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– Frankreich – 14.03.2018 08:30

Immer mehr Städte und Gebiete mit Umweltzonen

Wie in Deutschland sind auch in Frankreich Umweltzonen auf dem Vormarsch. Immer mehr Städte und Departements wollen auf diese Weise die Schadstoffbelastung reduzieren. Wer bei einer Frankreich-Reise Verstöße gegen die Bestimmungen und dadurch empfindliche Geldbußen vermeiden will, sollte folgendes wissen:

Zwei Arten von Umweltzonen

Grundsätzlich wird in Frankreich zwischen zwei Arten von Umweltzonen unterschieden: den dauerhaft eingerichteten "Zones à Circulation Restrainte" (ZCR) und den sporadischen "Zones de Protection de l’Air" (ZPA). Während die ZCR permanent gelten, treten die ZPA nur dann in Kraft, wenn bestimmte Schadstoff-Grenzwerte überschritten werden. Ist dies der Fall, wird die Zone durch elektronische Anzeigen ausgewiesen.

Dauerhafte Zonen (ZCR) gibt es bislang in Paris innerhalb des Stadtautobahnrings (Boulevard périphérique) sowie im Zentrum von Grenoble. Bis zum Jahresende könnten auch die Innenstädte von Straßburg und Lille folgen.

Sporadische Zonen (ZPA) existieren in den Großräumen von Paris (außerhalb des Boulevard périphérique), Grenoble (außerhalb des Zentrums), Lille, Lyon, Straßburg, Toulouse sowie in 17 der 96 Departements: Bouches-du-Rhône, Côte d´Or, Creuse, Deux-Sèvres, Drome, Eure-et-Loir, Gers, Gironde, Haute-Savoie, Herault, Isere, Loiret, Maine-et-Loire, Puy-de-Dome, Pyrénées-Atlantiques, Savoie, Vendée und Vienne.

Dass weitere Zonen eingerichtet werden, ist wahrscheinlich.

Umweltplakette erforderlich

Für die Einfahrt in eine dauerhafte beziehungsweise eine aktivierte sporadische Zone ist eine Umweltplakette („Vignette Crit'Air“) erforderlich. Diese ist auch für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen (u.a. Pkw, Motorräder und Wohnmobile) vorgeschrieben. Wer sich bereits vor einer Frankreich-Reise die Plakette besorgt, ist auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Die Plaketten sind in allen französischen Umweltzonen einheitlich gültig. Deutsche Umweltplaketten werden hingegen nicht anerkannt.

Wie erhalte ich die Umweltplakette?

Die "Vignette Crit'Air" ist nach Verschmutzungsniveau gestaffelt (Farben violett bis grau) und kostet seit 1. März 2018 nur noch 4,21 Euro (inklusive Versand nach Deutschland). Davor waren 4,80 Euro fällig. Fahrzeughalter in Deutschland können sie nur online bestellen (https://www.certificat-air.gouv.fr/de/) und mit Kreditkarte bezahlen. Eine genaue Bestellanleitung findet man auf den ADAC Internetseiten (siehe Link).

Die Lieferzeit dauert mindestens drei Wochen. Die Behörden raten Kunden bis zum Erhalt des Stickers das per E-Mail zugestellte Bestätigungs-PDF auszudrucken und ins Auto zu legen.

Welche Konsequenzen haben Verstöße?

Verstöße gegen die Regelungen der Umweltzone werden – je nach Fahrzeugart – mit Verwarnungsgeldern ab 68 Euro geahndet. Bußgelder können prinzipiell auch in Deutschland vollstreckt werden.

Was muss ich sonst noch wissen?

Wie bei der deutschen Umweltplakette erfolgt die Anbringung der "Vignette Crit d'Air" durch Aufkleben auf der Innenseite der Windschutzscheibe. Bei Motorrädern sollte sie deutlich sichtbar an einem fest mit dem Fahrzeug verbundenen Teil aufgeklebt werden.

Bei Verschmutzungsalarm und Fahrverboten wegen Smog sind Umweltplakettenbesitzer berechtigt, kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Noch ein Tipp für Reisende: Unmittelbar vor Fahrtantritt sollte man sich unbedingt über die aktuell geltende Lage in der betreffenden Region informieren und nach Möglichkeit rechtzeitig eine Plakette erwerben. Fragen zur Umweltplakette können über das Kontaktformular https://certificat-air.gouv.fr/contact/formulaire auch direkt an das französische Umweltministerium gerichtet werden.

Besondere Hinweise zu Paris

Vorreiter bei der Einführung der Umweltzone war 2016 die französische Hauptstadt Paris. Die dauerhafte Zone (ZCR) umfasst den Stadtbereich innerhalb des Stadtautobahnrings (Boulevard périphérique), nicht aber den Stadtautobahnring selbst. Erforderlich ist seit 1. Juli 2017 eine Plakette der Stufe 1-4. Für Fahrzeuge mit Stufe 5 (graue Plakette) gelten dieselben Regelungen wie für Fahrzeuge ohne Plakette.

Keine Umweltplakette erhalten Pkw und leichte Wohnmobile (bis 3,5 t) mit Erstzulassung vor dem 1. Januar 1997 sowie Motorräder, Trikes und leichte Quads mit einer Erstzulassung vor dem 1. Juni 2000. Schwere Wohnmobile werden wie Lkw behandelt und unterliegen speziellen Zufahrtsbeschränkungen.

Von den Bestimmungen betroffen sind auch in Deutschland zugelassene Oldtimer. Für sie gibt es keine Sonderregelungen.

Wer die Anforderungen nicht erfüllt beziehungsweise keine Plakette besitzt, darf von Montag bis Freitag tagsüber nicht in der Umweltzone unterwegs sein. Freie Fahrt haben ALLE Fahrzeuge - auch die ohne Plakette - lediglich zu folgenden Zeiten: Montag bis Freitag von 20.00 Uhr bis 8.00 Uhr, Samstag und Sonntag ganztags sowie an Feiertagen.

Liegt ein gebuchtes Hotel in der Umweltzone, müssen Hotelgäste ohne Umweltplakette auf öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis umsteigen oder außerhalb der Fahrverbotszeiten anreisen.


Weiterführende Informationen:

Bestellformular Umweltplakette

ADAC Bestellanleitung Umweltpl...

Kontaktformular bei Fragen

Flyer Straßburg

Mautinfo Frankreich

ADAC Rechtsberatung

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