Preissturz bei alten Dieseln

27.3.2018

Die Nachfrage nach neuen und gebrauchten Dieselfahrzeugen sinkt, ihr Wertverlust scheint unvermeidlich. Trotzdem sagen Experten: Nichts überstürzen, am besten erst einmal Ruhe bewahren. Was Sie jetzt beachten sollten.

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Die Furcht vor Fahrverboten ist groß

Die Empörung über den Dieselskandal könnte kaum größer sein. "Schuld haben die Hersteller mit ihrer Schummel-Software. Und der Gesetzgeber, der die Differenz zwischen Testbetrieb und Realbetrieb über Jahre hinweg duldete", schimpft ein Motorwelt-Leser. Ein anderer befürchtet: "Jetzt kommen Fahrverbote, die wahrscheinlich nichts bringen."

Das Image des Diesels, wie dessen Restwerte, ist im Keller. Trotzdem spricht alles dafür, Ruhe zu bewahren, die persönliche Situation zu analysieren und nicht überstürzt zu verkaufen. Diesem Dreiklang zu folgen, rät auch ADAC Technikchef Reinhard Kolke. Denn wann und in welchem Umfang Fahrverbote kommen und wer am Ende wirklich davon betroffen sein wird, ist noch weitgehend unklar.

Wenn überhaupt, werden es nur ­wenige Städte sein, die ein Fahrverbot anordnen. Außerdem ist davon auszugehen, dass Handwerker, Lieferbetriebe sowie der Anwohnerverkehr ausgenommen werden. Auch, dass die Fahrverbote nur für eingeschränkte Zeiten gelten. Besitzer von ­Diesel-Pkw, die weitab von Großstädten leben, tangiert das Problem ohnehin kaum.

Mit Euro 5-Nachrüstungen sieht es düster aus

Betroffen sein könnte etwa ein Teil der Berufspendler in der Rushhour. Die aber hätten spontan die Möglichkeit, gesperrte Straßen zu umfahren. Strategisch könnten sie zum Beispiel über einen ­Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr (Park & Ride), das Fahrrad, das Moped, ein vorhandenes Zweit- oder ein Car­sharing-Auto nachdenken.

Die radikalste Lösung für Besitzer von Euro 1- bis Euro 4-Dieseln wäre es, einen neuen Wagen zu kaufen und eine hohe Umweltprämie vom Händler mitzunehmen. So kann der alte Pkw durch einen sauberen neuen ersetzt werden. Allerdings landen damit teils noch sehr gut erhaltene Fahrzeuge beim Verwerter.

Düster sieht es hinsichtlich der Nachrüstungen von Euro 5-Dieseln mit SCR-Katalysatoren aus. Die will die Autoindustrie – bisher jedenfalls – nicht bezahlen. Von den freiwilligen Software-Updates, die die Hersteller versprochen hatten, ist auch nichts zu sehen. Und VW hat bisher nur in wenigen Ausnahmen auf Druck der Gerichte manipulierte Autos zurückgenommen. Deshalb betont ADAC Präsident Dr. August Markl immer wieder: "Der Kunde kann überhaupt nichts für die Misere. ­Also darf er auch nicht belastet werden."

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