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Der ADAC

Test BMW i3S: Schneller, stärker, schöner

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. ∙ Bild: © BMW

Der BMW i3S soll Image und Auftritt des Münchner Elektroautos aufpolieren. Der ADAC hat die sportliche Version mit mehr PS und besserer Kraftübertragung getestet. Alle Daten, Preise, Testnoten sowie Infos zu Batterie und Reichweite

Er ist unter den Autos so etwas wie der Musterknabe der Öko-Bewegung auf Elektro-Basis. Teuer, nachhaltig und mit eingebautem Heilsversprechen. Jetzt wurde der i3 via Modellpflege ein wenig aufpoliert und das erste S-Modell aufgelegt. Das E-Mobil soll nun Emotionen schüren und den Fahrspaß steigern. Mal sehen, ob das klappt.

Auf dem Papier wirkt das Ganze eher überschaubar. Denn die Leistung der E-Maschine steigt von 170 PS beim weiterhin angebotenen Standardmodell auf 184 PS bei der i3s-Version, das maximale Drehmoment klettert von 250 auf 270 Nm, der Sprint von 0 auf 100 km/h verkürzt sich um vier Zehntel auf 6,9 Sekunden, und das Spitzentempo wird von 150 auf 160 km/h angehoben.

Die Reichweite betrug im ADAC Test magere 205 Kilometer, inzwischen sind i3 und i3S nur noch mit einem 42,2 kWh-Akku erhältlich. Der Hersteller gibt für den i3S als WLTP-Reichweite jetzt 285 km an, praxisnah kommt man laut BMW bis zu 260 km weit. Schlechte Noten gibt es nach wie vor bei der Alltagstauglichkeit, weil weder Dach- noch Anhängelasten erlaubt sind.

Ab Werk lässt sich die neue, größere Lithium-Ionen-Batterie an der Haushaltssteckdose mit 2,4 kW in rund 15 Stunden auf 80 Prozent laden. Optional ist ein Schnelladeanschluss erhältlich, der Gleichstrom bis zu 50 kW verdaut. Damit geht das Laden erheblich schneller: In rund 45 Minuten sind 80 Prozent der Batterie gefüllt.

Bei der Sportversion i3S hat BMW den Drehmomentverlauf so modifiziert, dass er jetzt vor den Toren der Stadt genauso spritzig ist wie in der City. Die Beschleunigung ist enorm, zumindest bis 130 km/h. Auch Überholmanöver auf der Landstraße vergehen wie im Flug. Nach ADAC Messung dauert es gerade einmal 3,5 Sekunden von 60 auf 100 km/h – am Lkw auf der Landstraße ist man dann schnell vorbeigezogen.

Außerdem gibt es einen Sportmodus auf dem Fahrerlebnisschalter, mit dem man zumindest im Kopf eine Stufe heraufschaltet. Und das vermutlich Wichtigste: BMW hat zudem Hand an das Fahrwerk gelegt und die Lenkung neu kalibriert. Und statt der pizzadünnen Reifen von einst gibt es endlich welche, die so breit sind, dass sie ihren Namen verdienen und immerhin zwei Zentimeter mehr Gummi um die 20-Zoll-Felge wickeln. Klein, aber immerhin: vier Zentimeter mehr Spurweite und ein um einen Millimeter abgesenktes Fahrwerk.

Neue LED-Scheinwerfer, neue Farben, neue Materialien

Das sind Dinge, die sich auszahlen. Denn wo man mit dem i3 bislang eher verhalten gefahren ist und – begründet oder nicht – Angst um Traktion und Stabilität hatte, bleibt man jetzt in den Kurven tapfer auf dem Pedal stehen, biegt schwungvoll in Kreisverkehre und andere Kurven.

Von Tuning würde BMW-i-Chef Robert Irlinger zwar nicht sprechen. Doch genau wie Brabus & Co. hat BMW an der Optik gefeilt, den i3 ein bisschen bulliger und breiter gemacht. Dass er innen etwas düsterer gestaltet wurde, ist kein Schaden. So sticht die eigenwillige Materialauswahl mit der Verkleidung aus nachwachsenden Rohstoffen nicht mehr ganz so deutlich ins Auge.

Was sonst noch zu vermelden ist: Für den i3 gibt es jetzt LED-Scheinwerfer, neue Farben und Materialien und eine neue Generation von Infotainment, an der nur noch der antiquierte Bildschirm ohne Touchfunktion von gestern ist.

Fazit der Redaktion

Der BMW i3S hat ein bisschen mehr Dampf, er fährt besser und sieht nicht mehr ganz so schmächtig aus – also tatsächlich ein bisschen kerniger und kräftiger. Das Beste: Ab sofort gibt es i3 und i3S nur noch mit dem größeren 42,2-kWh-Akku. Die Preise: Während der normale i3 jetzt 38.000 € kostet, lässt sich BMW das S im Modell mit 3600 Euro extra bezahlen und verlangt für den i3S stolze 41.600 €.

Lesen Sie hier den ausführlichen Test zum BMW i3s.

Testbericht zum BMW i3s
PDF, 678 KB
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Technische Daten (Herstellerangaben)BMW i3S (aktuelles Modell)
MotorHybrid-Synchronmotor, 135 kW/184 PS, 270 Nm bei 1 U/min
Fahrleistungen6,9 s auf 100 km/h, Spitze 160 km/h
Reichweite WLTP/CO₂270–285 km / 0 g CO₂/km
MaßeL 4,00/B 1,79 /H 1,59 m
Kofferraum260 – 1100 l
Batterie42,2 kWh
PreisBMW i3S: 41.600 € Baureihe BMW i3: ab 38.000 €
ADAC Messwerte (Auszug)
Überholvorgang 60–100 km/h3,5 s
Bremsweg aus 100 km/h36,1 m
Wendekreis10,4 m
Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest18,4 kWh/100 km , 106 g CO₂/km (well-to-wheel)
Innengeräusch bei 130 km/h69,3 dB(A)
Leergewicht / Zuladung1320 / 380 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch205 / 435 / 905 l
ADAC TestergebnisGesamtnote: 2,3
Karosserie/Kofferraum2,9
Innenraum2,4
Komfort3,2
Motor/Antrieb1,1
Fahreigenschaften2,9
Sicherheit2,9
Umwelt/EcoTest1,1

Das hat uns gefallen: Komfortabler und leiser Antrieb. Günstiger Unterhalt. Kleiner Wendekreis. Gute Fahrleistungen.        

Das hat uns nicht gefallen: Kleiner Kofferraum. Unpraktische Fondtüren. Hoher Preis.  

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Text: Thomas Geiger