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Der ADAC

Alpine A110: So sportlich fährt sich Frankreichs Porsche

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Die Alpine von Renault aus den 60er Jahren hat den Ruf einer Legende. Ob sich die Neuauflage des 252 PS starken Sportwagens im ADAC-Test bewähren kann? Plus: Technische Daten, Preise, Video.

  • Fahrspaß pur: Die Alpine ist klein, leicht und handlich

  • Schon der Basis-Motor bringt es auf 252 PS

  • Spartanische Einrichtung, eingeschränkter Komfort

Wer mit der neuen Alpine unterwegs ist, kann sich sicher sein: Unentdeckt bleibt sie nicht. Viele Beobachter können zwar nicht auf Anhieb einschätzen, was sie da gerade gesehen haben und schauen daher gern ein zweites Mal hin. Eher den älteren Passanten kommt das Auto zumindest irgendwie bekannt vor.

Schließlich ist die Alpine, mit deren Neuauflage wir unsere Testfahrten absolvieren, dem 60er/70er-Jahre-Modell wie aus dem Gesicht geschnitten. Und das war nicht irgendein Auto: Die Alpine gewann 1973 die Rallye-WM und war 40 Jahre lang Frankreichs ganzer Sportwagenstolz – bis 1995 die Lichter im Werk Dieppe ausgingen.

Die Alpine A110 ist eine Sportwagen-Ikone

Renault knipste sie 23 Jahre später wieder an und bietet das neue Modell seit 2018 unter eigener Marke in separaten "Alpine Stores" an. Nur elf Händler gibt es in Deutschland. Das begrenzt die Absatzzahlen zwar, doch die Exklusivität dürfte auch gewollt sein. Schließlich gilt die Alpine A110, die in der Zeit von 1962 bis 1977 nur rund 7500 Mal gebaut wurde, als historisches Vorbild (siehe Ahnengalerie ganz unten).

Anders als im kuschelig engen, nur 3,85 Meter kurzen Vorbild finden in der mit 4,18 Meter etwas längeren Neuauflage auch Personen bis 1,90 Platz. Wer größer ist, bekommt Kniekontakt mit der klotzigen Radiofernbedienung am Lenkrad. Kleinere Fahrer würden sich wiederum eine Sitzhöhenverstellung wünschen, doch im Testwagen waren starre Schalensitze verbaut. Man kann zwar Sitzhöhe und -neigung einstellen, dafür ist aber Werkzeug erforderlich und es stehen jeweils nur drei verschiedene Stufen zur Wahl.

Freilich ist platztechnisch gesehen kein Tanzsaal zu erwarten, die Alpine schmiegt sich ziemlich eng um die Insassen. Klaustrophobisch veranlagt sollte man nicht gerade sein.

Die Karosserie ist aus Aluminium

Dass die beiden Kofferräume vorn und hinten mit insgesamt 196 Litern Fassungsvermögen (ADAC Messwert: 90 vorn und 80 hinten) nicht mehr als einen Bordtrolley und eine kleine Tasche fassen, ist bei einem kleinen Mittelmotor-Sportwagen noch nachvollziehbar. Dass aber Handschuhfach und Ablagen in den Türen fehlen, nicht.

Doch was soll‘s: Ein Sportwagen muss schließlich nicht praktisch sein, sondern in erster Linie Spaß machen. Und hier braucht sich die Alpine vor den Hauptkonkurrenten Alfa 4C (noch puristischer) und Porsche Cayman (komfortabler) nicht verstecken. Durch konsequente Leichtbauweise – die Karosserie besteht komplett aus Aluminium, und sogar die Lautsprecher mussten auf ein Kilo abspecken – bringt die Französin laut unserer Messung nur 1115 Kilo auf die Waage.

Entsprechend agil lässt sie sich bewegen: Die Alpine tänzelt leicht und locker durch schnelle Kurven und wirkt dabei gut ausbalanciert. Die Lenkung arbeitet zwar leichtgängig, aber auch herrlich zielgenau und passt gut zum flinken Charakter der Alpine.

Schon der Basis-Motor leistet 252 PS

Im Testwagen werkelt ein 1,8-Liter-Turbomotor, der es auf 252 PS (S-Version 292 PS) bringt und dem Leichtgewicht zu Top-Fahrleistungen verhilft. Der Motor ist ein echtes Sahnestück, hat bei jeder Drehzahl genügend Power und arbeitet gut mit dem Doppelkupplungsgetriebe zusammen. In 4,5 Sekunden pfeilt die heckgetriebene Alpine auf Tempo 100 – vier Zehntel schneller als ein Porsche Cayman, der zwar 300 PS unter der Haube, aber mehr Gewicht zu schleppen hat.

Untermalt wird das Ganze von einem bassigen Grummeln im niedrigen Drehzahlbereich und einem hellen Sound im oberen, der ein klein bisschen an Ferrari erinnert. Nervig laut wird es dabei aber nicht.

Wird die Sporttaste im Lenkrad gedrückt, hängt der Motor noch bissiger am Gas und der Spaßfaktor wird noch größer. Dass sich die angegebenen 6,1 Liter Super im Schnitt dann nicht mehr annähernd realisieren lassen, dürften Sportwagenenthusiasten wohl oder übel in Kauf nehmen. Im standardisierten ADAC Test kam die Alpine auf einen Verbrauch von 7,1 Liter Super pro 100 Kilometer. Wegen ihrer effektiven Abgasreinigung schaffte die Sportlerin immerhin drei von fünf Sternen im ADAC Ecotest.

Das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe macht seine Sache gut, schaltet schnell und sauber und von manchem VW mit DSG-Getriebe wünscht man sich, dass er sich genauso sanft und ruckelfrei anfahren ließe wie die Alpine.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zur Alpine A110 als PDF herunterladen
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Preis: ab 55.100 Euro

Die Alpine A110 ist kein billiges Auto. Mindestens 55.100 Euro kostet der Einstieg A110 Pure, der Testwagen kommt mit größeren Felgen und Bremsen sowie ein paar Kleinigkeiten auf über 62.000 Euro. Wer wenigstens 65.700 Euro ausgeben kann, bekommt dafür die Sportversion A110 S, deren Motor durch ein bisschen Werkstuning 215 kW (292 PS) leistet. Preislich dazwischen liegt die A110 Légende mit attraktiver Ausstattung ab 59.000 Euro. Und ganz oben rangiert mit stolzen 68.750 Euro die A110 Color Edition 2020.

Alpine A110: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Alpine A110 Pure

Motor

4-Zylinder-Turbobenziner, 1798 cm³, 185 kW/252 PS, 320 Nm bei 2000 U/min

Fahrleistungen

4,5 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze

Maße

L 4,18 / B 1,80 / H 1,25 m

Kofferraum

96 l vorn / 100 l hinten

Preis

ab 55.100 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60-100 km/h

2,6 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,7 m

Wendekreis

11,5 m

Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC Ecotest

7,2 l Super/100 km , 165 g CO2/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

625 km

Innengeräusch bei 130 km/h

70,7 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1115 / 245 kg

Kofferraumvolumen gesamt

170 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Karosserie/Kofferraum

3,8

Innenraum

2,9

Komfort

3,4

Motor/Antrieb

1,3

Fahreigenschaften

2,2

Sicherheit

4,3

Umwelt/Ecotest

3,4

Gesamtnote

3,2

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet
  • Das hat uns gefallen: Hoher Fahrspaß. Kräftiger Motor. Leichtbaukonzept

  • Das hat uns nicht gefallen: Kaum Stauraum. Keine Assistenzsysteme. Nur zwei Airbags.

Lange Tradition: Die Alpine gibt es seit 1955