Honda CBR 500 R: Neue Junior-Fireblade

29.4.2019

Honda hat sein Einstiegs-Sportmotorrad CBR 500 R überarbeitetet. Ob sich das Bike gut für Nachwuchsfahrer eignet, klärt der Fahrbericht unserer Test-Redaktion. Plus: Technische Daten, Bilder und Preise.

Honda CBR 500 Seitenansicht fahrend
Kurvenfreudiges Bike für Einsteiger: die neue Honda CBR500R
  • 48 PS aus einem 500 cm3-Zweizylindermotor – passend zum A2-Führerschein
  • Im Vergleich zum Vorgängermodell noch sportlicher und wendiger
  • Solide Technik ohne Schnickschnack zum Preis von gut 7000 Euro 

 

Die Honda Fireblade – vor fast 30 Jahren zur Welt gekommen – ist längst zur Ikone gereift. So wie der Tourendampfer Goldwing braucht auch die Supersportlerin Fireblade das Label "Honda" eigentlich gar nicht mehr, um Erfolg zu haben. Diese Anziehungskraft versucht Honda auf seine beiden kleinvolumigen Sportbikes zu übertragen: Erst wurde die vierzylindrige CBR 650 R in Richtung Fireblade getrimmt, nun ist die zweizylindrige CBR 500 R dran. In der roten Version wirkt sie mit ihren LED-Doppelscheinwerfern und den weiß-blauen Zierstreifen tatsächlich wie die zierlichere Schwester der Fireblade.

Preis der Honda CBR 500 R: 7090 Euro 

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Honda CBR 500 Seitenansicht stehend
In Rot wirkt die 500er wie die kleine Schwester der Fireblade

Beim Fahren wird dann naturgemäß schnell klar, dass die CBR 500 R ein nur optischer Versuch ist, an der Ikone anzudocken. Zu groß ist der Leistungsunterschied von fast 150 PS, zu groß sind auch die technischen Differenzen.

Natürlich darf man nicht vergessen, dass sich auch der Preis markant unterscheidet: Kostet das Original an die 20.000 Euro, reicht fürs Schwesterchen kaum mehr als ein Drittel davon. Und für 7090 Euro kann auch der weltgrößte Zweiradproduzent keine voll einstellbaren Feder- und Dämpfungselemente, keine Leichtmetallschwinge und keine radialen Vierkolben-Bremssättel liefern.

Das Cockpit überzeugt

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Details der Honda CBR 500
Alles gut sortiert: Das Cockpit der CBR 500 R

Natürlich wissen alle potenziellen Kunden um diese Diskrepanz. Aber ein A2-Neuling muss ja erst mal mit der Supersport-Welt warm werden, wenn ihn diese Gattung interessiert. Und dafür ist die Honda CBR 500 R ein lohnendes Objekt.

Die Neuauflage dieses 2013 erstmals präsentierten Modells wurde konsequent sportlicher gemacht: Lenkergriffe runter und weiter vor, Fußrasten ein wenig nach hinten und höher – steigt man auf den lediglich 78,5 Zentimeter hoch montierten Sattel, stellt sich fast auf Anhieb ein "schnelles" Gefühl ein. Wobei die Sitzposition, verglichen mit der auf einer echten Fireblade, immer noch deutlich entspannter ist.

Wie bei der großen Schwester ist im Cockpit alles perfekt angerichtet: Schalter und Hebel wie auch das LCD-Display – jetzt mit Ganganzeige und individuell fixierbarem Schaltblitz – sind auch eine Klasse höher nicht besser.

Der Motor passt zum A2-Führerschein

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Honda CBR 500 Seitenansicht fahrend
Guten Asphalt mag die kleine CBR, schlechten eher nicht 

Muntere 48 PS leistet der Zweizylinder-Halblitermotor der CBR 500 R, passend zum Leistungslimit des A2-Führerscheins. Wer das neu entwickelte, präzise und leichtgängig arbeitende Sechsganggetriebe virtuos zu bedienen weiß, kann auf Land- und Bergstraßen durchaus mit weit kräftigeren Motorrädern mithalten, sofern deren Fahrer nicht permanent jenseits der Führerschein-Verlustgrenze unterwegs sind.

Bei gutem Asphalt gibt's keinerlei Stabilitätsprobleme, bei starken Verwerfungen und harten Kanten muckt die CBR 500 R dann allerdings auf und teilt mit, dass ihr das nicht wirklich behagt. Nimmt der Fahrer etwas Tempo heraus – die Zweischeiben-Bremsanlage ist gut aufs Fahrzeugkonzept abgestimmt – ist sofort wieder alles in Butter. Positiv fallen das gut regelnde ABS und die neu entwickelte Antihopping-Kupplung auf.

Fahrwerk und Ausstattung sind gut

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Honda CBR 500 Seitenansicht stehend
Ein "erwachsenes" Motorrad für gut 7000 Euro: Die Halbliter-CBR

Weder fahrwerkstechnisch noch bei der Ausstattung lässt sich an der Honda CBR 500 R ernsthaft Kritik üben. Natürlich wären eine Blinker-Rückstellautomatik oder eine Fernbedienung für die Bordcomputer-Funktionen schön, aber die Honda-Controller sind diesbezüglich konsequent. Immerhin wurden LED-Licht rundum sowie eine Warnblinkanlage genehmigt. Wirklich darben muss also niemand im Sattel der CBR. Gegen Aufpreis gibt's zudem allerlei nützliches, passgenau gefertigtes Zubehör, vom Topcase samt Innentasche bis zum sportlichen Tankpad.

Technische Daten Honda CBR 500 R

Motor

Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-Reihenmotor, 8 Ventile, DOHC, 471 cm3 Hubraum, 35 kW/48 PS bei 8600 U/min., 43 Nm bei 6500 U/min; Einspritzung, 6 Gänge, Kettenantrieb 

Fahrwerk

Stahl-Brückenrahmen; vorne Telegabel ø 41 mm, 10,8 cm Federweg; Stahl-Zweiarmschwinge, Zentralfederbein, Vorspannung einstellbar, 11,9 cm Federweg; Aluminiumgussräder; schlauchlose Reifen 120/70-17 (vorne) und 160/60-17 (hinten). Einscheibenbremse ø 32 cm vorne, Einscheibenbremse ø 24 cm hinten, Zweikanal-ABS.  

Maße & Gewichte

Radstand 1,41 m, Sitzhöhe 78,5 cm, Gewicht fahrfertig 192 kg, Zuladung 179 kg; Tankinhalt 17,1 Liter

Fahrleistungen & Verbrauch Höchstgeschwindigkeit 176 km/h, Normverbrauch lt. EU4 3,5 l/100 km
Farben

Rot, Weiß, Schwarz

Preis 7090 Euro (inkl. Überführung)

 

 

Text: Ulf Böhringer/SP-X.  Fotos: Honda (5). 

Kontakt zur Redaktion:  redaktion@adac.de