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Der ADAC

Aston Martin Vantage: James Bonds Neuer

Aston Martin Vantage fahrend auf der Straße
Aston Martin Vantage: Sieht man diese Front im Rückspiegel, sollte man Platz machen ∙ © Aston Martin

Wer an Aston Martin denkt, denkt an den Film-Spion 007. Der hätte seine Freude an dem neuen Supersportwagen aus England: dem Aston Martin Vantage. Testfahrt, Daten, Fakten und Preise

  • Supersportwagen mit 4,0-Liter-V8 und 510 PS

  • Aston Martin Vantage auch als Cabrio zu haben

  • Reinrassiger Racer, kein entspannter Gleiter

Seit 1964 schwört James Bond auf die britische Sportwagenmarke Aston Martin. Und das dürfte auch so bleiben, denn der neue Vantage wäre ein perfekter Dienstwagen, um seine Kontrahenten zu jagen. Der Zweitürer leistet atemberaubende 510 PS und kostet nicht weniger als 154.000 Euro – in der Basisversion.

Ortstermin im Süden Portugals in Portimao auf einer Rennstrecke. Hier machen wir eine erste hautnahe Bekanntschaft mit dem Engländer. Die engen, tief liegenden Sportsitze schmiegen sich um Hüfte und Schulter. Bonds Abendgarderobe würde sofort verknittern.

Vantage mit sehr sportlichem Cockpit

Das unten abgeflachte Sportlenkrad liegt satt in der Hand, der breite Mitteltunnel dient als Armlehne. Cockpit, Sitze und die Seitenverkleidung fühlen sich gut an. Breite Nähte verzieren Himmel, Sitz und Armaturenbrett. Ein paar Knöpfe und Tasten weniger in der Mittelkonsole hätten der Übersichtlichkeit gut getan – aber das ist ja schließlich kein spröder VW Golf. Darüber thront ein 8-Zoll-Bildschirm mit guter Auflösung. Das Infotainment-System stammt von Mercedes.

Weil es in England öfter mal regnen soll, hängt hinten an der Innenseite des Kofferraumdeckels ein Regenschirm. Da hat sich Q mal wieder etwas einfallen lassen. An größere Fenster hat er leider nicht gedacht – durch die kleinen Scheiben leidet die Übersicht.

Tief grollender V8 – zurückhaltend ist anders

Ein Tipp auf den Startknopf, und der V8 erwacht: Tiefes Grollen, sattes Blubbern – mehr Liverpooler Fußballhooligan als Geheimagent im feinen Smoking. Vornehme Zurückhaltung klingt jedenfalls anders. Der 4,0-Liter-V8 stammt von Mercedes und arbeitet unter anderem im Mercedes-AMG GT. Auch der Vorgänger des aktuellen Aston Martin DB11 setzte auf das Triebwerk. Für den Vantage wurde es gründlich überarbeitet – alles andere am Auto ist komplett neu.

Kurz mit der langen Schaltwippe hinter dem Lenkrad den ersten Gang einlegen oder die Automatik aktivieren. Ein Druck aufs Gaspedal, und der Vantage setzt sich brabbelnd in Bewegung. Jetzt kann er endlich zeigen, was in ihm steckt. Und das ist eine ganze Menge: Bei Vollgas soll der Brite in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten und maximal 314 km/h erreichen.

Stolze 10,3 Liter Normverbrauch

Und auf 100 Kilometer laut Werksangabe 10,3 Liter verbrauchen – auf der Rennstrecke dürften es noch ein paar Liter mehr sein. Aber sei’s drum. Warum soll sich das Agenten-Gefährt auch in Askese üben, wenn es sein Eigner an der Bar nicht so genau nimmt? Auf der engen Berg- und Talfahrt geht es ohnehin nicht um den Verbrauch, sondern um ein gutes Handling. Die drei Fahrmodi Sport, Sport+ und Track verändern das Ansprechverhalten von Gaspedal, Getriebe und Lenkung. Erstmals setzt Aston Martin ein elektronisches Sperrdifferenzial ein – für ausreichend Traktion. Durch den glatten Unterboden, den Frontspoiler sowie den Diffusor am Heck erreicht der Aston mehr Abtrieb und haftet auf dem Asphalt wie ein Gecko an der Decke.

Statt des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes des AMG GT setzt der Aston auf eine kürzer bauende Achtgang-Automatik von ZF an der Hinterachse – das spart Platz. Luftzufuhr, Motorkennfeld und Auspuffanlage optimierten die Briten ebenfalls, so dass der Vantage heller und kerniger bellt als der tief grollende AMG-Mercedes.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Aston Martin

Auch die Karosserie ist moderner als die des Vorgängers. Viel Alu und Carbon drücken das Gewicht auf 1530 Kilogramm – der Vorgänger DB11 wiegt 260 Kilogramm mehr. Dadurch wedelt der Vantage leicht über die Rennstrecke und lässt sich mit der präzisen Lenkung exakt durch Kurven zirkeln.

Die eigens für den Vantage entwickelten Michelin P Zero in 255/40 vorn und 295/35 hinten auf 20-Zoll-Rädern helfen dabei. 400 Millimeter große Bremsscheiben und Sechs-Kolben-Sattel vorn sowie 360 Millimeter große Scheiben hinten sorgen für eine sichere Verzögerung, optional gibt es welche aus Keramik.

Der Vantage ist ein reinrassiger Racer, kein entspannter Gleiter wie der Vorgänger. Das passt sehr gut auf die Rennstrecke, auf der Landstraße oder in der Stadt wirkt die Abstimmung aber zu hart, Motor- und Auspuffsound sind zu präsent. James Bond hat das zwar bei seinen Verfolgungsjagden bisher nicht gestört – doch normale Kunden würden sich vielleicht ein bisschen mehr Alltagstauglichkeit wünschen.

Daten, Fakten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)Aston Martin Vantage

Motor/Antrieb

Achtzylinder-Turbobenziner, 3982 cm³, 375 kW/510 PS, 685 Nm bei 2000 U/min

Fahrleistungen

3,6 s auf 100 km/h, 314 km/h Spitze

Verbrauch (nach NEFZ)

10,3 l SuperPlus/100 km, 236 g CO₂/km

Maße

L 4,47 / B 1,94 / H 1,27 m

Kofferraum

350 l

Leergewicht / Zuladung

1530 / 470 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

Preis

ab 154.000 €

Text: Fabian Hoberg