Sicher auf dem Pedelec

3.4.2019

Die Zahl der Pedelecs auf den Straßen nimmt kontinuierlich zu. Über drei Millionen elektrisch unterstütze Fahrräder sind mittlerweile unterwegs. Leider stiegen nicht nur die Zahlen der Räder, sondern auch die der tödlich verunglückten Pedelec-Fahrer. Unfallforscher sehen vor allem die fehlende Erfahrung im Umgang mit den elektrisch unterstützten Rädern als Ursache. Worauf Pedelec-Fahrer im Straßenverkehr achten sollten, haben wir zusammengestellt.  

Mann fährt auf seinem E-Bike
 ©iStock.com/Halfpoint

Der Trend zu Pedelec und e-Bike ist ungebrochen, sodass in Zukunft etwa jedes zweite Fahrrad für Erwachsene elektrisch sein wird. Doch nicht nur ältere Fahrradfahrer steigen um, immer mehr jüngere Menschen greifen etwa für den Transport von Kindern oder größerer Lasten auf die elektrische Unterstützung zurück. 

Aber die höhere Geschwindigkeit und das vergleichsweise höhere Gewicht des Pedelecs werden aufgrund fehlender Erfahrung schnell unterschätzt. Deshalb sollten Sie sich mit dem neuen Gefährt vertraut machen bevor es auf die Straße geht. Fahrübungen in einer ruhigen Umgebung oder ein professionelles Training helfen Ihnen, Beschleunigung, Geschwindigkeit und Handling des Fahrrads einschätzen zu lernen. 

Bremsen will gelernt sein

Mit einem Pedelec sollten Sie besonders vorausschauend fahren. Immerhin sind Sie durch die elektrische Unterstützung häufig schneller unterwegs als mit einem normalen Fahrrad. Nicht nur der ungeübte Fahrer, auch Autofahrer, Fußgänger oder andere Radfahrer unterschätzen oft die höhere Geschwindigkeit und vor allem die starke Beschleunigung von Pedelecs. Daher ist es wichtig, rechtzeitig das Abbiegen anzuzeigen und beim Geradeausfahren den Blickkontakt zu abbiegenden Autofahrern aufzunehmen.

Das Bremsen mit einem Pedelec will ebenfalls gelernt sein: Da ein Pedelec aus einer höheren Geschwindigkeit bremsen muss, greifen die Bremsen häufig stärker. Zu starkes Bremsen kann schnell zu Unfällen führen. Machen Sie sich vor der ersten Fahrt im Stadtgetümmel lieber auf ruhigem Gelände mit dem Bremsverhalten vertraut.

Achtung: Durch die erhöhte Geschwindigkeit verlängert sich auch der Anhalteweg! 

Nicht ohne Fahrradhelm aufs Pedelec

Mit dem Pedelec können Sie Geschwindigkeiten von 25 km/h und mehr erreichen, was bei Zusammenstößen oder Stürzen zu schwerwiegenden Folgen führen kann. Deshalb sollten Pedelec-Fahrer unbedingt einen Helm tragen. Der kann zwar keine Unfälle vermeiden, aber schwere Verletzungen am Kopf verhindern oder abmildern. Mit Fahrradwesten oder zusätzlichen Reflektoren werden Sie nicht nur bei Dunkelheit besser gesehen.

 

Lenker- und Sitzhöhe sowie Sattelposition sollten optimal auf die Körpergröße des Fahrers eingestellt sein. Unterstützung hierbei erhalten Sie beim Fahrradfachhändler oder im Internet.

Der optimale Reifendruck verschafft bestmögliche Bodenhaftung, den Reifen ein län­geres Leben und einen besseren Fahrkomfort. Der richtige Reifendruck ist abhängig vom Gewicht des Fahrers und der Belastung der Reifen im Gelände. Den zulässigen Druckbereich können Sie auf dem Reifen ablesen.

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Kinder und Pedelecs 

Viele Eltern nutzen mittlerweile ein Fahrrad mit elektrischer Unterstützung, um ihre Kinder zu transportieren. Wenn Sie einen Kindersitz oder Kinder-Fahrradanhänger am Pedelec anbringen möchten, sollten Sie sich im Fachhandel erkundigen, ob und wie dieses beim jeweiligen Modell möglich ist. Werden Kinder befördert, sollten diese unbedingt einen geeigneten Helm tragen. Und: Es dürfen nur Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr mitgenommen werden.

Kinder selbst sollten nicht mit einem Pedelec fahren. Sie können Verkehrssituationen schlechter wahrnehmen und einschätzen als Erwachsene. Außerdem sind sie nicht in der Lage, komplexe Mehrfachhandlungen sicher zu meistern. Durch die zusätzliche Motorunterstützung neigen Kinder leicht dazu, ihre Fähigkeiten zu überschätzen.

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