Suzuki Burgman 400: Testfahrt, Daten, Preis

Der Suzuki Burgmann 400 startete 1999 als stärkest Rollermodell am Markt. Was bietet die neueste Version des "Sofarollers"? Fahrbericht aus MOTORRAD 23/2017.

 

Zoom-In
Motorradfahrer auf Suzuki Bergman 400 fahrend
Viel Stauraum, Sitzkomfort wie im Wohnzimmer: Suzuki Burgman 400

Versucht man, die zeitlichen Abläufe innerhalb der Burgman-Familie zu sortieren, wird es schnell unübersichtlich. Denn zum einen ist der 400er zwar vom Hubraum gesehen der mittlere, geburtstechnisch aber der älteste Vertreter des Burgman-Stammbaums.

Der größte, seines Zeichens ein 650er, kam zeitgleich mit dem kleinsten, einem 125er, erst 2002 auf den deutschen Markt. Damit nicht genug der Verwirrung, denn zum 1998er Debüt war der 400er gar kein 400er, sondern nur ein 250er. Die Herztransplantation erfolgte aber bereits ein (Modell-)Jahr später, also 1999. All dies wird die potenzielle Kundschaft heute, neunzehn – oder doch nur achtzehn? – Jahre später, nur wenig interessieren, doch erst der Blick auf die Historie zeigt, wie stark sich der Roller im Laufe der Zeit einerseits gewandelt hat, andererseits seinen Grundsätzen treu geblieben ist.

Zwar war der erste 400er seinerzeit das größte und stärkste Modell am Markt, doch definierte er das „Schneller, Höher, Weiter“ in „Komfortabler, Geräumiger, Bequemer“ um. Der Burgman inspirierte zum Gattungsbegriff Sofaroller. Die Kunden freilich goutierten das Konzept. Gegen riesige Stauräume unterhalb der ebenso riesigen, hundsbequemen Sitzbank, einer zur jeweiligen Zeit opulenten Ausstattung, sowie eines hervorragenden Wind- und Wetterschutzes, überdurchschnittlicher Fahrdynamik sowie eines elaborierten Fahrkomforts lässt sich auch kaum etwas einwenden. Einerseits.

Überzeugend in Sachen Fahrkomfort und  Stauraum

Andererseits waren die frühen Baujahre derart auf Fahrkomfort getrimmt, dass ein volles Ausnutzen der gebotenen Leistung abseits schnurgerader und topfebener Straßen stets mit heftigem Geschaukel und ebenso heftigem Geschleife verschiedenster Bauteile beim Durcheilen von Kurven verbunden war. Doch im Laufe der in den Jahren erfolgten Modellpflegen und -wechsel wurden die Kritikpunkte konsequent beseitigt und die Stärken manifestiert.

Auch das Design wurde von Mal zu Mal frischer und pfiffiger. Dem aktuellen Stand der Dinge in Sachen Burgman 400 durfte unlängst im hochsommerlichen Turin und Umland auf den Zahn, bzw. die Sitzbank gefühlt werden. Um es gleich vorwegzunehmen: Die touristischen Qualitäten des Burgman sind nach wie vor unbestritten. Fahrer und, wie sich nach einem kurzen Trockentest mit einiger Sicherheit konstatieren lässt, auch Sozius sind äußerst kommod untergebracht. Vorne finden auch Lange locker Platz.

Unterm Fauteuil mit verschiebbarer Rückenstütze für den Vordermann tut sich ein 42 Liter großer, beleuchteter Stauraum auf, mithin Platz genug für einen Integral- sowie einen Jethelm. Vor des Fahrers Füßen, respektive Beinen tun sich zwei verschließbare Fächer für Kleinkram auf, 12 V-Power-Outlet, wie man heute sagt, selbstverständlich inklusive. Der Windschutz hinter der nicht verstellbaren Scheibe ist nach wie vor sehr gut, ein Umstand, der bei den zum Fahrtermin herrschenden Temperaturen von über 30 Grad nur bedingt als Vorteil empfunden wurde. Doch das nächste Tief kommt bestimmt, dann ist der Schutz hochwillkommen.

Mehr Leistung, weniger Verbrauch

Viel Feinarbeit am Antrieb soll für mehr Drehmoment bei niedrigeren Drehzahlen und geringerem Verbrauch als bisher sorgen. Attestiert werden kann, dass der Single sehr kultiviert und kräftig zu Werke geht. Seinen durchaus fahraktiven Meriten steht das aktuelle Fahrwerk in nichts nach. Keine Spur von Schaukelstuhl, jedoch komfortabel pirscht sich der aktuelle AN durchs teils recht grob gepflasterte Turin sowie sein erfreulich kurviges Hinterland. So gesehen braucht man sich keine Sorgen um die weitere Zukunft des immer frischer wirkenden Burgman zu machen. Für 7999 Euro steht er beim Suzuki-Händler.

 

Technische Daten Suzuki Burgman 400 (2018)

Motor              Einzylinder-Viertakt-Motor, zwei obenliegende, kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile, Einspritzung, Lichtmaschine 400 Watt, Batterie 12 V/9 Ah, Variomatik. 

Bohrung x Hub 81,0 x 77,6 mm 
Hubraum 400 cm³ 
Nennleistung 23 kW (31 PS) bei 6300/min 
Max. Drehmoment 36 Nm bei 4800/min 
Fahrwerk Doppelschleifen-Rohrrahmen aus Stahl, Telegabel, Ø 41 mm, Triebsatzschwinge mit Zentralfederbein, direkt angelenkt, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 260 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 210 mm, ABS. 

Alu-Gussräder 3.50 x 15; 4.00 x 13 
Reifen 120/70-15; 150/70-13
Maße & Gewicht Radstand 1580 mm, Lenkkopfwinkel 64,5 Grad, Nachlauf 105 mm, Federweg vorn/hinten 110/100 mm, Sitzhöhe 750 mm, Gewicht vollgetankt 215 kg, Zuladung 195 kg, Tankinhalt 13,5 l
Garantie & Preis

Garantie zwei Jahre 
Farben Grau, Schwarz, Weiß 
Preis 7999 Euro** 
Nebenkosten zirka 220 Euro**

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Fotos: Suzuki.

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