Mercedes Vision EQXX: Dieses E-Auto zeigt, was möglich ist

Der fahrende Mercedes EQXX von oben zu sehen
Der elektrische Mercedes EQXX soll 1000 Kilometer mit einer Batterieladung fahren können ∙ © Mercedes

Mercedes reizt das Thema elektrische Effizienz aus: Der Mercedes Vision EQXX will mit windschnittigem Design Reichweiten-Rekorde einfahren. Mit Miniverbrauch soll das Showfahrzeug bis zu 1000 Kilometer weit kommen. Infos, Daten, Bilder.

  • Mercedes Vision EQXX zeigt, wie effizient künftige E-Autos sein werden

  • 100-kWh-Batterie ist kleiner und leichter als bisher

  • Energieverbrauch von rund 10 kWh/100 km

Mit dem Forschungsfahrzeug Vision EQXX gibt Mercedes einen Ausblick auf seine E-Autos der nächsten Generation. Die extrem windschlüpfige Limousine soll das effizienteste jemals gebaute Auto der Marke sein und eine rekordverdächtige Reichweite von 1000 Kilometern bieten. Dazu kommen weitere Innovationen bei Batteriesystem und Bedienung.

Elektroauto EQXX mit Rekord-Aerodynamik

Das Heck des fahrenden Mercedes EQXX
Das tropfenförmige Heck des Mercedes EQXX sorgt für gute Aerodynamik ∙ © Mercedes

Auffälligste optische Besonderheit des Viertürers ist das abrupt abfallende Heck. Die steile Abrisskante, die man unter anderem von frühen Verbrenner-Rennwagen kennt, soll den Windwiderstand minimieren. Die gleiche Aufgabe kommen der flachen Front, der fließenden Dachlinie und den glatten Seitenwänden zu. Der Luftwiderstandsbeiwert (cW) beträgt lediglich 0,17, was noch einmal eine deutliche Verbesserung gegenüber dem aktuellen Rekordhalter bei den Serienwagen, dem Mercedes EQS (0,20) entspricht.

100-kWh-Batterie: Kleiner und leichter als bisher

Neben der optimierten Aerodynamik und einem ausgeklügelten Thermomanagement trägt eine neuartige Batterie zur vierstelligen Reichweite des EQXX bei. Sie fällt mit knapp 100 kWh Kapazität nicht größer aus als beim EQS und der markenfremden Konkurrenz, soll aber über eine hohe Energiedichte verfügen, besonders leicht (30 Prozent leichter als im EQS) und platzsparend sein. Die Batterie baue so kompakt, dass sie in einen Kleinwagen passen würde, sagt Daimler-Chef Ola Källenius. Und ergänzt: "Wir werden die begehrenswertesten Elektroautos der Welt bauen."

Für zusätzlichen Stromnachschub sorgt ein Solardach, das auf Langstreckenfahrten mit seinen 117 Solarzellen bis zu 25 Kilometer Extra-Reichweite ermöglicht. Das Resultat der Bemühungen um möglichst hohe Effizienz ist ein Verbrauch, von dem heutige E-Autos nur träumen können. Mercedes spricht von "unter 10 kWh auf 100 Kilometer". Das nur 1,8 Tonnen schwere Versuchsfahrzeug soll einen Wirkungsgrad von der Batterie bis zu den Rädern von 95 Prozent haben. Zum Vergleich: Verbrennungsmotoren kommen auf gut 30 Prozent.

900 Volt für schnelles Laden

Die Spannung des Batteriesystems gibt Mercedes mit über 900 Volt an, womit die Schwaben nicht nur die 400 Volt des EQS, sondern auch die 800 Volt von Porsche Taycan und Co. toppen. Der hohe Wert verspricht sehr kurze Ladezeiten, genaue Angaben dazu gibt es aber nicht. Der ebenfalls nicht näher spezifizierte Antrieb kommt hingegen vergleichsweise bescheiden daher, die Limousine begnügt sich mit 150 kW/204 PS.

Riesen-Bildschirm und Avatar im Cockpit

Das Cockpit des Mercedes EQXX
Der Bildschirm im EQXX zieht sich über die gesamte Cockpitbreite ∙ © Mercedes

Der Innenraum ist auffallend puristisch und luftig-leicht gestaltet, bietet als Hingucker einen Bildschirm über die komplette Cockpitbreite. Ähnliches gibt und gab es auch bei anderen Herstellern, die Stuttgarter versprechen aber erstmals ein komplett nahtloses Exemplar. Die Darstellung soll sich spontan an die Bedürfnisse der Insassen anpassen und unter anderem einen virtuellen Avatar bieten, der als Mittler zwischen Mensch und Maschine dient. Bei der Wahl der Interieur-Materialien wurde viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, unter anderem gibt es eine aus Pilzen hergestellte Leder-Alternative sowie Teppiche aus Bambusfaser.

Die Technik des EQXX kommt auch in Serienmodellen

Ein konkretes Serienauto wird aus dem Vision EQXX wohl nicht entstehen, aber zumindest ein fahrfertiges Einzelstück. Erfahrungen bei der Modellierung der Karosserie, der Entwicklung der energiedichten Batterie und dem 900-Volt-System dürften allerdings in kommende Modelle einfließen. Die nächsten Stromer der Marke, die für 2022 erwarteten Crossover EQS SUV und EQE SUV, kommen dafür aber wohl zu früh.

Text: Holger Holzer/SP-X

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