e-Auto laden: Wichtige Fragen und Antworten

16.5.2018

Sie wollen ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid kaufen, wissen aber nicht, wie und wo Sie Ihren Stromer aufladen können? Wir haben zusammengefasst, welche Voraussetzungen notwendig sind, um ein e-Auto zu Hause an den Stecker zu hängen und worauf es beim Laden ankommt, wenn man unterwegs ist. Unsere FAQs beantwortet die wichtigsten Fragen.

Eine Frau lädt ein E-Auto
e-Auto laden: An einigen Ladestationen sogar noch kostenlos möglich. 
Zurück

Elektroauto zu Hause laden

Kann ich in jedem Haus ein e-Auto laden?

Das ist in jedem Einzelfall von einer Elektrofachkraft zu prüfen. Grund dafür ist, dass die Elektroinstallation bestehender Gebäude die zum Zeitpunkt ihrer Errichtung gültigen Vorschriften erfüllen musste. In diesen alten Vorschriften ist aber das lange Laden von Elektroautos mit andauernd hohen Leistungen (noch) nicht berücksichtigt. Daher ist es erforderlich, vorhandene Installationen zum Anschluss von Elektrofahrzeugen von einer eingetragenen Elektrofachkraft hinsichtlich der DIN VDE 0100-722 überprüfen und sie gegebenenfalls dementsprechend ertüchtigen zu lassen. 

Kann ich das e-Auto einfach an meiner Steckdose laden? 

Das Laden an einer haushaltsüblichen Schuko-Steckdose ist mehr als Not-Lademöglichkeit zu sehen, da hier die Ladeleistung begrenzt und damit die Ladedauer lang ist. Schutzkontaktsteckdosen sind nach DIN VDE 0620-1 für den Hausgebrauch und ähnliche Anwendungen ausgelegt und nur für begrenzte Zeiträume mit dem maximalen Bemessungsstrom von 16 Ampere belastbar.

Beim mehrstündigen Laden von Elektrofahrzeugen kann durch Alterungsprozesse der Kontakte, an Klemmstellen in der Zuleitung oder durch unsachgemäße Installation ein erhöhter Widerstand im Stromkreis entstehen. Daraus resultiert in Folge einer unzulässigen Erwärmung – genannt „Hotspot“ – eine erhöhte Brandgefahr. Um dies zu vermeiden, werden die Ladeströme dabei meist auf 6 bzw. 10 Ampere begrenzt. Zu empfehlen ist daher die Installation einer speziellen Ladestation für Elektroautos, eine sogenannte Wall-Box.

Wie lange dauert das Laden?

Das hängt davon ab, wie groß die Batterie ist, wie leer sie ist und mit welcher maximalen Leistung geladen wird. Ein Beispiel: Der Opel Ampera-e hat eine Batteriegröße von 61 kWh. Wenn diese noch halbvoll ist dauert die Vollladung mit 2,3 kW mehr als 13 Stunden, mit 4,6 kW mehr als 6,5 Stunden und mit 50 kW mehr als 36 Minuten. Die maximale Ladeleistung ist aber begrenzt durch die maximal mögliche Ladeleistung des e-Autos und die der Elektroinstallation. 

Gemäß der meisten in Deutschland gültigen Technischen Anschlussbedingungen (TAB) ist einphasiges Laden bis etwa 4,6 kVA zulässig, in Einzelfällen sind abweichende Festlegungen seitens der Verteilnetzbetreiber möglich. Bei höheren Ladeleistungen muss dreiphasiges AC-Laden oder DC-Laden verwendet werden. Für Ladeinfrastruktur mit Leistungen unter 12 kW besteht keine Anzeigepflicht gegenüber dem Netzbetreiber. Bei Ladestationen mit einer Leistung über 12 kW ist gemäß TAB auch bei nachträglicher Errichtung ein ergänzender Inbetriebnahmeantrag erforderlich. 

Situation als Mieter oder in einer Wohnungseigentümergemeinschaft

Der Installation einer rel="noopener noreferrer" Ladesäule an einem privaten Stellplatz in einer Mietgarage muss der Vermieter bzw. die Wohneigentümergemeinschaft zustimmen. Diese sind also die ersten Ansprechpartner. Außerdem sollte man sich mit dem Netzbetreiber in Verbindung setzen, der einen angemessenen Hausanschlusses ermöglichen muss.

Gibt es Komplettangebote von Stromanbietern oder Autoherstellern?

Das Angebot an geeigneten Ladestationen ist vielfältig. Häufig bieten die Fahrzeughersteller über Kooperationspartner und auch die regionalen Energieversorgungsunternehmen Ladestationen an, zum Teil sogar mit Installation. Dabei ist aber zu empfehlen, eine Ladestation auszuwählen, die sowohl einphasig als auch dreiphasig laden kann und damit universell einsetzbar ist. 

Alternativ sollte auch bei örtlichen Elektroinstallationsbetrieben angefragt werden. Zu empfehlen ist aber immer, alles aus einer Hand zu beziehen, damit alle relevanten Anforderungen und Vorgaben eingehalten werden.

Fahrzeug mittels Photovoltaikanlage und Energiespeicher zu laden?

Prinzipiell ist es möglich, ein e-Auto mit einer PV-Anlage zu laden. Aufgrund der beschränkten Leistung einer PV-Anlage und der Volatilität des „Sonnenstroms“, macht das aber nur in Ergänzung zur Netzladung Sinn. Die Größe üblicher Stromspeicher bei PV-Anlagen ist für den Hausbedarf ausgelegt und damit zu klein, um ein e-Auto laden zu können. Überschussstrom der PV-Anlage kann aber in ein e-Auto geladen werden, wenn es angesteckt und nicht unterwegs ist. 

Wie kann ich mich gegen unbefugtes Nutzen schützen?

Es gibt verschiedene Varianten von Ladesäulen, die Sie mittels einer eigenen Tankkarte oder einem Schlüssel freischalten müssen, um sich so gegen unbefugte Nutzung absichern zu können.

Wie viel Platz brauche ich für eine Ladesäule?

Moderne Ladeeinrichtungen sind kompakt und können problemlos an der Wand befestigt werden, weshalb sie auch „Wallbox“ benannt werden.

Was kostet eine Ladesäule?

Je nach Ausstattung und Ladeleistung müssen Sie mit etwa 600 bis 2500 Euro zuzüglich Elektoinstallation und Montage rechnen. 

e-Auto-Förderung: Lesen Sie hier, wo Sie für die Planung und den Einbau von Stromanschlüssen Geld erhalten.

Zurück

Elektroauto unterwegs laden

Wo finde ich die nächste öffentliche Ladesäule?

Auf ADAC Maps können Sie sich Ladesäulen entlang Ihrer Route anzeigen lassen. Auch die integrierten Navigationssysteme der e-Autos können Sie meist zu einer Ladestation lotsen. Tipp: Schauen Sie in der App Ihres Ladekartenbetreibers nach, wo Sie mit Ihrer Ladekarte Strom „tanken“ können.

Wie viele Ladesäulen gibt es?

Im dritten Quartal des Jahres 2018 gab es in Deutschland rund 10.300 Ladestationen für Elektroautos sowie mehr als 30.000 Anschlüsse. (Stand: August 2018) Europaweit war das dichteste Netz an Ladestationen je Einwohner in Norwegen zu finden. 2.254 Ladestationen mit 10.508 Ladepunkten sorgen dort für eine Anschlussdichte von knapp 200 pro 100.000 Einwohner. (Stand: Februar 2018)

Wie schalte ich eine Ladesäule frei, um mein Fahrzeug zu laden?

Für die meisten Ladesäulen im öffentlichen Bereich benötigen Sie eine Ladekarte des Betreibers oder die eines Unternehmens, welches mit dem Betreiber der Ladesäule kooperiert, einem sogenannten Roaming-Anbieter. Auch eine Authentifizierung mittels App oder SMS ist teilweise möglich. Die Ladesäulenverordnung und die Förderrichtlinie zur Errichtung von Ladeinfrastruktur fordern für neu aufgestellte Ladesäulen eine vertragsfreie Direktbezahlmöglichkeit mittels Bargeld, EC-, Kreditkarte oder App, sodass sich das Problem der vielen verschiedenen Ladekarten mit der Zeit erledigen wird. 

Welche Ladekarten gibt es? 

Es gibt Ladekarten von den einzelnen Betreibern und auch von Roaming-Partnern, die viele Betreiberangebote zusammenfassen. 

Was ist Roaming und wie funktioniert es?

Anfangs haben die Ladesäulenbetreiber nur ihre eigenen Karten zugelassen. Inzwischen gibt es sogenannte Roaming-Angebote, die es ermöglichen, mit einer Ladekarte an Säulen verschiedener Betreiber Strom zu tanken und abzurechnen. Umfangreiche Angebote finden Sie beispielsweise bei den Anbietern NewMotion, PlugSurfing und Ladenetz.

Was kostet ein Ladevorgang?

Die Betreiber der Ladesäulen legen den Preis nach getankten Kilowattstunden oder nach der Dauer des Ladevorgangs fest. Es können Roaming und/oder Startgebühren anfallen. Manche Ladesäulen geben Strom derzeit sogar noch gratis ab. 

Wie bezahle ich an Ladestationen?

Die Bezahlung erfolgt bis dato meistens über eine Ladekarte. Anhand derer erkennt die Säule den Kartenanbieter und übermittelt die Kosten der Ladung dem Ladekartenanbieter, der dann mit Ihnen abrechnet. Die Ladesäulenverordnung und die Förderrichtlinie zur Errichtung von Ladeinfrastruktur fordern aber für neu aufgestellte Ladesäulen eine Direktbezahlmöglichkeit mittels Bargeld, EC-, Kreditkarte oder App, sodass sich das Problem der vielen verschiedenen Ladekarten mit der Zeit erledigen wird. 

Woran erkenne ich, welcher Steckertyp unterstützt wird? 

Es gibt zwei Arten von Ladung: Die Wechselspannung (AC) und Gleichspannung (DC). Letztere wird zum Schnellladen verwendet, dabei gibt es  zwei Ladestecker gibt es: CCS und CHAdeMO. Auskunft über den Stecker gibt die App oder die Online-Seite des jeweiligen Betreibers.

Wechselspannungs-Ladesäulen haben den genormten Stecker „Typ 2“. Für Fahrzeuge mit "Typ-1-Stecker" am Fahrzeug gibt es Adapter-Ladekabel, die auf der Fahrzeugseite einen "Typ-1-Anschluss" haben und auf der Ladesäulen-Seite einen "Typ-2 Anschluss".

 

Komme ich mit einem Elektroauto durch ganz Deutschland/Europa?

Eine gute Planung ist immer noch notwendig. Eine Garantie für unbegrenzte Lademöglichkeiten gibt es nicht. Auch wenn Ladesäulen entlang der Reiseroute vorhanden sein sollten, bedeutet das nicht, dass sie auch frei und tatsächlich funktionsfähig sind.

Benötige ich ein eigenes Ladekabel?

Ein eigenes Kabel ist in jedem Fall notwendig, da öffentliche Ladesäulen meist kein fest angeschlagenes Kabel haben. Ein zweites wäre ein Komfortgewinn: Eins bleibt in der heimischen Garage, und das zweite ist für unterwegs im Kofferraum.

Was passiert, wenn die Ladesäule das Kabel nicht freigibt?

Falls das passiert, müssen Sie den Betreiber (Nummer an der Ladesäule) anrufen. Meist kann der das Kabel aus der Ferne freigegeben.

Benötige ich ein Smartphone?

Ein Smartphone ist zum Auffinden einer Ladesäule hilfreich, wenn man sich dabei einer App bedienen möchte. Zwingend notwendig ist es aber nicht, wenn man sich vorab informiert.

Kann ich einen Strafzettel bekommen, während ich an der Ladestation parke?

Das ist abhängig von der Beschilderung an der jeweiligen Ladestation. Sie dürfen dort so lang parken, wie angegeben. So gibt es beispielsweise Beschilderungen

  • mit einem bestimmten Zeitraum, in dem e-Fahrzeuge dort parken dürfen, z.B. von 9 bis 18 Uhr
  • mit einer bestimmten Zeitdauer, zum Beispiel maximal vier Stunden lang
  • mit der Einschränkung, dass e-Autos dort nur während des Ladevorgangs parken dürfen

 

Was kann ich tun, wenn eine Ladesäule zwar frei, aber zugeparkt ist? 

In diesem Fall können Sie lediglich die Polizei kontaktieren und ggf. warten, bis das Auto abgeschleppt wird.

Kann ich die Ladestationen auch bei Regen verwenden?

Ja, Regen und Spritzwasser sind bei richtiger Bedienung kein Problem und kein Sicherheitsrisiko. 

Was bedeutet "induktives" Laden?

Induktives Laden bedeutet kontaktlos Laden. Dabei wird Energie mittels hochfrequenter Wechselströme drahtlos übertragen. Damit könnten e-Autos durch Ladeelemente in der Fahrbahn, auf Parkplätzen oder Garagen geladen werden. Allerdings ist diese Option noch nicht serienreif.

Kann ich auch meinen Plug-in-Hybrid an der Ladesäule laden?

Jedes Fahrzeug mit einem passenden Ladestecker kann an einer Ladesäule geladen werden.

Elektromobilität, E-Mobilität, Ladestruktur, ADAC, Innovation, Ladesäule, E-Ladesäule

Diese Elektroautos gibt es auf dem Markt

Unsere Liste zeigt alle auf dem Markt erhältlichen e-Autos deutscher und ausländischer Hersteller.

Übersicht Elektroautos