Nio: Das steckt hinter dem Formel E-Erfolg 

14.12.2018

Nio engagiert sich schon seit der Gründung der Formel E in der Rennserie. Das chinesische Elektroauto-Startup zählt zu den Senkrechtstartern der Branche. Wir stellen das Unternehmen vor

Formel E Auto des Teams Nio fahrend
Nio in der Formel E: am blau-weißen Design zu erkennen
  • Nio wurde 2014 von William Li gegründet
  • Das Unternehmen hält den Nürburgring-Nordschleifen-Rekord für Elektroautos
  • Seit Sommer 2018 ist das erste Serien-Elektroauto in China zu haben

 

Die Formel E ist nicht nur für immer mehr Fahrer sportlich interessant, sie ist auch eine Spielwiese für Unternehmen und Hersteller, die dort neue Technologien und innovative Systeme testen. Viele von ihnen haben Großes vor, sind aber bisher kaum bekannt – so wie das chinesische Elektroauto-Startup Nio.

Elektroautos mit hoher Reichweite

Zoom-In
Sicht auf den Nio Eve
Futuristisch: Das Konzeptauto Eve fährt elektrisch und autonom

Nio gilt als eine der erfolgreichsten Neugründungen in der Autobranche der vergangenen Jahre. Im November 2014 wurde das Unternehmen vom Milliardär William Li gegründet, ursprünglich hieß die Firma NextEV. Schon zur ersten Saison stieg Nio als Team "China Racing" in die Formel E ein und holte mit Pilot Nelson Piquet jr. auch gleich den ersten Titel.

Anschließend ging Nio zwei Rennserien lang unter dem Gründungsnamen NextEV an den Start, seit 2017 trägt das Team den jetzigen Firmennamen. In der aktuellen fünften Saison sitzen der Brite Oliver Turvey und der Franzose Tom Dillmann am Steuer.

Neben seinem Engagement in der Formel E treibt Nio* vor allem die Entwicklung serienreifer Autos für den chinesischen Markt voran. "Intelligente Premium Elektroautos" will das Unternehmen nach eigenen Angaben anbieten – und so wird vor allem an SUVs gebastelt. Seit Juni 2018 ist der Siebensitzer ES8 im Handel, und schon bald soll das nächste Modell, der etwas kleinere ES6, folgen.

Keine Ladezeit: Nio setzt auf Wechselakkus

Damit die Autos lange Distanzen zurücklegen können, hat Nio eine alte Idee aus der Frühzeit der Elektroauto-Forschung wieder ausgegraben und weiterentwickelt: Den Wechselakku. An festen Stationen können die Kunden das Akkupaket austauschen. Dazu fahren sie das Auto über eine Grube, ein Roboter schraubt dann die leere Batterie heraus und setzt eine volle wieder ein. Rund 20 solcher Stationen gibt es bereits, bis 2020 will Nio 1100 in ganz China bauen.

Im vergangenen Jahr machte Nio zudem mit zwei Prestigeprojekten auf sich aufmerksam und unterstrich, dass es in den kommenden Jahren ein ernstzunehmender Wettbewerber in der Branche werden dürfte. Mit dem Sportwagen ES9 stellten die Chinesen mit 6:45,900 Minuten den Elektro-Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife auf und rühmen sich seither des schnellsten Elektroautos der Welt. Außerdem präsentierte Nio mit dem Concept Car Eve einen funktionsfähigen Prototypen für ein autonomes Luxus-Elektroauto, das Unternehmen spricht von einem "visionären mobilen Zuhause".

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Das Design von Nio kommt aus München

Mit seinen Ideen und Entwicklungen ist Nio steil auf Wachstumskurs. Mittlerweile beschäftigt die chinesische Elektroauto-Schmiede rund 7000 Mitarbeiter an 21 Standorten weltweit. Forschungs-, Entwicklungs-, Design- und Produktionszentren liegen unter anderem in Shanghai, Peking, San José, London und auch in München. In der bayerischen Landeshauptstadt arbeiten etwa 140 Mitarbeiter am Hauptsitz für Design, auch Teile der Entwicklung sind dort angesiedelt.

Seine Autos will Nio vorerst aber nicht in Europa verkaufen. Auf dem dortigen Markt Fuß zu fassen, zählt nach Unternehmensangaben zwar zu den künftigen Zielen, vor 2020 sollen die Pläne aber nicht konkretisiert werden. Etwas weiter sind die Überlegungen für die USA, dort will Nio ab 2020 bereits auf den Straßen präsent sein.

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