Preissturz bei alten Dieseln

2.1.2019

Die Nachfrage nach neuen und gebrauchten Dieselfahrzeugen sinkt, ihr Wertverlust scheint unvermeidlich. Trotzdem sagen Experten: Nichts überstürzen, am besten erst einmal Ruhe bewahren. Was Sie jetzt beachten sollten.

Talfahrt: Benziner sind mittlerweile wertstabiler als Dieselfahrzeuge

Die Furcht vor Fahrverboten ist groß

Die Empörung über den Dieselskandal könnte kaum größer sein. "Schuld haben die Hersteller mit ihrer Schummel-Software. Und der Gesetzgeber, der die Differenz zwischen Testbetrieb und Realbetrieb über Jahre hinweg duldete", schimpft ein Motorwelt-Leser.

Das Image des Diesels, wie dessen Restwerte, ist im Keller. Trotzdem spricht viel dafür, Ruhe zu bewahren, die persönliche Situation zu analysieren und nicht überstürzt zu verkaufen. Diesem Dreiklang zu folgen, rät auch ADAC Technikchef Reinhard Kolke – auch wenn in Stuttgart und Hamburg mittlerweile Fahrverbote für ältere Diesel-Pkw verhängt wurden und weitere Einschränkungen bereits beschlossen oder von Gerichten angeordnet wurden.

Denn aller Aufregung um die Fahrverbote zum Trotz: Betroffen sind derzeit nur einige Metropolen, wer sie nie mit dem Auto ansteuert oder am Stadtrand auf Bus oder Bahn umsteigen kann, muss sich keine Sorgen machen.

Mit Euro 5-Nachrüstungen sieht es düster aus

Betroffen sind dagegen viele Berufspendler in der Rushhour. In Hamburg, wo nur wenige Straßen gesperrt sind, können sie diese umfahren. Anders in Stuttgart: Dort ist seit Anfang Januar die komplette Umweltzone für Diesel der Euro-Norm 4 und älter geschlossen.

Die radikalste Lösung für Besitzer von Euro 1- bis Euro 4-Dieseln wäre es, einen neuen Wagen zu kaufen und eine hohe Umweltprämie vom Händler mitzunehmen. So kann der alte Pkw durch einen sauberen neuen ersetzt werden. Allerdings landen damit teils noch sehr gut erhaltene Fahrzeuge beim Verwerter.

Immerhin: In Sachen Hardware-Nachrüstung gibt es Bewegung. Ende Dezember 2018 hat Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die technischen Vorschriften und Rahmenbedingungen für diese Systeme vorgestellt.

Von den freiwilligen Software-Updates, die die Hersteller versprochen hatten, ist dagegen noch nichts zu sehen. Und VW hat bisher nur in wenigen Ausnahmen auf Druck der Gerichte manipulierte Autos zurückgenommen. Deshalb betont ADAC Präsident Dr. August Markl immer wieder: "Der Kunde kann überhaupt nichts für die Misere. ­Also darf er auch nicht belastet werden."

Weniger Nachfrage: Die Deutschen wenden sich vom Diesel ab