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München | 20.09.2019

Voll daneben: 6 Dinge, die bei Neuwagen nerven

Das nervt an Neuwagen
Ärger am Steuer: Manche Autos nerven einfach

Autos werden immer besser? Mag sein, aber manchmal sind es Kleinigkeiten, die einem die Freude am neuen Fahrzeug vermiesen. Hier kommen ein paar Beispiele.

Moderne Autos sind mittlerweile rollende Computer und vollgestopft mit Technik. Sie parken von selbst ein, lesen E-Mails vor und sollen bald autonom fahren. Nur: Warum funktionieren dann immer noch manche Basics so schlecht?

1. Keine gute Sicht: Weder nach hinten ...

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Innenraum Nissan
Nissan Micra: Wo ist der Radfahrer? Hinter der dicken C-Säule!

Was haben wir über den VW Golf und seine breite C-Säule geschimpft, die die Sicht nach schräg hinten versperrt. Alleine ist er damit schon lange nicht mehr. So ist etwa auch ein Toyota C-HR oder ein Nissan Micra (siehe Bild) so zugebaut, dass ganze Gruppen von Radfahrern hinter einem Blechberg unsichtbar werden – und beim Abbiegen in Gefahr geraten.

Für ein Stadtauto geht das gar nicht. Also: Bitte wieder mehr Glas als Blech, dann klappt's auch mit der Sicht.

... noch durch die Windschutzscheibe

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Blickfeld beim Volvo durch die Frontscheibe ist stark eingeschränkt
Volvo V60: Eingeschränkte Sicht hinter dem Innenspiegel

Doch auch die Frontscheibe ist oft zugebaut. Unter dem Innenspiegel sitzen mittlerweile mit Technik gespickte Kästen, die zum Beispiel Regensensor oder Kameras für Assistenzsysteme beherbergen. Die mögen hilfreich sein – aber muss man deswegen die halbe Scheibe zupflastern?

Übrigens: Bei diesem Volvo V60 (Bild) versteckt sich hinter dem Technik-Kram eine Ampel.

2. Am falschen Ende gespart

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Beim Citroen benötigt man einen Schlüssel, um tanken zu können
Citroën Berlingo: Tankdeckel nur mit dem Schlüssel zu öffnen

Oft geht es in der Autoindustrie um ein paar Cent, die eingespart werden. Blöd ist nur, wenn das an Stellen passiert, die den Fahrer tagtäglich ärgern. Zum Beispiel müssen Citroën-Berlingo-Fahrer den Tankdeckel immer noch umständlich mit dem Schlüssel öffnen. Das ist "Technik" von gestern. Bei jedem Kleinstwagen ist der Tankverschluss in die Zentralverriegelung integriert.

Beim Ford Fiesta gibt es keine Haltegriffe am Dach mehr und die Hartplastikwüste namens Cockpit fühlt sich bei einem VW T-Cross alles andere als wohnlich an. Muss das sein?

3. Hauptsache hübsch

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Volvo Schlüssel
Auf, zu, Kofferraum: Nur welche Taste war gleich nochmal für was gedacht?

Der "Schlüssel" bei Volvo ist ein echter Handschmeichler: Dessen Oberfläche aus Leder und Metall fühlt sich wirklich gut an. Nur leider haben die Schweden die Tasten im Mini-Format an die Seite gequetscht. Durch ihren silbrigen Glanz sind die Symbole darauf nur mit Adleraugen zu erkennen – und nachts überhaupt nicht.

Wer dann einfach drauf rumdrückt, öffnet den Kofferraum statt die Tür. Das ließe sich doch bestimmt anders lösen.

4. Ein Touch zu viel

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Radio Display beim Golf ist komplett digital
VW Golf: Kein Drehrädchen mehr für die Lautstärke

Touchscreens sind in neuen Modellen ein "Must-Have" – schon bei günstigen Autos wischt sich's wie zu Hause am Tablet. Im Idealfall vereinfachen die Bildschirme die Bedienung und verhindern eine Flut von Knöpfen.

Doch mancher Hersteller übertreibt es und lässt sogar den Laut/Leiser-Knopf fürs Radio weg. Statt nur kurz am Rädchen zu drehen, muss der Fahrer den Blick aufs Display richten und zielgenau auf eine kleine Fläche drücken. Ein Fortschritt ist das nicht. Gebt uns wenigstens diesen einen Knopf zurück!

5. Ganz schön penetrant

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Kundendienstlampe leuchtet hell im Display vom Zoe
"Leuchtendes" Beispiel: Dieser Renault Zoe will dringend zum Kundendienst

Dass der ein oder andere Fahrer genervt aus dem Auto gesprungen wäre, weil es an allen Ecken bei drohender Gefahr piept, blinkt und heult, ist nicht bekannt.

Doch selbst das wäre ohne geräuschvolles Echo nicht möglich: Öffnet man bei französischen Modellen während der Fahrt die Tür – beim Rangieren zum Beispiel –, ertönt eine markerschütternde Sirene, so dass man spätestens dann vor Schreck aus dem Auto fällt.

Auch optisch klappt es ganz gut, den Fahrer in den Wahnsinn zu treiben. So "erinnert" der Renault Zoe mit einer unverschämt grellen Warnleuchte daran, dass der Kundendienst fällig ist. Da fährt man doch ganz flott in die Werkstatt, nur damit einem die Lampe nicht länger ins Gesicht leuchtet. Gern auch schon nach 10.000 Kilometern (Bild)… Ziel erreicht, Renault!

6. Kilometerstand? Nicht so wichtig ...

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Digitale Anzeige im BMW M135i
BMW-Cockpit: Sieht modern aus, aber wo ist der Kilometerstand?

Analoge Skalen für Tacho und Drehzahlmesser kommen aus der Mode – auch hinter dem Lenkrad gibt es oft nur noch ein großes Display. Mit Platz für ganz viele tolle Infos, wie zum Beispiel die G-Kräfte oder das gerade abgerufene Drehmoment. Beim neuen BMW 3er ist das so.

Nur wo ist der Gesamt-Kilometerstand? Der hat keinen Platz mehr und wird nur sichtbar, wenn man sich durch den Bordcomputer quält. Ist es denn so schwer, wenigstens drei Infos dauerhaft anzuzeigen? Wir hätten gern den Kilometerstand, die Uhrzeit und die Außentemperatur. Danke.

Total nervig: Das sagen unsere Leser

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Spiegelung Armaturenbrett Windschutzscheibe Renault Zoe
Renault Zoe: Das Armaturenbrett spiegelt sich in der Scheibe

Auch unsere Leser haben einiges zum Thema beizutragen und uns zahlreiche Mails geschickt! Vielen Dank dafür. Die Erkenntnis: Zu 100 Prozent zufrieden sind wohl die wenigsten Autofahrer mit ihrer Wahl. Irgend etwas gibt es immer, was sich verbessern ließe.

Rolf J. aus Brüggen hat uns sogar ein Bild von seinem Renault Zoe mitgeschickt (siehe rechts). "Bei schräg stehender Sonne, also vor- und nachmittags reflektiert die Armaturenbrett-Abdeckung so stark in der Windschutzscheibe, dass man teilweise nichts mehr sehen kann. Ich halte das für lebensgefährlich." Die ersten Exemplare des Zoe waren sogar noch mit hellem Armaturenbrett zu haben, was den Effekt noch verstärkt hat. Auch Günter W. klagt über eine sich spiegelnde Chromleiste – allerdings beim Peugeot 3008.

Gerhard H. aus München moniert, dass das Navi seines Kia Niro eine wahre Plaudertasche sei und mit viel zu vielen Hinweisen nervt. Und die automatische Türverriegelung sorgt wohl dafür, dass der Fahrer erst per Knopfdruck die Türen entriegeln muss, wenn Mitfahrer im Fond bei laufendem Motor aussteigen wollen.

Harry U. trauert seinem Saab 9000 hinterher, bei dem die Instrumente noch auf den Fahrer zugeschnitten waren. Heute seien Instrumente nur noch schlecht ablesbar. Das Thema haben übrigens viele Leser angesprochen. Der Tenor: Viel zu viel Schnickschnack, alles viel zu unübersichtlich und viel schlechter bedienbar als früher.

Ärgerlich: Bedienung nur noch über Touchscreen

Die Kritik der ADAC Mitglieder betrifft fast alle Marken. Ulrich H. vermisst in seinem Auto einen Knopf zur Regulierung des Gebläses – um das zu tun, muss er sich erst durch Bildschirmmenüs quälen. Und Karl-Heinz K. findet, dass der Touchscreen in seinem Seat Arona viel zu sehr ablenkt. Schon das Wechseln eines Senders sei "alles andere als einfach". Zudem stört ihn das viele Hartplastik im Arona und die weggesparten Haltegriffe im Innenraum.

Gespart hat sich Peugeot beim 2008 auch die beiden Kunststoffschnüre an der Kofferraumabdeckung. Die Folge: Sie muss immer von Hand hoch- und runtergeklappt werden. Ralf P. ist daher "bestimmt 25 Mal wieder ausgestiegen, da die Ablage die Sicht im Rückspiegel behinderte."

Franz P. kann nicht verstehen, warum Audi die Rückfahrkamera nicht verschmutzungssicher anbringt. Schon bei feuchter Fahrbahn verdreckt sie bei seinem A7 so stark, dass man nichts mehr erkennt.

Die Liste ließe sich noch endlos fortsetzen mit Verkehrsdurchsagen, die ihr Eigenleben entwickeln (Mercedes B-Klasse), funzeligen Kofferraumbeleuchtungen "wie in den 50er Jahren" (VW Tiguan) und störend angebrachten Mittelarmlehnen (Škoda Rapid).

Leider können wir nicht alle Zuschriften aufnehmen – das würde den Rahmen sprengen. Sie zeigen aber alle: Es gibt noch viel zu tun für die Entwickler!

Text: Jochen Wieler. Fotos: Shutterstock/Hennadii Tantsiura+Anetlanda [M], ADAC/Wieler (6), BMW AG (1), Rolf J.

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