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Häufig gestellte Fragen und Antworten zu wassertouristischen Themen.
  • CE-Zertifizierung
    CE-Zeichen für Boote, die in den USA gebaut wurden und erstmals in die EU eingeführt werden.
    Boote, die in Nicht EU-Ländern, z.B. USA, gekauft wurden und erstmals in die Gewässer der Europäischen Union eingesetzt werden, müssen eine EU-Konformitätserklärung vorweisen. Wird das Boot von einem Händler bzw. Generalimporteur verkauft, liegt diese Bescheinigung bereits vor. Das Boot ist in diesem Fall bereits mit der CE-Plakette versehen. Sollte es sich allerdings um einen Privatimport handeln, muss das Boot nachzertifiziert werden. Dies ist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Bitte wenden Sie sich hierfür an den Germanischen Lloyd Tel.040-361496 20 oder an den TÜV Product Service in Hamburg Tel. 040-54718070.

    Ich habe ein Boot Baujahr 1993 in den USA gekauft. Unterliegt mein Boot der Konformitätspflicht?
    Für Sportboote von 2,50 m - 24 m, die erstmals nach dem 15. Juni 1998 auf dem Markt der Europäischen Union in Verkehr gebracht wurden, besteht Konformitätspflicht.
    Die ergänzende 10. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz setzt allerdings das Inverkehrbringen mit der Einfuhr in den europäischen Wirtschaftsraum gleich. Die Auslegung dieser Verordnung verlangt, dass generell jedes Boot (Baujahr unabhängig) aus einem Nicht-EU-Land der Konformitätspflicht unterliegt. Auch wenn es sich hierbei um ein Modell handelt, das häufig auf dem deutschen Markt zu finden ist. Auch dieses Boot muss nachzertifiziert werden.
  • Allgemeine Fragen

    Kann ein Sportbootführerschein der ehemaligen DDR umgeschrieben werden?
    Ja. Gegen Gebühr stellt der Deutsche Motoryachtverband e. V., Vinckeufer 12-14, 47119 Duisburg, Tel. 0203/80958-0 die aktuellen Sportbootführerscheine See oder Binnen aus.

    Ist ein in Kroatien erworbener Sportbootführerschein international gültig?
    Nein. In Kroatien erworbene Sportbootführerscheine sind nur in Kroatien gültig und können in Deutschland nicht umgeschrieben werden.

    Ich habe bereits den Sportbootführerschein Binnen und eine langjährige Fahrpraxis. Muss ich beim Erwerb des Sportbootführerscheins See nochmals eine vollständige Prüfung mit praktischem und theoretischem Teil ablegen?
    Ja. Mit dem Sportbootführerschein Binnen ist man nicht von der theoretischen und praktischen Prüfung befreit.
    Anders ist es jedoch mit dem Sportbootführerschein See. Wer den Sportbootführerschein See besitzt, muss zum Erwerb des Sportbootführerscheins Binnen nur noch eine Prüfung in der Theorie ablegen.

    Ich möchte mein Sportboot gewerblich nutzen. Welche Papiere werden benötigt?
    Beim WSA muss ein Antrag auf Ausstellung eines Bootszeugnisses gestellt werden. Der IBS alleine reicht nicht aus.

    Wie lange kann ein Bootstrailer ohne Zugfahrzeug auf der Straße geparkt werden?
    Laut § 12 StVO, Abs. 3b darf ein Fahrzeug (Anhänger) ohne Zugfahrzeug maximal 2 Wochen an der gleichen Stelle geparkt werden.

    Darf man mit einem Luftkissenboot (ca. 5 m) auf deutschen Bundeswasserstraßen fahren? Ist in der Regel nicht zugelassen, da es zu schnell fährt und einen zu großen Sog entwickelt. Die Wasser- und Schifffahrtsämter erteilen in Ausnahmefällen eine Sondergenehmigung.

    Ist ein Bootsführerschein in den Lagunen von Venedig vorgeschrieben?
    Sportbootführerschein See ist erforderlich.

    Muss ein Sportboot am Gardasee im Hafenbüro oder Campingplatz angemeldet werden, wenn das Boot über Nacht am Campingplatz vor dem Zelt oder Wohnwagen liegt?
    Nein. Das Boot muss nicht angemeldet werden, wenn kein Liegeplatz oder keine Boje benötigt wird. Dabei spielt es keine Rolle ob das Boot registrierpflichtig ist, oder nicht.

    Dürfen am Gardasee private Bojen eingesetzt werden?
    Nein.

    Sind Jetski am Lago Maggiore zugelassen?
    Ja. Es gibt allerdings eine Anordnung, die eingehalten werden muss - siehe "Wassertouristische Länderinformationen" "Italien".

    Gibt es in Deutschland eine Generalvertretung für Mercruiser-Motoren?
    Nein. Ersatzteilbestellungen können über www.mercruiser.be erfolgen. Generalvertretung für Österreich ist die Firma MCM Handelsgesellschaft m.b.H. in Salzburg, Tel. +43 662 456 3400.

    Darf ich mit meinem Motorboot auf dem Inn fahren?
    Nein. Man braucht - wie bei den Seen - eine Genehmigung vom zuständigen Landratsamt. Ein Wasserfahrzeug ohne Motor benötigt keine Genehmigung.

    Kann auf dem Main-Donau-Kanal gesegelt werden?
    Nach Rücksprache mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt in Nürnberg darf auf dem Main-Donau-Kanal gesegelt werden. Allerdings ist davon dringend abzuraten. Das Gewässer ist sehr schmal und stark von Berufsschiffen frequentiert, die einem Segelboot gegenüber die Vorfahrt haben.


  • Internationaler Bootsschein (IBS)



  • Steuer oder Zoll?
    Dauerhafte Einfuhr
    Ein Zollvorgang, genauer ein Einfuhrvorgang, liegt immer dann vor, wenn eine in der EU lebende Person ein Boot aus einem Nicht-EU-Land in die EU einführt, wenn also z.B. eine in Deutschland lebende Person (egal welcher Nationalität) ein Boot in der Schweiz, in Norwegen, in den USA etc. kauft und nach Deutschland bringt. Es fallen also Einfuhrabgaben an. Sie setzen sich je nach Art und Größe des Bootes aus 1,7 oder 2,7 % Zoll plus 19 % Einfuhrumsatzsteuer zusammen.
    Der Zollsatz (nicht die Einfuhrumsatzsteuer!) kann entfallen, wenn das Boot nachweislich in einem Land gebaut wurde, mit dem die EU Abkommen über Zollerleichterungen geschlossen hat – wie u.a. beispielsweise mit Norwegen, der Schweiz, Türkei, Kroatien. Für amerikanische, australische und taiwanesische Boote entfällt der Zollsatz dagegen nicht, weil es mit diesen Ländern keine entsprechenden Abkommen gibt.
    Die Einfuhr des Bootes muss immer im ersten Land der EU, das auf dem Land- oder Seeweg erreicht wird, angemeldet (deklariert) werden. Der Zollvorgang selbst kann an der Grenze oder dort, wo das Boot stationiert werden soll, erledigt werden. Dies muss nicht das Wohnsitzland des Besitzers sein, denn das Boot kann nur dort verzollt werden, wo es physisch anwesend ist. Die Verpflichtung zur Verzollung hat mit dem Alter oder dem Jahr der Inbetriebnahme des eingeführten Bootes nichts zu tun. Es gibt also kein Datum und kein Alter, ab dem grundsätzlich keine Einfuhrabgaben mehr zu zahlen wären.

    Umzug
    Ein Zollvorgang liegt auch dann vor, wenn eine Person aus dem Nicht-EU-Ausland in ein Land der EU umzieht und ein Boot als "Übersiedlungsgut" mitbringt. In diesem Fall müssen keine Einfuhrabgaben gezahlt werden – unabhängig davon, in welchem Land das Boot produziert wurde – aber es muss nachweislich schon mindestens 6 Monate im Besitz des Umziehendens sein und dieser muss mindestens 1 Jahr lang außerhalb der EU gelebt haben.
    Als Beleg dafür, dass der Zollvorgang erledigt ist, stellt das Zollamt in diesem und im vorherigen Fall, eine sog. Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung aus.

    Vorübergehende zollfreie Einfuhr
    Der häufigste und üblichste aller Zollvorgänge im Zusammenhang mit Booten ist die sog. "vorübergehende zollfreie Einfuhr". Sie liegt vor, wenn eine Person mit Wohnsitz außerhalb der EU ein Boot in einem Land der EU längerfristig nutzen möchte.
    Wenn also z.B. ein Norweger beschließt, sein Boot die nächsten Jahre in einem Hafen an der Cote d`Azur oder an der italienischen Riviera zu legen, dann will und muss er es dort natürlich nicht dauerhaft einführen und auch keine Einfuhrabgaben bezahlen. Er stationiert es stattdessen zu den Bedingungen der "vorübergehenden zollfreien Einfuhr" und kann es so 18 Monate in Frankreich oder einem anderen Land der EU zurücklassen.
    Natürlich kann umgekehrt auch eine Person mit Wohnsitz in der EU ihr Boot in einem Land außerhalb der EU vorübergehend stationieren. Die Zollvorschriften dazu und die genehmigte Aufenthaltsdauer sind in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. In Europa üblich sind mindestens 6 Monate und genau so lang sollte das Boot anschließend unter Zollaufsicht bleiben, also ebenfalls 6 Monate. Der ganze Vorgang wird in den Häfen mehr oder weniger routiniert gehandhabt. Auch die Art der "Zollaufsicht" kann unterschiedlich gestaltet werden.

    Rückware
    Wenn ein Boot mehr als 3 Jahre lang außerhalb der EU war – sei es, weil es die ganze Zeit in Kroatien oder in der Türkei lag, oder weil vielleicht eine Weltumseglung gemacht wurde, gilt es nicht mehr als zoll- und steuerfreie "Rückware".
    Es dürften dann bei der Rückkehr in die EU Einfuhrabgaben (berechnet auf den aktuellen Zeitwert) verlangt werden.

    Muss ich Einfuhrumsatzsteuer bezahlen, wenn ich mit meinem Boot länger als 3 Jahre außerhalb der EU war?
    Das Zollgesetz (Rückwarenregelung) sagt, dass für Gegenstände, die durchgehend länger als drei Jahre außerhalb der EU waren, bei der Rückkehr wieder Einfuhrabgaben verlangt werden können.
    In der Praxis kommt es eher selten vor, dass ein in Europa stationiertes Boot nicht gelegentlich mal den Hafen eines EU-Landes anläuft. Dies könnten Sie durch eine Eintragung in das Logbuch (Stempel vom Hafenamt) belegen.

    Wie sieht es mit dem Zoll aus?
    Bei der Einfuhr von Booten aus Nicht-EU-Ländern fallen Einfuhrabgaben an. Sie setzen sich je nach Art des Bootes aus 0 bis 2,7 % Zoll plus 19 % Einfuhrumsatzsteuer zusammen. Der Zoll kann entfallen, wenn das Boot nachweislich in einem Land gebaut wurde, mit dem die EU Abkommen über Zollerleichterungen unterhält - wie beispielsweise Norwegen, die Schweiz, Türkei, Kroatien. Für amerikanische, australische und taiwanesische Boote entfällt der Zoll dagegen nicht, weil es mit diesen Ländern keine entsprechenden Abkommen gibt.
    Die Einfuhr des Bootes muss im ersten Land der EU, das auf dem Land oder Seeweg erreicht wird, angemeldet (deklariert) werden. Der Zollvorgang selbst kann aber beim Zollamt, dort wo der Einführer seinen Wohnsitz hat, erledigt werden.
    Wenn das Schiff in Europa gebaut wurde, bezahlt man bei der Einfuhr von der Schweiz nach Deutschland nur Einfuhrumsatzsteuer und keinen Zoll.

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