FIA Formel E: Autos, Fahrer, Teams, Rennstrecken

24.6.2019

Seit Dezember 2018 läuft die fünfte Saison der Formel E. Hier finden Sie alle Infos über die elektrischen Rennwagen und Marken, die Fahrer und Teams, die Rennstrecken, Termine und Tickets.

Formel E Auto
Ex-Formel 1-Pilot Sebastien Buemi holte in der Formel E schon den Titel für Renault
  • Die Formel E ist die erste reine Rennserie für Elektroautos, veranstaltet von der FIA
  • Die Boliden sind mit maximal 272 PS und 225 km/h unterwegs
  • Bis zu zwölf Teams sind erlaubt, unter den Fahrern sind viele ehemalige Formel 1 und DTM-Profis

Was ist die Formel E?

Die Formel E wird wie die Formel 1 vom Automobilweltverband FIA ausgetragen und ist die weltweit erste Rennserie rein für Elektroautos. 2014 traten die Wagen zum ersten Mal gegeneinander an. Die Idee: Der Fokus sollte mehr auf dem fahrerischen Können liegen als auf den Rennwagenl. Ursprünglich gingen alle Teams daher mit dem gleichen Auto an den Start.

Mittlerweile haben aber viele namhafte Autokonzerne die Formel E als Technologie-Spielwiese erkannt, auf der sie neue Innovationen testen können. Deshalb wurden die Regeln etwas aufgeweicht, die Teams dürfen ihre Antriebsstränge selbst entwickeln. Davon abgesehen sitzen alle Piloten im gleichen Boliden, für die kommende Saison also in dem von Spark Technologies entworfenen Gen2, liebevoll auch Batmobil genannt.

Alle Teams nutzen die gleichen Reifen und sind sie mit derselben Höchstgeschwindigkeit (225 km/h) sowie derselben Maximalleistung von 200 kW (272 PS) im Qualifying-Modus und 180 kW (245 PS) im Renn-Modus unterwegs. Auch die Batterie ist für alle gleich – für die kommende, fünfte Saison stellt McLaren einen Akku mit 52 kWh, der eine wesentliche Neuerung mit sich bringt: Musste beim bisherigen Modell zur Rennmitte das Fahrzeug gewechselt werden, schaffen die Autos jetzt die komplette Renndistanz von 45 Minuten plus einer Runde mit nur einem Akku.

Welche Teams nehmen teil?

Zoom-In
Lotterer bei Formel E Rennen in New York
Techeetah-Piot Andre Lotterer kämpft in New York gegen den Regen

Die Formel E will nach eigenen Angaben Werte wie Nachhaltigkeit, Technologie und technischen Fortschritt fördern und versteht sich als "kompetitives Umfeld", in dem die Autoindustrie die Entwicklung von Elektroautos vorantreiben kann. Das wirkt in Kombination mit der Möglichkeit, ein neues, junges Publikum anzusprechen, auf viele Hersteller verlockend. Im Teilnehmerfeld tummelt sich mittlerweile ein buntes Sammelsurium aus allen möglichen Unternehmen, die in der Elektromobilität mitmischen.

In der kommenden Saison sind folgende elf Teams vertreten: Audi geht gemeinsam mit dem Allgäuer Autotuner Abt an den Start. BMW Motorsport ist frisch beim Andretti-Team eingestiegen, Renault hat sich gerade zurückgezogen – dafür hat die Konzernschwester Nissan übernommen.

Auch Jaguar setzt große Stücke auf die Formel E. Die Briten wagten sich als erster Edel-Hersteller zur Saison 2016/17 aufs Parkett und wählten nach zwölfjähriger Abstinenz im Motorsport damit ausgerechnet die Elektro-Rennserie für den Wiedereinstieg. Jetzt baut Jaguar sein Engagement noch einmal aus: Im Rahmenprogramm der Formel E wird ab der kommenden Saison die Jaguar I-Pace eTrophy ausgefahren.

Mit Mahindra ist auch ein indisches Schwergewicht an Bord, das zwar in Europa noch nicht die größte Bekanntheit genießt, in seiner Heimat aber zu den erfolgreichsten Autoherstellern zählt. Neu ist in der kommenden Saison das deutsche Team HWA, das seine Antriebsstränge zunächst vom Team Venturi bezieht.

In der nächsten Saison will dann Mercedes einsteigen, nachdem sich die Schwaben zum Ende der abgelaufenen Saison aus der DTM verabschiedet haben. "Die Formel E ist mit einem spannenden Start-up-Unternehmen vergleichbar: Sie bietet ein brandneues Format, das Rennen mit einem starken Eventcharakter kombiniert, um aktuelle und zukünftige Technologien zu bewerben", erklärt Mercedes Motorsportchef Toto Wolff dazu. Die Stuttgarter Konkurrenz Porsche will ebenfalls im kommenden Jahr dazustoßen.

Auch das chinesische Elektroauto-Start-Up Nio und die Virgin-Gruppe des Milliardärs Richard Branson – sonst unter anderem dafür bekannt, Raketen ins All zu schießen – stellen Teams. Ebenso die chinesische Kapitalgesellschaft Chinese Media Capital, die unter dem Namen Techeetah erste Erfahrungen im Motorsport sammelt und sich dazu die Unterstützung des französischen Autobauers DS gesichert hat, der amerikanische Rennstall Dragon Racing, der vor der Formel E beim IndyCar seine Runden drehte, und der monegassische Autozulieferer Venturi, unterstützt unter anderem von Hollywood-Star Leonardo DiCaprio.

Formel E: Strecken, Termine, Rennkalender

Die Veranstalter haben es sich zum Ziel gesetzt, dass die Zuschauer nicht zur Formel E kommen, sondern die Fahrer zu den Zuschauern. Außerdem soll sie dort ausgetragen werden, wo die E-Mobilität künftig eine besonders wichtige Rolle spielt, in dicht besiedelten Räumen nämlich. Deshalb stehen für die 13 Saisonrennen fast ausschließlich Stadtkurse im Kalender:


Termin Strecke Ergebnis Fahrer Ergebnis Team
15. Dezember Riad, Saudi-Arabien

1. Antonio Felix da Costa (BMW)
2. Jean-Eric Vergne (DS)
3. Jerome d'Ambrosio (Mahindra)

1. DS Techeetah
2. BMW Andretti
3. Mahindra
12. Januar Marrakesch, Marokko 1. Jerome d'Ambrosio (Mahindra)
2. Robin Frijas (Envision Virgin)
3. Sam Bird (Envision Virgin)

1. Envision Virgin
2. Mahindra
3. DS Techeetah

26. Januar Santiago, Chile

1. Sam Bird (Envision Virgin)
2. Pascal Wehrlein (Mahindra)
3. Daniel Abt (Audi Sport Abt Schaeffler)

1. Envision Virgin
2. Mahindra
3. Abt Schaeffler 
16. Februar Mexiko-Stadt, Mexiko

1. Lucas di Grassi (Audi Sport Abt Schaeffler)
2. Antonio Felix da Costa (BMW Andretti)
3. Edoardo Mortara (Venturi)

1. Abt Schaeffler
2. Mahindra
3. Venturi 
10. März Hongkong, HonGkong

1. Edoardo Mortara (Venturi)
2. Lucas di Grassi (Audi Sport Abt Schaeffler)
3. Robin Frijns (Envision Virgin)

1. Venturi
2. Abt Schaeffler
3. Envision Virgin 
23. März Sanya, China 1. Jean-Eric Vergne (DS Techeetah)
2. Oliver Rowland (Nissan e.dams)
3. Antonio Felix da Costa (BMW i Andretti) 
1. DS Techeetah
2. Nissan e.dams
3. BMW i Andretti
13. April Rom, Italien 1. Mitch Evans (Panasonic Jaguar)
2. André Lotterer (DS Techeetah)
3. Stoffel Vandoorme (HWA Racelab)  
1. Panasonic Jaguar
2. DS Techeetah
3. Nissan e.dams
27. April  Paris, Frankreich 1. Robin Frijns (Envision Virgin)
2. André Lotterer (DS Techeetah)
3. Daniel Abt (Audi Sport Abt Schaeffler) 
1. Abt Schaeffler
2. DS Techeetah
3. Envision Virgin 
11. Mai Monaco 1. Jean-Eric Vergne (DS Techeetah)
2. Oliver Rowland (Nissan e.dams)
3. Felipe Massa (Venturi) 
1. DS Techeetah
2. Nissan e.dams
3. Venturi 
25. Mai Berlin, Deutschland 1. Lucas di Grassi (Audi Sport Abt Schaeffler)
2. Sebastien Buemi (Nissan e.dams)
3. Jean-Eric Vergne (DS Techeetah)
1. Abt Schaeffler
2. Nissan e.dams
3. BMW i Andretti 
22. Juni Bern, Schweiz  1. Jean-Eric Vergne (DS Techeetah)
2. Mitch Evans (Panasonic Jaguar)
3. Sebastien Buemi (Nissan e.dams)
1. DS Techeetah
2. Panasonic Jaguar
3. Nissan e.dams
13./14. Juli  New York, USA    

Bilder: Die Rennwagen der Formel E-Teams

Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für eine größere Darstellung und mehr Informationen.

Wer fährt in der Formel E?

So wie die Formel E immer interessanter für namhafte Autobauer wird, so wird sie es auch für hochklassige Piloten*. Gerade erst hat mit dem Briten Gary Paffett (HWA) der amtierende DTM-Champion in der Elektro-Rennserie angeheuert. Felipe Massa (Venturi) und seine brasilianischen Landsmänner Nelson Piquet jr. (Jaguar) und Lucas di Grassi (Audi) waren früher in der Formel 1 aktiv, ebenso der Franzose Jean-Eric Vergne (Techeetaah), der Belgier Jerome d'Ambrosio (Mahindra) und der Schweizer Sebastien Buemi (Nissan).

Auch der Deutsche Pascal Wehrlein ist dabei. Nachdem er sein Formel 1-Cockpit bei Sauber im vergangenen Jahr verlor, kehrte er erst einmal in die DTM zurück. Damals hatte er noch erklärt, er könne sich noch nicht einmal vorstellen, in der Formel E zu fahren, weil er Lärm, Benzin und Leistung möge. Mittlerweile hat er aber offenbar seine Meinung geändert und startet jetzt für Mahindra.

Außer Wehrlein gehen drei weitere deutsche Piloten an den Start: Der frühere ADAC Formel Masters-Sieger Daniel Abt sitzt im Team seines Vaters Hans-Jürgen als Audi-Werksfahrer hinterm Steuer, der dreifache Le Mans-Sieger Andre Lotterer aus Duisburg fährt für DS Techeetah und Nachwuchstalent Maximilian Günther für Dragon Racing.

Die Fahrer: Alte Bekannte in der Formel E

Viele Formel E-Fahrer kennt man aus anderen Rennserien wie der DTM oder der Formel 1. Einige stellen wir hier im Kurzportrait vor:
Formel E Fahrer D'Ambrosio

Jerome d'Ambrosio

Belgien

Der Belgier konnte im Laufe seiner Karriere schon einige Erfolge feiern. Nach den Anfängen im Kartsport sicherte er sich in seiner ersten Saison in der belgischen Formel Renault 1.6 gleich den Titel. Über die Internationale Formel Master, GP2 und FIA-GT-Meisterschaft landete er 2011 in der Formel 1, wo er erst für Marussia und 2012 für Lotus startete. Auch d'Ambrosio ist Formel E-Pilot der ersten Stunde. Vier Jahre war er Dragon treu, zur neuen Saison sitzt er im Mahindra-Cockpit.

Formel E Fahrer Di Grassi

Lucas di Grassi

Brasilien

2010 fuhr di Grassi für Virgin-Racing in der höchsten Motorsport-Klasse. Davor war der Brasilianer von 2006 bis 2009 recht erfolgreich in der GP2-Rennserie unterwegs, wurde 2007 dort Vizemeister. In die Formel E wurde die Grassi schon früh eingebunden, als Testfahrer war er ab 2012 an der Entwicklung des ersten Renn-Boliden beteiligt. In die erste Saison ging er dann im Cockpit von Audi Sport ABT und holte auch gleich den Auftakt-Sieg in Peking. 2017 gewann er für das Team dann auch den Gesamttitel.

Formel E Fahrer Massa

Felipe Massa

Brasilien

Der nächste große Fisch, der in der Elektrorennserie angebissen hat. Im Mai stellte das Venturi-Team den Brasilianer als neuen Piloten vor. 15 Jahre lang drehte Massa in der Formel 1 seine Runden. 2002 gab er dort für den Sauber-Rennstall sein Debüt, für den er nach einem kurzen Abstecher als Testfahrer zu Ferrari auch 2004 und 2005 an den Start ging. 2006 folgte dann doch der Wechsel als Stammfahrer zu Ferrari. Ab 2014 fuhr Massa noch drei Jahre für Williams. In der vergangenen Saison startete Massa im Stock Car Brasil, im Mai unterschrieb er dann einen Dreijahres-Vertrag bei Venturi.

Formel E Fahrer Piquet

Nelson Piquet jr.

Brasilien

Ein weiterer brasilianischer Ex-Formel 1-Pilot, der in der Formel E fährt. Der 33-Jährige trägt den Rennsport in den Genen, schließlich war Vater Nelson Piquet dreimal Formel 1-Champion. Der Junior saß in den Jahren 2008 und 2009 bei Renault im Formel 1-Cockpit, anschließend ging er für einige Jahre in die USA und feierte einige Erfolge in verschiedenen Rennserien, bevor er schon zur ersten Saison in die Formel E kam. Für China Racing wurde er 2015 auch gleich erster Formel E-Meister. Mittlerweile fährt er für Jaguar.

Formel E Fahrer Vergne

Jean-Éric Vergne

Frankreich

Der Franzose ist amtierender Formel E-Champion. Für sein Team DS Techeetah ist Vergne seit 2016 aktiv, zuvor ging er von 2012 bis 2014 für Toro Rosso an den Start, in der Saison 2014/15 wechselte er zum Andretti-Team in die Formel E und schaffte bei seinem ersten Qualifying in Uruguay gleich auf die Pole Position. In der kommenden Saison fuhr Vergne für Virgin, bevor dann der Wechsel zu seinem aktuellen Team erfolgte.

Formel E Fahrer Abt

Daniel Abt

Deutschland

Der Nachname ist seit vielen Jahren im Rennsport bekannt. Als Partner von Audi hat der Autotuner aus dem Allgäu seit 2004 seine Finger im Spiel in der DTM und seit 2014 auch in der Formel E. Und Daniel Abt, Sohn von Teamchef Hans-Jürgen, schickt sich seit einigen Jahren erfolgreich an, selbst eine feste Größe im Motorsport zu werden. Einen Titel in der ADAC Formel Masters und den zweiten Platz in der GP3 hat er schon geholt, bei Audi ist er seit der ersten Saison in der Formel E dabei.

Formel E Fahrer Günther

Maximilian Günther

Deutschland

Der 21-jährige Oberstdorfer ist der jüngste Pilot im Teilnehmerfeld. Seine Rennsportkarriere begann klassisch im Kart. Er gewann die Südbayerische und die Westdeutsche ADC Kartmeisterschaft sowie die ADAC Kart Masters. Der Weg führte weiter über den Formel BMW Talent Cup, die ADAC Formel Masters, die FIA Formel 3-Europameisterschaft und schließlich in die Formel 2. Im Januar dieses Jahres nahm er im Rookie-Test in Marrakesch erstmals im Formel E-Boliden von Dragon Platz. Der Rennstall nahm ihn anschließend als Test- und Ersatzfahrer unter Vertrag, in der kommenden Saison ist er nun erstmals Stammfahrer.

Formel E Fahrer Lotterer

André Lotterer

Deutschland

Der 37-jährige Duisburger ist bei Techeetah Teamkollege von Jean-Eric Vergne. Anders als der hat er zwar noch keinen Formel E-Titel, Lotterers bisherige Rennkarriere kann sich aber trotzdem sehen lassen: 2006 und 2009 gewann er die Gesamtwertung in der Super GT, 2011 auch die japanische Formula Nippon. Zudem konnte Lotterer gleich dreimal das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewinnen, in den Jahren 2011, 2012 und 2014. In der Formel E ist er seit der vergangenen Saison dabei.

Formel E Fahrer Wehrlein

Pascal Wehrlein

Deutschland

Der DTM-Champion von 2015 fährt jetzt in der Formel E. In der kommenden Saison wird er Nachfolger von Nick Heidfeld bei Mahindra. Der heute 24-Jährige stieg 2013 als bis dahin jüngster Pilot in die DTM ein. Nach seinem Titelgewinn wechselte er 2016 zu Manor in die Formel 1, 2017 ging er dort für Sauber an den Start. In der abgelaufenen Saison folgte die Rückkehr in die DTM. Nachdem er bei Mercedes keinen neuen Vertrag als Werksfahrer bekam, heuerte er bei Mahindra in der Formel E an.

Formel E Fahrer Paffet

Gary Paffett

Großbritannien

Der 37-jährige Brite ist einer der prominentesten Neuzugänge in der Formel E. Nach seinen Anfängen im Kartsport machte er 2002 zum ersten Mal so richtig auf sich aufmerksam: Da gewann er im Team Rosberg den Titel in der deutschen Formel 3. Es folgte der Wechsel in die DTM, die er 2005 gewann. Von 2006 bis 2014 war Paffett Testfahrer für McLaren in der Formel 1. Nach seiner Rückkehr in die DTMM räumte er dort in der abgelaufenen Saison noch einmal den Titel ab, bevor er als amtierender Meister zu HWA in die Formel 1 wechselte.

Formel E Fahrer Buemi

Sebastien Buemi

Schweiz

Auch der 30-jährige Schweizer hat wie viele seiner Formel E-Kollegen bereits Rennerfahrung in der Formel 1. Von 2009 bis 2011 stand er bei Toro Rosso unter Vertrag. 2014 wurde er in der WEC, der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft, Gesamtsieger. Seit der ersten Formel E-Saison ist Buemi für Renault e.dams, jetzt Nissan e.dams, aktiv. 2016 holte er den Titel in der Elektrorennserie.

Tipp Icon

Die Formel E in Berlin

Formel-E-Rennen in Berlin

In Berlin gastieren die Elektro-Boliden bereits seit der ersten Saison. Auch in diesem Jahr wird der einzige E-Prix in Deutschland in der Hauptstadt ausgefahren, und zwar auf dem Tempelhofer Feld. Termin ist der 25. Mai – was zu einer Besonderheit im Rennkalender führen könnte. Da am selben Tag auch das DFB-Pokalfinale der Frauen und der Männer ausgetragen wird, überlegen die Veranstalter, von der üblichen Formel E-Startzeit um 16 Uhr abzuweichen und bereits am frühen Nachmittag zu starten, um Kollisionen bei der TV-Übertragung zu vermeiden. 

Als Ausrichter in der Bundeshauptstadt ist der ADAC Berlin-Brandenburg mit an Bord. Fast 200 Freiwillige werden sich um einen reibungslosen Ablauf kümmern.

Was macht für Zuschauer den Reiz bei der Formel E aus?

Der Sound ist es eher nicht. Wer Motorsport mag und den Lärm dröhnender PS-Schleudern gewöhnt ist, für den ist das Geräusch der Formel E-Wagen gewöhnungsbedürftig. Laut Veranstalter klingt der schrille Ton wie ein Düsenjet beim Start, weniger enthusiastische Zuschauer erinnert er dagegen mehr an ein großes, ferngesteuertes Spielzeugauto.

Aber der verhältnismäßig leise Sound bringt einen großen Vorteil mit sich: Weil dadurch wenig Lärmbelästigung entsteht, können die E-Boliden weltweit in den Stadtbereichen antreten. Das sorgt für attraktive Rennkurse und Nähe zum Publikum, das keine weiten Reisen zu den Strecken auf sich nehmen muss.

Dass die Bedingungen für alle Teams weitgehend gleich sind, bringt Spannung mit sich. Viele technische Bauteile werden von allen Mannschaften verwendet, zudem ist pro Saison für jedes Team eine Kostenobergrenze von 3,5 Millionen US-Dollar (etwas mehr als drei Millionen Euro) festgelegt. Das macht die Teilnahme auch für kleinere Teams bezahlbar. In den ersten vier Rennzeiten gab es vier verschiedene Champions aus vier unterschiedlichen Teams.

 

Die bisherigen Formel E-Champions  
Saison 2014/15 Nelson Piquet jr., Nio
Saison 2015/16 Sebastien Buemi, Renault e.dams
Saison 2016/17 Lucas di Grassi, Audi Sport ABT Schaeffer
Saison 2017/18 Jean-Eric Vergne, DS Techeetaah

 

In der vergangenen Saison konnten die Fans zudem direkt ins Renngeschehen eingreifen. Vor jedem Rennen wurde per Online-Abstimmung ein sogenannter Fanboost verteilt. Die drei Piloten mit den meisten Stimmen durften einmal pro Rennen zusätzlich Energie freischalten.

Ab dieser Saison kommt ein neuer Attack-Mode zum Einsatz. Mehrmals pro Rennen haben die Piloten damit die Möglichkeit, mit der Fahrt durch eine Aktivierungszone die Leistung ihres Autos kurzzeitig auf 225 kW zu steigern. Das soll als zusätzliches strategisches Element die Rennen noch spannender machen.

Text: Fabian Herrmann. Fotos: PR.

Hier finden Sie viele weitere Berichte und Reportagen.

* Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.