Neuwagen: Was tun bei Lieferverzögerungen?

8.6.2018

Durch die Umstellung auf das WLTP-Messverfahren kommt es laut Medienberichten zu Lieferengpässen bei Neuwagen. Modelle, die noch nicht nach WLTP getestet sind, dürfen ab 1. September nicht mehr zugelassen werden. Wir erklären, welche Rechte Verbraucher bei Lieferverzögerungen haben.

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Warten Sie derzeit auch auf Ihren Neuwagen? Wir sagen Ihnen, was Sie bei Lieferverzögerungen für Rechte haben

In der Regel nennen die Händler ihren Kunden immer nur unverbindliche Liefertermine, die nach den Neuwagenverkaufsbedingungen (NWVB) um sechs Wochen überschritten werden können. Erst nach Ablauf dieser sechs Wochen kann der Kunde den Händler auffordern, das Fahrzeug innerhalb einer angemessenen Nachfrist - üblich sind zwei Wochen - zu liefern. Damit ist der Händler nun offiziell in Verzug.

Sogenannte Verzugskosten, also zum Beispiel Kosten für einen Mietwagen, kann der Käufer nur geltend machen, wenn der Händler mindestens leicht fahrlässig gehandelt hat – er muss also bei der Bestellung durch den Kunden bereits von den Lieferproblemen des Herstellers in Zusammenhang mit dem WLTP-Messverfahren gewusst haben. Problem: Das können Käufer meist nicht beweisen. Tipp: Wer sich in der Zwischenzeit einen Mietwagen nimmt, sollte die Kosten für den Mietwagen so gering wie möglich halten, da unklar ist, ob diese Auslagen (maximal 5 Prozent des Kaufpreises nach den NWVB) im Nachhinein erstattet werden bzw. vor Gericht durchsetzbar sind.

Rücktritt vom Kaufvertrag

Kann der Händler nach Ablauf der Nachfrist immer noch nicht liefern, können Kunden (theoretisch) einen Schadenersatz in Höhe von maximal 25 Prozent des Kaufpreises nach NWVB geltend machen. Auch hier gilt: Der Kunde muss dem Händler Fahrlässigkeit nachweisen können. Immerhin: Nach Ablauf der Nachfrist kann der Kunde vom Vertrag zurücktreten. 

In jedem Fall empfehlenswert: Alle Briefe an den Händler immer per Einschreiben inklusive Rückschein versenden.