BMW in der Formel E: Auftakt nach Maß

14.01.2019

Zur fünften Saison ist mit BMW ein weiterer deutscher Autobauer durch ein Werksteam in der Formel E vertreten. Wir stellen die ehrgeizigen Ziele, die Fahrer und den Elektro-Rennwagen vor.

BMW Formel E mit Fahrern
Der BMW iFE.18 mit den Fahrern Antonio Felix da Costa und Alexander Sims 
  • BMW tritt zum sportlichen Wettkampf gegen den Titelverteidiger Audi an
  • Der Technologietransfer steht im Fokus des Engagements
  • Novum: Renn- und Straßenautos werden in den gleichen Abteilungen entwickelt

 

Nach vier Jahren mehr oder weniger passiver Teilnahme hat sich BMW entschieden, in der Formel E zu starten. Seit 15. Dezember 2018, zur fünften Saison, ist BMW mit zwei Werksautos dabei. Eines davon heimste mal gleich den Sieg beim Auftaktrennen in Diriyya ein, einem Vorort von Riad, Saudi Arabien. Die Saisons zuvor hatten die Münchner nur das Vorausfahrzeug gestellt: in Form des BMW i8, der als Safety-Car auf den Stadtkursen dieser Welt ein paar Runden drehte, wenn es gefragt war. 

Der Zeitpunkt für den Einstieg in die Rennserie ist gut gewählt. Erstmals nämlich schaffen es die Akkus der Elektroboliden, ein ganzes Rennen durchzuhalten. So entgeht BMW dem Spott, Autos zu bauen, die es mit einer Akkuladung nicht ins Ziel schaffen. In der Saison 2018/2019 sind als weitere Werksteams großer Autohersteller lediglich Audi und Jaguar dabei. Audi geht als Titelverteidiger an den Start, Jaguar hat es im erstem Jahr auf einen guten Platz im Mittelfeld geschafft.

Lernen für den BMW i4

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BMW Formel E mit Fahrern
BMW Entwicklungschef Klaus Fröhlich

Die Fahrer von BMW sind der Portugiese Antonio Felix da Costa (27 Jahre) und der Brite Alexander Sims (30). Beide sind seit 2014 bei BMW unter Vertrag und haben das Vertrauen der Motorsportabteilung in München. Dass BMW sich in der Formel E engagiert, hat einen ganz konkreten Grund: Der Autohersteller will möglichst viel lernen für die Entwicklung von Serienautos wie dem BMW i4, dem BMW iNext und für alles, was danach folgt. Ein BMW-Sprecher: "Der Rennsport ermöglicht die Erprobung neuer Materialien, Technologien und Arbeitsweisen unter extremen Bedingungen und ohne Rücksicht auf limitierende Faktoren."

BMW Motorsport-Direktor Jens Marquardt ergänzt: "Wir haben den Serien-Ingenieuren die Order gegeben‚ alle Überlegungen abzulegen, die normalerweise in der Entwicklung dominieren, damit sie ausschließlich an die Performance, die höchste Effizienz und das geringste Gewicht denken." Der Antriebsstrang des Formel-E-Renners entstamme der Vorentwicklung für Serienantriebe, und werde in demselben Prototypenbau produziert wie die nächste Generation der BMW i-Serienantriebe. In dieser Form ist das ein absolutes Novum.

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Akku mit 300 Prozent mehr Energie

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BMW Formel E
Filigrane Aerodynamik, 250 kW Power

Insofern ist der Vergleich zwischen dem Antrieb eines Rennautos und dem Serienantrieb des Elektro-BMW i3 gar nicht so schief, wie man denkt. Allerdings erklärt BMW, dass das Rennauto eine um 100 % höhere Leistung und ein um 100 % höheres Drehmoment als der i3 besitzt. Das Gewicht dagegen sei um 50 % niedriger, die Effizienzverluste des Antriebs ebenfalls 50 % geringer. Die Energiedichte des Akkus sei dagegen um sage und schreibe 300 % größer.

Trotz seiner deutlich höheren Performance und der ständigen Höchstleistung ist der Formel E-Renner von BMW erst nach 45 Minuten platt. Lässt man dagegen den i3 auf der Autobahn mit seinem Maximalspeed von 150 km/h laufen, ist der Spaß nach etwa der Hälfte der Zeit zu Ende.

Technische Daten BMW iFE.18
Länge 5,20 m 
Breite 1,80 m
Höhe 1,05 m
Max. Leistung 250 kW
Dauerleistung 200 kW 
Beschleunigung  0-100 km/h in 2,8 s
Vmax  240 km/h 
Max. Rekuperation 250 kW 
Mindestgewicht (incl. Fahrer und Batterie) 900 kg 


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Text: Wolfgang Rudschies. Fotos: PR.

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