Das Lastenrad – Eine Alternative zum Auto?

5.6.2019

Vor allem in Großstädten sind Lastenräder beliebt. Der Einkauf im Supermarkt lässt sich damit genauso gut nach Hause bringen wie Materialien aus dem Baumarkt. Und auch für den Transport von Kindern ist es geeignet. Für immer mehr Menschen sind Lastenräder deshalb eine umweltfreundliche Alternative zum Auto.

Mann fährt mit rotem Lastenrad
©Shutterstock/Marco Aprile

Das Lastenrad zeichnet sich durch seine stabile Bauart aus und bietet durch An- und Aufbauten Platz zum Transport von Waren, Gegenständen und Kindern. Es ist länger und breiter als ein gewöhnliches Fahrrad und unterscheidet sich auch in der Straßenlage deutlich von seinem klassischen Vetter. Attraktiv ist es vor allem für Menschen, die in der Stadt bewusst auf ein Auto verzichten oder denen die leidige Parkplatzsuche auf die Nerven geht.

Typen

Entschließt man sich zur Anschaffung, muss man zunächst eine grundsätzliche Entscheidung treffen: Zur Auswahl stehen Lastenräder mit zwei oder mit drei Rädern. Das Fahrgefühl und die Lenkung sind dabei je nach Typ unterschiedlich.

Zweirädrige Lastenräder sind schneller und leichter als dreirädrige und man kommt besser an Autoschlangen vorbei. Der Nachteil: Wie bei jedem normalen Fahrrad muss man das Gleichgewicht halten und das Gewicht der Ladung kann das Lenken erschweren.

Dreirädrige Lastenräder haben meist mehr Stauraum und können im Stand und bei niedriger Geschwindigkeit nicht umkippen. Der Nachteil: Sie sind insgesamt langsamer als zweirädrige Lastenräder und man kommt schlechter an Autoschlangen und Engstellen vorbei.

Modelle

Doch welche Modelle gibt es überhaupt? Das A und O bei jeder Kaufentscheidung ist die gute Beratung in einem Fachgeschäft. Auch sollte man ausgiebige Probefahrten unternehmen. Nur so kann man herausfinden, welches Modell wirklich zu einem passt.

Übrigens: Mittlerweile verfügen rund 70 Prozent der verkauften Lastenräder über eine zusätzlichen e-Antrieb. Die Tretunterstützung ist besonders dann sinnvoll, wenn man längere Strecken fährt oder größere Lasten beziehungsweise mehrere Kinder gleichzeitig transportiert.

Preise

Die Preise für Lastenräder variieren stark. Die günstigsten Modelle sind bereits ab 1000 Euro zu haben. Wer hingegen ein hochwertiges Rad mit leistungsstarkem e-Antrieb bevorzugt, ist schnell mal mehrere tausend Euro los.

Rechtliche Aspekte

Rechtlich gelten Lastenräder ohne oder mit Tretunterstützung bis maximal 25 km/h als Fahrräder. Wer mit dem Lastenrad unterwegs ist, hat also die gleichen Rechte und Pflichten wie ein Radfahrer.

Radweg benutzen
Lastenradler müssen bei entsprechender Ausschilderung den Radweg benutzen. Sie dürfen nur dann auf die Fahrbahn ausweichen, wenn es unzumutbar ist, auf dem Radweg zu fahren – zum Beispiel, wenn dieser nicht breit genug ist. Ansonsten droht ein Bußgeld ab 20 Euro.

Fußgänger nicht behindern
Wer das Lastenrad auf dem Gehweg parkt oder dort hält, darf damit keine Fußgänger behindern. In Ladezonen mit eingeschränktem Halteverbot dürfen Lastenradler jedoch wie Kraftfahrzeuge auf der Fahrbahn halten, um zügig schwere Gegenstände auf- und abzuladen. 

Grundsätzlich muss man Ladung und Tiere immer ordnungsgemäß sichern. Schwere Gegenstände sollte man möglichst weit unten in der Transportbox verstauen. Wird über die Höhe der Transportbox hinaus geladen, empfehlen wir, die Ladung mit einem Netz zu sichern.

Transport von Kindern
Wenn in den Transportboxen der Lastenfahrräder geeignete Sitze, möglichst mit Sicherheitsgurten, vorhanden sind, dürfen Kinder dort befördert werden. Auch wenn es kein ausdrückliches Verbot gibt, sollten keine Kinder über 7 Jahre befördert werden, weil die meisten dieser Fahrräder hierfür nicht konstruiert werden bzw. die Sicherheitshinweise des Herstellers beachtet werden.  

Welche Bußgelder Fahrradfahrern generell drohen, erfahren Sie hier.

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