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– Österreich – 28.06.2019 10:01

Kein Umweltschutz-Tempolimit mehr für Elektroautos

Ab Montag, 1. Juli, müssen sich in Österreich Autos mit Elektro- und Wasserstoffantrieb auf Autobahnen und Schnellstraßen nicht mehr an die IG-Luft-Geschwindigkeitsbeschränkung (IG-L), d.h. 100 km/h, halten. Besitzer von in Deutschland zugelassenen E-Autos haben aber nichts von der Lockerung des Luft-Tempolimits. Diese Regelung gilt vorerst nur für in Österreich zugelassene Fahrzeuge mit speziellem „grünen“ Kennzeichen.

Generell gilt auf österreichischen Autobahnen ein Tempolimit von 130 km/h, an etlichen Abschnitten wie zum Beispiel auf Strecken der Inntalautobahn A 12 oder der Westautobahn A 1, sind allerdings aufgrund des Immissionsschutzgesetzes für Luft (IG-L) nur 100 km/h erlaubt. Wer die IG-L-Limits, die elektronisch angezeigt werden, ignoriert, riskiert ein höheres Bußgeld als bei normalen Geschwindigkeitsüberschreibungen.

Österreichs Regierung hatte bereits im November 2018 entschieden, dass Elektroautos und mit Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie ausgestattete Fahrzeuge von diesen IG-L-Limits ausgenommen werden und künftig die regulären 130 km/h fahren dürfen. Voraussetzung dafür seien allerdings Hinweiszeichen vor Ort. Da diese bislang nicht vorhanden waren, blieb zunächst alles beim Alten. Bis Freitag, 28. Juni, sollen nun aber überall die Schilder montiert sein - an die 30 Stück allein entlang der Inntal- und der Brennerautobahn.

Für die Entscheidung Elektrofahrzeuge vom Luft-Tempolimit auszunehmen, führt die österreichische Regierung zwei Gründe an. Einerseits stoßen Elektroautos keine Abgase aus. Das Argument mit der Luftreinhaltung ist also hinfällig. Und andererseits hofft man damit, den Absatz von Elektroautos anzukurbeln.

Gegner kritisieren die neue Regelung: Unterschiedliche Tempolimits für Pkw würden den Verkehrsfluss beeinträchtigen und damit die Verkehrssicherheit gefährden. Außerdem käme es zu einem "ungleichmäßigen Geschwindigkeitsverlauf". Auch die schwierigen Kontrollmöglichkeiten dieser Ausnahmen sprächen gegen diese Regelung. Ein weiterer Kritikpunkt: Dass ausländische E-Autos nicht von der Neuregelung profitieren, verstoße nach Meinung vieler gegen EU-Recht.


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