Jaguar I-Pace eTrophy: Neue Elektro-Rennserie bei der Formel E

6.12.2018

Am 15. Dezember startet die Jaguar I-Pace eTrophy im Rahmen der Formel E – als weltweit erste Rennserie für rein elektrische Serienfahrzeuge. Für Jaguar Deutschland am Steuer: Die schnelle Französin Célia Martin.

  • Die eTrophy geht mit 20 seriennahen Jaguar I-Pace an den Start
  • Wie im serienmäßigen Performance-SUV leisten zwei E-Motoren 294 kW/400 PS
  • Die um 225 kg abgespeckten Strom-Rennwagen spurten in 4,5 s auf 100 km/h

 

20 gleichwertige Elektro-SUV mit 294 kW/400 PS Leistung rasen um die Wette durch die Straßenschluchten von zehn Weltmetropolen wie Hongkong, Monaco, Berlin und New York: Es gehört kaum Fantasie dazu, um sich davon packenden Motorsport zu versprechen. Jaguar entschied sich, mit dem weltweit ersten Markenpokal mit seriennahen Stromern ins Rahmenprogramm der Formel E 2018/19 einzusteigen. 

Die Jaguar I-Pace sind, wie klassische Touren-Rennwagen, seriennah. Die Elektro-Power katapultiert den Zweitonner in nur 4,5 s auf 100 km/h. Anders als beim käuflichen I-Pace sorgen in der eTrophy größere Bremsen für mehr Bremskraft. Ein Rennkäfig für Fahrer und Batterien bringt die ein Mehr an Sicherheit. Dazu kommt etwas Spoilerwerk für höheren Anpressdruck. Fertig sind die Boliden für eTrophy, den weltweit ersten Elektro-Markenpokal.

Célia Martin: Schnelle Französin am Steuer des I-Pace

Zoom-In
Celia Martin I-Pace Trophy
Auf leisen Sohlen: Célia Martin vor ihrem Jaguar I-Pace 

Im Rahmen von 10 der 13 Formel E-Rennen 2018/19 soll der Elektro-Markenpokal mit den bis zu 20 Jaguar I-Pace zusätzliches Spektakel bringen. Renndauer: 25 Minuten plus eine Runde. Für Jaguar Deutschland im Starterfeld: Die 27-jährige Französin Célia Martin. Auf sich aufmerksam gemacht hat sie als Jaguar-Testpilotin und Fahrerin des Renntaxis auf der Nürburgring Nordschleife – immerhin im stärksten Jag aller Zeiten, dem 600 PS leistenden XE SV Project 8.

Die Pilotin aus Bordeaux ist sich ihrer Rolle als Rennserien-Neuling bewusst, sie will diese Chance unbedingt nutzen: "Ich bin ein ehrgeiziger Mensch und möchte beweisen, dass ich als Rookie das Potenzial habe, in der Spitzengruppe mitzufahren. Die I-Pace eTrophy ist eine völlig neue Serie. Es fasziniert mich, daran mitzuarbeiten."

James Barclay, langjähriger Chef des Jaguar Formel E-Teams und maßgeblich am Aufbau der völlig neuen Elektro-Rennserie beteiligt, glaubt fest an sehr spannende Auseinandersetzungen: "Die 20 Jaguar I-Pace eTrophy-Boliden sind zwar gezielt modifiziert, aber praktisch identisch. Und das erstmals mit batterieelektrischen Autos und völlig neuem Reglement. Das wird sicher eine großartige Saison."

FIA Formel E 2018/19

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Unterschiede zwischen Renn- und Serienwagen

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Bremsen I-Pace Trophy
Extra große Scheiben sorgen für mehr Bremskraft 

Ein besonderer Reiz der eTrophy liegt darin, dass die Rennwagen an entscheidenden Stellen dem Serien-I-Pace entsprechen – unter anderem beim 294 kW/400 PS starken Motor und dem Konverter. Modifizieren musste Jaguar die Autos vor allem in Sachen Sicherheit: Mit einem Käfig für den Fahrer und die Batterien. Besonders wurden die Bremsen optimiert: Riesige Scheiben – vorne 395, hinten 355 mm groß – bringen vehemente Verzögerung. James Barclay: "Der I-Pace ist eine fantastische Basis für ein Rennauto. Dank Allradantrieb und entsprechend guter Traktion geht er zum Beispiel sehr gut aus den Kurven heraus."

Pilotin Célia Martin ist beeindruckt: "Die ersten Testfahrten in Silverstone haben das große Potenzial des Autos aufgezeigt. Ein echtes Rennfahrzeug, das den Benzinern in puncto Leistung in nichts nachsteht." Trotz schwererer Batterien ist die Rennversion im Vergleich zur Serie um 225 kg leichter. Hochwertige Dämpfer und Federn steuern die Spezialisten Öhlins und Eibach bei. Dadurch wird der I-Pace eTrophy um 225 Prozent härter an der Vorderachse und somit stabiler vor allem im Grenzbereich.

 

Jaguar-I-Pace-eTrophy-Rennkalender

Datum Stadt Land
15. Dezember 2018 Riad                     Saudi-Arabien
6. Februar 2019 Mexico-City Mexiko
10. März 2019 Hongkong China
23. März 2019 Sanya China
13. April 2019  Rom Italien
27. April 2019 Paris Frankreich
11. Mai 2019 Monaco Monaco
25. Mai 2019  Berlin  Deutschland
13./14. Juli 2019 New York USA
 

 

Infos zum Serien-I-Pace

Mit dem Performance-SUV I-Pace brachte Jaguar als erster Premium-Großserienhersteller ein Elektroauto auf den Markt – deutlich früher als Audi mit dem e-tron oder Mercedes mit dem EQC. Der Elektro-Jag wirkt wie ein flacherer Bruder des konventionellen SUV Jaguar F-Pace. Doch bei genauerem Hinsehen ermöglicht der Elektroantrieb mit je einem 147 kW starken E-Motor an beiden  Achsen und den dazwischen im Unterboden liegenden Lithium-Ionen-Batterien (90 kWh) eine noch bessere Raumausnutzung – mit kurzer Front und sehr langem Radstand: Fast drei Meter (im Vergleich zu den bereits stolzen 2,87 des F-Pace). 

Auf 4,68 m Länge bietet der britische Strom-Crossover deshalb viel Platz für bis zu fünf Passagiere und Gepäck. Gute Reichweite und die dynamische Performance aus 294 kW/400 PS Leistung machen aus dem Elektro-SUV I-Pace (Preis: ab 77.850 Euro) eine spannende Alternative zu Mittelklasse-Allroundern wie BMW X3, Mercedes GLC oder Porsche Macan. So schlägt sich der I-Pace im ADAC Test

 

Text und Fotos: Ralf Schütze

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