Rechtliches zur Kfz-Haftpflichtversicherung

19.6.2019

Braucht man eine Kfz-Haftpflichtversicherung, welche Schäden deckt sie ab und wann muss sie nicht bezahlen? Die Clubjuristen informieren.

Illustration Hände beschützen Auto
Foto: iStock.com/jirsak

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist eine gesetzliche Pflichtversicherung. D.h. Sie sind verpflichtet für Ihr Fahrzeug eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Im Schadenfall kann sich der Geschädigte dann direkt an Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung wenden.

 

Welche Schäden zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt, wenn Sie einen Unfall verursachen und einem Dritten ein Personen- bzw. Sachschaden entstanden ist. Sie umfasst dabei alle Schadenfälle, die auf den Betrieb des Fahrzeugs zurückzuführen sind. Diese sog. Betriebsgefahr des Fahrzeugs endet nicht schon mit dem Abstellen des Motors. Auch Be- und Entladevorgänge gehören beispielsweise zum Betrieb eines Kraftfahrzeugs. 

 

Worin besteht der Unterschied zur privaten Haftpflichtversicherung?

Nicht selten besteht Unklarheit darüber, ob man den Versicherungsfall seiner Kfz- oder der privaten Haftpflichtversicherung melden soll. Dies betrifft meist Fälle bei Schäden durch Beladen des Fahrzeugs oder beim Aussteigen aus dem Fahrzeug. 

Die sog. Benzinklausel in der Privathaftpflichtversicherung besagt, dass diejenigen Fälle vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind, die im Zusammenhang mit dem Führen oder Halten eines Kfz oder Anhängers stehen. Diese Fälle sind dann von der Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt. Bei Zweifelsfällen sollten die Schäden zunächst der Privathaftpflichtversicherung gemeldet werden. Sollte diese Ablehnen kann es empfehlenswert sein die  Ablehnung zu überprüfen.

 

Für welche Schäden braucht man die Kaskoversicherung?

Während die Kfz-Haftpflichtversicherung für Schäden Dritter aufkommt, zahlt die Kaskoversicherung Schäden am eigenen Fahrzeug. Sie deckt also beispielsweise bei einem selbst- oder mitverschuldeten Unfall Ihren Schaden ab.

 

Was passiert, wenn ich keine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen habe?

Wenn Sie ohne gültige Kfz-Haftpflichtversicherung fahren, begehen Sie eine Straftat. Gleiches gilt, wenn Sie Halter sind und einen anderen mit dem Fahrzeug fahren lassen.

 

Muss ich den Schaden meiner Versicherung sofort melden?

Nach den Vertragsbedingungen sind Sie regelmäßig verpflichtet den Schaden innerhalb einer Woche zu melden. Wenn Sie den Schaden zu spät mitteilen, kann Sie dies (teilweise) den Versicherungsschutz kosten.

 

Wann muss die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht zahlen?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt immer für den Schaden des anderen auf. Sie kann Sie aber in bestimmten Fällen in Regress nehmen, d.h. das Geld von Ihnen zurückverlangen. In Fällen der Unfallflucht oder eines Unfalles unter Alkoholeinfluss kann die Versicherung daher bis zu 5.000 Euro zurückverlangen. Treffen Alkohol und Unfallflucht zusammen, können sogar bis zu 10.000 Euro verlangt werden.

 

Kann ich die Versicherung abschließen, obwohl mir das Fahrzeug nicht gehört?

Ja. Versicherungsnehmer und Eigentümer des Autos können unterschiedliche Personen sein. Gleiches gilt für den Halter und Fahrer. Die Versicherung muss damit aber nicht einverstanden sein. In den meisten Fällen haben Versicherungen aber keine Einwände gegen solche Konstellationen. Ein Vergleich kann sich also lohnen.

 

Kann ich bei einer Klage des Geschädigten einen eigenen Anwalt einschalten?

Nein, das geht nicht. Es ist gesetzlich geregelt, dass die Kfz-Haftpflichtversicherung allein berechtigt ist den Prozess zu führen und damit auch den Anwalt auszusuchen.

 

Keinen Schaden verursacht, aber meine Versicherung zahlt den Fremdschaden trotzdem. Wie kann das sein?

Das hängt mit der sog. Regulierungsvollmacht der Kfz-Haftpflichtversicherung zusammen. Das bedeutet, dass die Versicherung auch gegen Ihren Willen einen Fremdschaden begleichen kann. Ein Einverständnis Ihrerseits muss die Versicherung nämlich nicht einholen. Freilich wird die Versicherung dies – aus wirtschaftlichen Gründen – nur machen, wenn der Geschädigte den Unfallhergang und seinen Schaden plausibel gemacht hat.
In einem solchen Fall können Sie dann nur gegen die eigene Versicherung vorgehen.

 

Ich bin mit Regulierung der Versicherung nicht einverstanden – was tun?

Sind Sie mit der Regulierung der Versicherung nicht einverstanden, können Sie die Versicherung verklagen. Beachten Sie, dass diese Klage nur bei offensichtlicher Fehlregulierung erfolgreich ist. Eine Klage ist daher nur in Ausnahmefällen erfolggekrönt.

 

FAQs zum Versicherungsvertrag

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