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– Frankreich – 11.10.2018 10:07

Immer mehr Städte und Gebiete mit Umweltzonen

Wie in Deutschland sind auch in Frankreich Umweltzonen auf dem Vormarsch. Immer mehr Städte und Départements wollen auf diese Weise die Schadstoffbelastung reduzieren. Zuletzt wurde am 1. Oktober eine neue, temporäre Umweltzone (ZPA) in der bretonischen Hauptstadt Rennes eingeführt. Wer bei einer Frankreich-Reise Verstöße gegen die Bestimmungen und dadurch empfindliche Geldbußen vermeiden will, sollte folgendes wissen:

Zwei Arten von Umweltzonen

Grundsätzlich wird in Frankreich zwischen zwei Arten von Umweltzonen unterschieden: den dauerhaft eingerichteten "Zones à Circulation Restrainte" (ZCR) und den temporären "Zones de Protection de l’Air" (ZPA). Während die ZCR permanent gelten, treten die ZPA nur dann in Kraft, wenn bestimmte Schadstoff-Grenzwerte überschritten werden. Ist dies der Fall, wird die Zone durch Meldungen in den Medien und durch elektronische Anzeigen ausgewiesen.

Dauerhafte Zonen (ZCR), die Pkw betreffen, gibt es bislang nur in Paris innerhalb des Stadtautobahnrings (Boulevard périphérique). In den nächsten Monaten könnten auch die Innenstädte von Straßburg und Lille folgen.

Temporäre Zonen (ZPA) existieren in den Großräumen von Paris (außerhalb des Boulevard périphérique), Grenoble, Lille, Lyon, Rennes, Straßburg und Toulouse sowie in 23 der 96 Départements: Bouches-du-Rhône, Calvados, Côte d´Or, Creuse, Deux-Sèvres, Drôme, Eure, Eure-et-Loir, Gers, Gironde, Haute-Savoie, Hérault, Isère, Loiret, Maine-et-Loire, Manche, Orne, Puy-de-Dôme, Pyrénées-Atlantiques, Savoie, Seine-Maritime, Vendée und Vienne.

Dass weitere Zonen eingerichtet werden, ist wahrscheinlich.

Umweltplakette erforderlich

Für die Einfahrt in eine dauerhafte beziehungsweise eine bei Luftverschmutzungsalarm aktivierte temporäre Zone ist eine Umweltplakette („Vignette Crit'Air“) erforderlich. Diese ist auch für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen (u.a. Pkw, Motorräder und Wohnmobile) vorgeschrieben. Wer sich bereits vor einer Frankreich-Reise die Plakette besorgt, ist auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Die Plaketten sind in allen französischen Umweltzonen einheitlich gültig. Deutsche Umweltplaketten werden hingegen nicht anerkannt.

Wie erhalte ich die Umweltplakette?

Die "Vignette Crit'Air" ist nach Verschmutzungsniveau gestaffelt (Farben violett bis grau) und kostet 4,21 Euro (inklusive Versand nach Deutschland). Fahrzeughalter in Deutschland können sie nur online bestellen (https://www.certificat-air.gouv.fr/de/demande) und mit Kreditkarte bezahlen. Eine genaue Bestellanleitung findet man auf den ADAC Internetseiten (siehe Link).

Die Lieferzeit per Post beträgt nach offiziellen Angaben maximal 15 Tage. Es empfiehlt sich, die innerhalb von drei Tagen zugestellte digitale Rechnung bis zum Erhalt des Stickers auszudrucken und ins Auto zu legen.

Welche Konsequenzen haben Verstöße?

Verstöße gegen die Regelungen der Umweltzone werden – je nach Fahrzeugart – mit Verwarnungsgeldern ab 68 Euro geahndet. Bußgelder können prinzipiell auch in Deutschland vollstreckt werden.

Was muss ich sonst noch wissen?

Wie bei der deutschen Umweltplakette erfolgt die Anbringung der "Vignette Crit d'Air" durch Aufkleben auf der Innenseite der Windschutzscheibe. Bei Motorrädern sollte sie deutlich sichtbar an einem fest mit dem Fahrzeug verbundenen Teil aufgeklebt werden.

Bei Verschmutzungsalarm und Fahrverboten wegen Smog sind Umweltplakettenbesitzer berechtigt, kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Noch ein Tipp für Reisende: Unmittelbar vor Fahrtantritt sollte man sich unbedingt über die aktuell geltende Lage in der betreffenden Region informieren und nach Möglichkeit rechtzeitig eine Plakette erwerben. Fragen zur Umweltplakette können über das Kontaktformular https://certificat-air.gouv.fr/contact/formulaire auch direkt an das französische Umweltministerium gerichtet werden.

Besondere Hinweise zu Rennes

Die temporäre Umweltzone ZPA umfasst das Stadtgebiet von Rennes innerhalb des Stadtautobahnrings N136 ("Rocade"). Der Autobahnring selbst ist nicht Bestandteil der Umweltzone.

Werden bestimmte Luftschadstoffkonzentrationen überschritten, folgen abgestufte Maßnahmen zur Luftreinhaltung. Ab zwei Tagen der Schadstoffüberschreitung erfolgt ein Tempolimit mit einer um 20 km/h reduzierten Höchstgeschwindigkeit.

Ab dem vierten Tag des Luftschutzalarms dürfen nur noch Fahrzeuge mit gültigen Umweltplaketten Crit´Air die Umweltzone befahren, ab dem sechsten Tag nur noch Fahrzeuge mit den Umweltplaketten Crit´Air grün, 1, 2 und 3. Ein Fahrverbot gilt dann für alle Fahrzeuge, die keine Crit´Air-Plakette oder die Plaketten 4 oder 5 besitzen.


Weiterführende Informationen:

Bestellformular Umweltplakette

ADAC Bestellanleitung Umweltpl...

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