Hoverboards & E-Skateboards: Das gilt im Straßenverkehr

12.3.2019

Hoverboards und E-Skateboards machen besonders Kindern Spaß. Aber sind sie auch erlaubt? ADAC Juristen erklären, wo man mit den Elektro-Boards fahren darf, ob eine Versicherung nötig ist, wer für Schäden bei Unfällen bezahlt und wie es zukünftig weiter geht.

Hoverboard - diese Verkehrsregeln sollten Sie kennen
Cool und angesagt – Hoverboards sind im öffentlichen Verkehr bislang aber tabu
  • Berlin plant eine Ausnahmeverordnung, die die Nutzung von Hoverboards & Co. regeln soll
  • Für während der Fahrt verursachte Schäden bezahlt aktuell die Privathaftpflicht nichts
  • Eigentlich wäre sogar ein Führerschein nötig


Hoverboards und E-Skateboards sind zweirädrige Fahrzeuge ohne Lenkstange. Die Steuerung erfolgt durch Gewichtsverlagerung. Ein Gyroskop, auch Kreiselstabilisator genannt, verhindert, dass die Elektro-Boards während der Fahrt kippen.

Wo dürfen Hoverboards und E-Skateborads fahren?

Sie dürfen bislang nur im „abgegrenzten nichtöffentlichen Verkehr“ bewegt werden – also beispielsweise auf abgetrennten oder abgesperrten Innenhöfen oder der Terrasse. Der Grund: Laut Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) und Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) brauchen Fortbewegungsmittel, die „bauartbedingt“, also ohne eigene körperliche Anstrengung, schneller als 6 km/h fahren können, einen Sitz, einen Lenker, Bremsen, Beleuchtung und einen Spiegel. All das haben Hoverboards nicht, sie sind aber schneller als 6 km/h. Deshalb sind öffentliche Wege und Straßen für sie tabu. Wer gegen diese Regel verstößt, dem drohen eine Geldbuße und 1 Punkt in Flensburg.

Eine geplante Ausnahmeverordnung für Fahrzeuge mit Elektroantrieb aber ohne Stange soll hier neue Regelungen und damit Rechtsklarheit schaffen. Wie diese aussehen sollen, ist bislang offen.

Muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden?

Eigentlich müssten die Elektro-Boards angesichts ihrer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 6 km/h pflichtversichert sein. Eine solche Versicherung wird allerdings nicht angeboten: Die Gefährte dürfen schließlich nicht im öffentlichen Verkehr bewegt werden – da braucht es auch keine Versicherung.

Braucht man für Hoverboards und E-Skateboards einen Führerschein?

Ja. Nur: Der Gesetzgeber kümmerte sich nicht um Hoverboards und Co., als er die aktuellen Fahrzeugklassen festlegte. Daher lässt sich auch nicht sagen, welche konkrete Fahrerlaubnisklasse nötig wäre, um ein Hoverboard legal im öffentlichen Straßenraum zu bewegen. Rein theoretisch könnten die Boards unter die Kraftrad-Klassen AM, A1, A2, A, aber auch unter die Pkw-Klasse B fallen. Die Folge: Wer mit einem Hoverboard auf der Straße fährt, macht sich auch nach § 21 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis) strafbar.

Derzeit plant Berlin daher neben einer neue Verordnung für E-Scooter und Segways (elektrisch angetriebene Fahrzeuge mit Lenk- oder Haltestange) auch eine rechtliche Regelung für Hoverboards & Co. (Fahrzeuge mit Elektroantrieb ohne Stange), die auch diese Frage betreffen wird.

Zahlt die private Haftpflichtversicherung bei Unfällen?

Schäden, die beim Betrieb des Elektro-Boards verursacht werden, sind momentan nicht von der privaten Haftpflichtversicherung erfasst. Sach- oder Personenschäden muss der Fahrer daher aus eigener Tasche bezahlen.