcierter Gangart (der Sprint auf 100 km/h ist in knapp 3,5 Sekunden absolviert) dürften es nochmals weniger sein.

Dank nur häppchenweiser Informationspolitik sickerte ansonsten bislang durch, dass bei der LiveWire sieben Fahrmodi wählbar sein sollen. Außerdem werde sich das Fahrgeräusch – wie auch immer beschaffen – in Abhängigkeit vom Tempo verändern. Verändern wird sich auch der Kontostand beim Kauf einer LiveWire: In den USA werden stolze 29.799 Dollar plus Steuern aufgerufen, der Preis hierzulande beträgt 33.000 Euro. 

Elektro-Café-Racer: Arc Vector

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Motorrad Arc Vector
Elektro-Newcomer: Arc Vector aus England

In der Motorradszene schießen in jüngster Zeit Newcomer mit elektrischer Antriebsagenda fast wie Pilze aus dem Boden. Ein neuer Player ist die englische Firma Arc, die (unter Förderung von Jaguar Land Rover) mit dem Elektro-Bike Vector ein in mehrfacher Weise ungewöhnliches Edel-Motorrad auf den Markt bringen will. Das als Neo-Café-Racer bezeichnete Bike mit futuristischem Design hat hinten eine Bananenschwinge, vorne eine Art Achsschenkellenkung. Der obere Bereich des Motorrads verläuft wie ein einziges Bauteil vom Scheinwerferbereich über den Lenker hinweg bis in das freischwebende Heck, das vermutlich nur einem Fahrer Platz bietet. Natürlich kommt viel Carbon zum Einsatz. 

Besonderen Wert bei der Entwicklung der Vector wurde auf die Verbindung von Fahrer und Bordelektronik gelegt. Unter anderem soll sich das Elektro-Bike durch eine bislang einzigartige Mensch-Maschine-Schnittstellen-Technik auszeichnen. Eine nicht näher spezifizierte Sensorik versetzt das Bike laut Herstellerangaben in die Lage, den Fahrer vor Gefahren zu warnen. Dies soll über Vibrationen in der entsprechend ertüchtigten Motorradkleidung passieren. Darüber hinaus soll ein spezieller Helm den Arc-Piloten via Head-up-Display in besonderer Weise in das Bordsystem der Vector einbinden.

Noch ein paar Hersteller-Daten, die bekannt wurden: 103 kw Leistung, Reichweite bis zu 320 km in der Stadt, rund 200 km über Land, gut drei Sekunden auf 100 km/h, Spitze ca. 200 km/h. Und jetzt noch das Thema Exklusivität: Nur 399 Exemplare sollen gebaut werden, die dann – Achtung! – jeweils rund 103.000 Euro kosten werden. Da ist die Kleidung dann allerdings dabei...

Elektro: Kymco New Like

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Elektroscooter Kymco
Kymco New Like 110 EV

Aus Fernost stammt die Marke Kymco. Seit einigen Jahren legen die Taiwanesen in Sachen Qualität und Innovation immer mehr zu. Nach Connectivity bei den konventionellen Verbrenner-Rollern gilt das jetzt auch fürs Thema Elektro-Mobilität. Besonders interessant: Der Kymco New Like 110 EV mit ausbaubaren Akkus, was das Aufladen erleichtert.

Sie bringen rund 100 km Reichweite bei 45 km/h Topspeed – eine besonders interessante Alternative im Großstadtverkehr, wo mit dem Roller derartige Reichweiten meist mehr als ausreichend sind. Das bordeigene "Noodoe-System" macht es möglich, Wetter- und Tankstelleninfos sowie (im Stand) Whatsapp-Nachrichten und aktuelle Anrufe im Cockpit zu empfangen. Dazu will Kymco Navigation anbieten. Der New Like 110 EV soll ab zweiter Jahreshälfte 2019 in Deutschland lieferbar sein; einen Preis nennt Kymco noch nicht.  

 

Elektro: Vespa Elettrica

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Vespa Elettrica

Ausgerechnet Motorrad-Fahrer pflegen gerne Vorbehalte, wenn es um Elektroantrieb geht. Dabei können E-Bikes und vor allem E-Roller ihre Stärken ausspielen, ohne dass die eingeschränkte Reichweite allzu sehr stört – vor allem in der Stadt. Geringe Strom- und Wartungskosten, dazu der starke Abzug dank vollem Drehmoment ab 1/min. Das bietet ab 2019 auch die neue, rein elektrische Vespa Elettrica.

Der klassisch designte Scooter leistet 4 kW (5,4 PS). 200 Nm Drehmoment sind ein Wahnsinnswert – mehr als die BMW K 1600 Grand America zu bieten hat. Das Tempo ist allerdings wegen der Führerscheinklasse auf 45 km/h begrenzt. 100 km Reichweite aus Liithium-Ionen-Akkus sollten im urbanen Umfeld genug für einen Roller sein. Eine Variante mit Range Extender für 200 km Reichweite folgt. Die Vespa ist bereits im Handel, allerdings nicht zum Schleuderpreisen, siehe folgende Tabelle.

Vespa Elettrica   
Preis: 6400 €
Leistung: 5,4 PS/4 kW 
Drehmoment:  200 Nm ab 1/min 
Reichweite:  100 km 
Stromspeicher:
Lithium-Ionen-Akkus
Tipp Icon

Viel Service und nützliche Infos für Biker

Über 2,6 Millionen Motorrad- und Rollerfahrer in Deutschland vertrauen auf die Leistungen des ADAC. Damit ist der Club die größte Motorradfahrervereinigung der Welt. Neben den Kernleistungen wie Hilfe, Schutz und Rat bietet er viele weitere Informationen rund ums Thema motorisiertes Zweirad. Darüber hinaus organisiert der ADAC zahlreiche Veranstaltungen, auch für Oldtimer-Motorräder.

Weitere Infos und Servicethemen sowie Fahrberichte, Rechtsaspekte und vieles mehr finden Sie auf adac.de/motorrad

Text: Claus Christoph Eicher, Ralf Schütze. Fotos: PR.

Hier finden Sie weitere Motorrad-Fahrberichte.

Kontakt zur Redaktion:  redaktion@adac.de (RMW)