OPEL-Fahrzeuge von Manipulationssoftware betroffen

30.7.2019

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat auch bei Opel Abgasreinigungssysteme entdeckt, die nach Auffassung des KBA unzulässig sind. 

Fahrzeugschein
©Fotolia/nmann

Betroffene Diesel-Fahrzeugmodelle

Betroffen sind die Modelle Insignia und Cascada 2,0 l (125kw) sowie Zafira 1,6 l (88kw , 100kw), Zafira 2,0 l, (96kw, 125kw) Euro 6 aus den Modelljahren 2013 – 2016.

Insgesamt handele es sich um 96.000 Fahrzeuge weltweit, davon 32.000 Fahrzeuge in Deutschland.

Im Gegensatz zu VW hat Opel (ebenso wie Mercedes-Benz) rechtliche Schritte gegen den Bescheid des KBA eingeleitet. Das Schleswig-Holsteinische VG hat einen Eilantrag von Opel aber am 09.11.2018 (Az. 3 B 127/18) abgelehnt. Das Beschwerdeverfahren ist nun in er nächsten Instanz beim Oberverwaltungsgericht (OVG) anhängig (Az. 5 MB 3/19). Die Zuständigkeit für das Verfahren ist am 1. Mai 2019 vom 4. in den neu gegründeten 5. Senat des OVG übergegangen. Da der 5. Senat nun erstmalig mit der Sache befasst ist, ist noch offen, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist.

Betroffene Benziner-Fahrzeugmodelle

Für die Opel-Modelle Adam und Corsa hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) einen verpflichtenden Rückruf angeordnet. Bei diesen Modellen wird nach Angaben des KBA der Euro-6d-Temp-Grenzwert für Stickoxide überschritten. Konkret geht es um die Baureihen mit 1,2- und 1,4-Liter-Benziner sowie mit dem 1,4-Liter-LPG-Motor der Modelljahre 2018 und 2019. 
Aus der freiwilligen Serviceaktion wurde ein Zwangsrückruf. In Deutschland sind 54.126 Einheiten betroffen, weltweit 209.297. In den Werkstätten soll das Problem per Softwareupdate behoben werden.


Muss ich dem Aufruf Folge leisten?

Ja, da es sich um einen verpflichtenden Rückruf handelt. Bei einem verpflichtenden Rückruf droht eine Betriebsuntersagung bei Nichtdurchführung des Updates. 

Opel hat rechtliche Schritte gegen die Anordnung des KBA eingeleitet (s.o.). Derzeit kann nicht beurteilt werden, welche Auswirkungen ein erfolgreicher Widerspruch auf die jetzt vom Hersteller angebotenen Umrüstungen hat.

Was passiert, wenn ich dem Rückruf des Herstellers keine Folge leiste?

Im Verhältnis zwischen Kunde und Hersteller hat die Nichtdurchführung der Servicemaßnahmen zunächst keine direkten Folgen. Läuft es bei Opel parallel zum VW-Abgasskandal, droht bei Nichtdurchführung der Rückrufmaßnahme eine Betriebsuntersagung für das betroffene Fahrzeug. 

Text: Juristische Zentrale und ADAC Fahrzeugtechnik