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Hinckley, Großbritannien | 05.08.2019

Triumph Rocket 3: Die Wuchtbrumme

Triumph Rocket 3 fahrend
Das neue Mega-Cruiser-Paar: Triumph Rocket 3 GT (li.) und R (re.)

Neuvorstellung: Die zweite Generation des britischen Power-Cruisers kommt Ende des Jahres auf den deutschen Markt. Dann wird es mit der Rocket 3 GT und der Rocket 3 R gleich zwei Modelle geben.

  • Alles ist üppig: 2,5 Liter Hubraum, 167 PS Leistung, 221 Newtonmeter Drehmoment
  • 325 Kilogramm – immerhin 42 weniger als die Ur-Rocket von 2004
  • Preise voraussichtlich ab 20.000 Euro  

Die Eindrücke der Betrachter reichten von „monumental“ bis „umwerfend“, als Triumph im Jahr 2004 mit der Rocket III einen Power-Cruiser mit bis dahin unvorstellbaren Leistungswerten präsentierte: 2,3 Liter Hubraum hatte der längs eingebaute Dreizylindermotor, 200 Newtonmeter bei 2500 Touren betrug sein maximales Drehmoment. Dass nur 140 PS Spitzenleistung geboten wurden, fiel nicht ins Gewicht. Apropos Gewicht: Das lag damals bei beträchtlichen 367 Kilogramm.

15 Jahre später, Ende des Jahres 2019, wird die zweite Generation der Rocket in gleich zwei Versionen zu den Händlern rollen: Mit nun fast 2,5 Litern Hubraum und „nur“ noch 325 Kilogramm Gewicht. Aber sowohl die Rocket 3 R wie auch die etwas üppiger wirkende Rocket 3 GT stellen auch künftig einen echten Fels in der Brandung dar; Downsizing stand offensichtlich nicht im Lastenheft der Triumph-Entwickler.

Der Motor leistet über 160 PS

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Motor der Triumph Rocket 3
Wuchtig: Der 2,5-Liter-Reihendreizylinder der neuen Rocket

Liest man die technischen Daten der beiden Varianten des neuen Triumph Power-Cruisers, dann folgt ein Superlativ auf den nächsten: Exakt 2458 Kubikzentimeter Hubraum hat der wassergekühlte Reihen-Dreizylinder, er ist der hubraumstärkste je in Serie gebaute Motorrad-Motor. 11 Zentimeter beträgt der Kolben-Durchmesser (so viel wie ein Maßkrug), beachtliche 8,6 Zentimeter der Hub.

Bis zu 7000 Mal pro Minute zündet der Großkolben-Triple das Benzin-Luftgemisch und protzt bei 4000 U/min mit unglaublichen 221 Nm Drehmoment und bei 6000 Touren mit 167 PS Leistung. Natürlich ist jetzt eine Ride-by-Wire-Motorsteuerung mit vier Fahrmodi an Bord.

Dank neuem Kurbelgehäuse, neuer Trockensumpfschmierung sowie neuen Ausgleichswellen ist alleine das Triebwerk 18 Kilogramm leichter geworden als der Vorgänger-Antrieb. Und natürlich zelebriert Triumph dieses Aggregat wieder mit viel sichtbarem Motorblock und einer mächtigen 3-in-3-Auspuffanlage.   

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Neuer Rahmen, viele Assistenten

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Triumph Rocket 3 fahrend
Mehr Kurventauglichkeit beim R-Modell – dank höhergelegter Fußrasten

Die 4,7-Zentimeter-USD-Gabel von Showa ist in Zug- und Druckstufe einstellbar, das mit Ausgleichsbehälter ausgerüstete Mono-Federbein desselben Herstellers sogar in allen Parametern. Die großzügig dimensionierte Dreischeiben-Bremsanlage weist vorne Brembo-Stylema-Bremssättel auf; im Hintergrund verhindert ein Kurven-ABS eventuelle Radblockaden. Darüber hinaus sind sämtliche aktuell verfügbaren Assistenzsysteme montiert: dynamische Traktionskontrolle, Berganfahrhilfe, Tempomat.

Auch LED-Beleuchtung samt Tagfahrlicht, ein Keyless-Startsystem für Zündung und Lenkschloss, ein TFT-Display der zweiten Generation sowie heizbare Lenkergriffe (nur bei der GT) sind Serie. Optional gibt es zudem einen Schaltassistenten, eine integrierte Steuerung für eine GoPro-Kamera sowie ein Bluetooth-Modul für das Display; dann lassen sich damit auch Telefon, Musik und eine Google-Maps-Pfeilnavigation steuern. Die dafür erforderliche App ist kostenlos.

Auch der Rahmen der Triumph Rocket 3 ist vollständig neu: Er besteht nun aus Aluminiumguss, die hintere Schwinge ist als Einarmschwinge ausgeführt. Das Rückgrat der Rocket ist an der Gewichtseinsparung von insgesamt 40 Kilogramm nicht ganz unbeteiligt. Die ebenfalls aus Aluguss gefertigten Räder beider Rocket-Versionen unterscheiden sich nur optisch: Maße und Bereifung (vorne 150/80-17, hinten 240/50-16) sind identisch. Die 20-Speichen-Räder der 3 R sind schwarz lackiert, die mehr tourensportlich ausgelegte 3 GT hat Räder mit gefrästen Speichenkanten. 

Mit Gepäcksystem auf große Tour

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Triumph Rocket 3 stehend
Die GT (links) ist mehr als Tourer gedacht, die R als Power-Roadster 

Klare Unterschiede gibt's bei der Ergonomie beider Modellversionen: Die Rocket 3 R hat eine Lenkstange im flachen Roadster-Stil sowie mittig angebrachte Fußrasten bei 77 Zentimeter Sitzhöhe, während die GT-Variante einen höheren, tourentauglicheren Lenker und weiter vorn platzierte Rasten aufweist. Ihre Sitzfläche liegt zwei Zentimeter niedriger. Bei beiden Versionen sind die Fußrasten an unterschiedlichen Punkten fixierbar, um individuelle Wünsche des Fahrers bedienen zu können.

Zum Preis der Rocket 3 R und der Rocket 3 GT will Triumph noch nichts sagen. Der Korridor wird wohl zwischen 20.000 und 25.000 Euro liegen. Wer dann noch flüssig ist, findet reichlich Möglichkeit zum Geldausgeben: Triumph hat mehr als 50 Zubehörartikel für seine Topmodelle entwickelt. Einige davon sind in einem Kit namens "Highway" zusammengefasst, darunter Gepäckträger, Taschenhalter und sportliche Seitentaschen. Merke: Der Hersteller schätzt die Rocket 3, insbesondere die GT-Version, als durchaus tourentauglich ein.

Einen Fahrbericht reichen wir nach, sobald die Rocket 3 offiziell präsentiert wurde.

Text: Ulf Böhringer/SP-X. Fotos: Triumph. 

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