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– Deutschland/Europa – 03.11.2017 10:25

Die aktuelle Situation an den Grenzen

Aufgrund von Flüchtlingsströmen und Terrorgefahr kontrolliert Deutschland weiterhin seine Grenzen zu Österreich. Ein Ende ist derzeit nicht absehbar. Dadurch wird auch der Urlaubsverkehr beeinträchtigt. Betroffen sind nicht nur die Autobahnen, sondern auch Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Art und Umfang der Kontrollen werden dabei den aktuellen Erfordernissen angepasst.

Wichtig: Wartezeiten gibt es in der Regel nur in Richtung Norden, d.h. beim Rückreiseverkehr nach Deutschland.

Die Situation an den Autobahnen

Längere Schlangen bilden sich immer wieder vor allem an den Autobahnübergängen Suben (A 3 Linz - Passau), Walserberg (A 8 Salzburg - München) und Kiefersfelden (A 93 Kufstein - Rosenheim). Am kritischsten ist die Situation an den Wochenenden und Feiertagen.

Weiterhin gilt: Entspannter fährt, wer auf kleinere Grenzübergänge ausweicht.

Ausweichtipps für Autofahrer

Urlaubsheimkehrer aus Österreich, die die Autobahnübergänge Kiefersfelden (A 93), Walserberg (A 8) und Suben (A 3) meiden möchten, können folgende Alternativen wählen:

* Griesen (B23/B187) auf der Route Fernpass - Lermoos - Garmisch-Partenkirchen
* Mittenwald/Scharnitz (B2/B177) auf der Route Zirler Berg - Seefeld - Mittenwald
* Wildbichl (S2093) auf der Route Kufstein - Aschau - Prien
* Achenpass (B307/B181) auf der Route Jenbach - Lenggries - Bad Tölz
* Kössen (B176) auf der Route Kitzbühel - St. Johann i.T. - Marquartstein - Bernau (A8)
* Melleck/Steinpass(B21/B178) auf der Route Lofer - Unken - Bad Reichenhall
* Simbach am Inn (B12) auf der Route Braunau - Mühldorf (A94)
* Obernberg/Bad Füssing (S2117) (südwestlich von Suben)

Die Grenzstellen Wegscheid (B388), Passau-Neuhaus (B512), Freilassing (B304) und Kiefersfelden (Bundesstraße), eignen sich als Ausweichrouten nur bedingt.

Details zur Verkehrslage findet man in der ADAC Verkehrsinfo. Aktuelle Grenzwartezeiten können über die Homepage der österreichischen Autobahngesellschaft ASFiNAG abgerufen werden.

Überwachung auch in Österreich

Österreich überwacht derzeit seine Grenzen zu Slowenien, Ungarn und der Slowakei. An den Übergängen kann es zu Wartezeiten kommen. Betroffen ist nur die Einreise nach Österreich, Probleme bei der Ausreise gibt es im Allgemeinen nicht. Wie in Deutschland werden Art und Umfang der Kontrollen auch hier kurzfristig an die jeweilige Situation angepasst.

Die faktische Schließung der so genannten Balkanroute für Flüchtlinge hat aber zu einer deutlichen Entspannung geführt. Dies gilt insbesondere für den Grenzübergang Spielfeld auf der Route Maribor - Graz. Weder von der Autobahn A 9 noch von der parallel verlaufenden Bundessstraße B 67 wurden in letzter Zeit größere Behinderungen gemeldet.

Am Grenzübergang Nickelsdorf (A 4) an der Autobahn Budapest - Wien hingegen haben die Behörden die Kontrollen wieder verstärkt. Seither kann es erneut zu Wartezeiten kommen. Autofahrern wird empfohlen, gegebenenfalls auf andere Übergänge, z.B. Sopron/Klingenbach im Burgenland auszuweichen.

Nicht auszuschließen sind schließlich auch Wartezeiten an der Grenzstelle Kittsee (A 6) auf der Autobahn Bratislava - Wien und am Karawankentunnel (A 11) an der Autobahn Ljubljana - Villach.

Grundsätzlich gilt: Eine verlässliche Voraussage über die weitere Entwicklung ist nicht möglich, da man jederzeit mit kurzfristigen Änderungen rechnen muss.

Details zur Verkehrslage finden sich in der ADAC Verkehrsinfo. Aktuelle Grenzwartezeiten können über die Homepage der österreichischen Autobahngesellschaft ASFiNAG abgerufen werden.

Kontrollen am Brenner?

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen auf der Mittelmeerroute erwägt Österreich, auch die Grenzen zu Italien bei der Einreise schärfer zu überwachen. Diese Pläne sind derzeit zwar nicht akut, dennoch ist nicht ausgeschlossen ist, dass sie gegebenenfalls kurzfristig umgesetzt werden.

Im Fokus möglicher Kontrollen steht vor allem die Brennerroute (Autobahn A22/A13 und Bundesstraße SS12/B182). Betroffen wären voraussichtlich aber auch das Pustertal bei Sillian (SS49/B100), die Route Nauders - Reschenpass (SS40/B180) und der Übergang Tarvisio - Arnoldstein (A23/A2). Allein auf der Brennerautobahn wären jährlich mehr als fünf Millionen Pkw beeinträchtigt.

Am schweizerisch-italienischen Grenzübergang Chiasso (Gotthard- und San Bernardino-Route) hingegen gibt es bei der Einreise in die Schweiz vorerst keine systematischen Kontrollen. Sollten sich die Flüchtlingsströme aber verstärken, schließt auch die Regierung in Bern entsprechende Maßnahmen nicht aus.

Unabhängig davon wurde sowohl zwischen Italien und Österreich, als auch zwischen Italien und der Schweiz die Schleierfahndung im grenznahen Bereich verstärkt. Autofahrer müssen dadurch mit Polizeikontrollen im grenznahen Bereich rechnen.

ADAC Nummer zu Stauinfos aus Österreich, der Schweiz und Norditalien

Wer im Ausland unterwegs ist, kann sich auch über die ADAC-Telefonnummer +49 89 7676 1444 informieren. Mit der ADAC StauInfo für das Ausland erhalten Autofahrer neben den Stauinformationen für Österreich, die Schweiz und Norditalien (Südtirol) auch aktuelle Verkehrsinformationen zu den Hauptreiserouten in den Süden.

Slowenien-Kroatien: Verschärfte Kontrollen an den Schengen-Außengrenzen

Seit April 2917 finden an den Außengrenzen des Schengen-Raumes verstärkte Kontrollen statt. Am stärksten betroffen sind Autofahrer, die aus Kroatien über Slowenien zurückkehren. Staugefährdet sind vor allem die Übergänge Dragonja und Rupa auf den Hauptrouten nach Istrien bzw. Dalmatien sowie die Grenzstellen Obrezje (Autobahn Zagreb – Ljubljana) und Macelj (Route Zagreb – Ptuj – Maribor). Wartezeiten von bis zu einer Stunde waren in der abgelaufenen Sommerreisesaison häufig die Regel.

Zur Verkehrsentlastung können EU-Bürger seither alle Grenzübergänge zwischen Slowenien und Kroatien nutzen, also auch solche, die bislang nur für den lokalen Grenzverkehr vorgesehen waren. Dadurch besteht die Möglichkeit, stark belastete Übergänge bei Bedarf zu umfahren. Aktuelle Grenzwartezeiten findet man auf den Internetseiten der slowenischen Verkehrsbehörde und des kroatischen Automobilclubs HAK (Links im Anhang).

Längere Wartezeiten gibt es auch an den Grenzstellen zwischen Kroatien und Ungarn sowie an den Übergängen von und nach Griechenland und den griechischen Flughäfen.

Grundsätzlich sind auch alle Flug- und Fährreisende betroffen, die aus einem EU-Land, das nicht zum Schengenraum gehört, direkt nach Deutschland einreisen, z.B. Urlauber in Großbritannien, Irland und Zypern. Meldungen über größere Probleme gibt es hier aber nicht.

Reisende sollten unbedingt gültige Ausweispapiere dabei haben. Darauf weist das Auswärtige Amt hin. Nur so können sie erhebliche Probleme vermeiden. Dies gilt auch für Kinder, die über jeweils eigene Dokumente verfügen müssen. Eintragungen in den Pass eines Elternteils werden seit Juni 2012 nicht mehr anerkannt.

Zum Schengen-Raum gehören alle EU-Staaten außer Großbritannien, Irland, Kroatien, Rumänien, Bulgarien und Zypern sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island.

Hintergrund: Durch den neuen Grenzkodex sind die Behörden verpflichtet, bei der Einreise ins Schengen-Gebiet die Ausweisdokumente mit digitalen Datenbanken abzugleichen, um die Einreise von Personen zu verhindern, die möglicherweise ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Die Situation in Ungarn

Seit Ende 2015 sind die Grenzen zwischen Ungarn und Serbien durch einen Zaun abgeriegelt. Da die Regierung in Budapest dennoch an verstärkten Kontrollen festhält, müssen sich Rückkehrer aus der Türkei beziehungsweise Griechenland, die über Ungarn fahren wollen, generell auf Wartezeiten einstellen.

Besonders angespannt ist die Situation entlang der Hauptverkehrswege: Grenzübergang Horgos/Röszke auf der Route Belgrad - Szeged - Budapest (E 75) sowie Nadlac/Nagylak auf der Route Timisoara - Szeged - Budapest. Wer den Grenzübergang Horgos/Röszke umfahren will, kann auf den westlich von Horgos gelegenen Übergang Subotica/Tompa ausweichen (45 km Umweg, zeitlicher Mehraufwand mind. 80 Min). Sinnvolle Alternativen zum Grenzübergang Nadlac/Nagylak sind unter anderem die Routen Timisoara – GÜG Cenad/Kiszombor – Szeged oder großräumig von Arad über den GÜG Varsand/Gyula nach Kecskemet.

Aktuelle Informationen zu den Grenzwartezeiten können über die Internetseite der ungarischen Polizei abgerufen werden (nur in ungarischer Sprache).

Behinderungen auf der Balkanroute

Verzögerungen sind auch bei der Einreise von Mazedonien nach Serbien und von Serbien nach Kroatien einzuplanen. Dies gilt sowohl entlang der Hauptroute Skopje – Nis – Belgrad – Zagreb – Ljubljana als auch auf Neben- und Ausweichstrecken. Im Vergleich zu 2016 hat sich die Lage aber verbessert.

Weiterhin angespannt ist hingegen die Lage an den Grenzen zwischen Griechenland und Mazedonien. Hier finden bei der Einreise nach Mazedonien intensive Kontrollen statt. Dies gilt insbesondere für die wichtigste Grenzstelle Evzoni/Gevgelja auf der Strecke Thessaloniki – Skopje. Mit Wartezeiten ist auch im grenzüberschreitenden Bahnverkehr zu rechnen.

Da Bulgarien ein Ausweichen der Flüchtlinge auf sein eigenes Territorium befürchtet, hat es seine Kontrollen an den Grenzen zu Griechenland und der Türkei ebenfalls verstärkt. Betroffen ist u.a. der Übergang Kapitan Andreevo-Kapikule auf der wichtigen Verbindung Istanbul - Sofia. Zudem hat die Regierung in Sofia angekündigt, für die Überwachung der Grenzen bis zu 600 Soldaten einzusetzen.

Aktuelle Verkehrsmeldungen zu Kroatien findet man auf der Internetseite des kroatischen Automobilclubs HAK. Infos zur aktuellen Lage in Serbien sind auch bei der ADAC Station in Belgrad unter der Nummer +381 11 333 1111 erhältlich.

Die Situation in Skandinavien und Westeuropa

Ende 2015 haben die Kontrollen auch auf die Länder in Skandinavien übergegriffen. Um zu verhindern, dass sich Flüchtlinge in Kopenhagen stauen, kontrolliert Dänemark seither verstärkt an den Grenzen zu Deutschland. Meldungen zu längeren Staus, auch am Grenzübergang Ellund (A 7), gibt es zwar nicht, dennoch sind Wartezeiten nicht auszuschließen. Autofahrer sollten daher aufmerksam die Verkehrsmeldungen verfolgen.

In Schweden sind vor allem die Straßenverbindung über die Öresundbrücke und die Fährhäfen an der Ostsee betroffen. Die Regierung plant allerdings, die Passkontrollen zumindest an den Grenzen zu Dänemark wieder aufzuheben und durch eine verstärkte automatisierte Überwachung zu ersetzen. Einen konkreten Termin gibt es aber noch nicht.

In Norwegen müssen Fährreisende sowohl bei der Abfahrt als auch bei der Ankunft der Schiffe generell einen Pass oder Personalausweis vorzeigen.

Für den Fall, dass sich die Flüchtlingskrise wieder verschärft, erwägen auch die Niederlande und Belgien stärkere Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland. Um Schleuser zu fassen, setzen die Niederlande seit Februar mobile Einheiten ein. Systematische Grenzkontrollen gibt es aber nicht.

Wegen der akuten Terrorgefahr kontrolliert auch Frankreich seine Grenzen zu Deutschland, Belgien, Luxemburg, der Schweiz, Italien und Spanien. Wartezeiten sind möglich.

Allgemeine Tipps für Reisende

Reisende sollten die Medienberichterstattung und verfügbaren Verkehrsinfos aufmerksam verfolgen und sich zeitnah über die aktuelle Situation informieren. Bei der Wahl der Reiseroute sollte man flexibel sein und diese gegebenenfalls kurzfristig anpassen. Unabhängig davon, welchen Weg man wählt, ist aber mit längeren Reisezeiten zu rechnen.

Reisende sind dazu verpflichtet, in allen europäischen Staaten stets gültige Ausweispapiere mit sich zu führen. Dies gilt auch für Kinder, die über jeweils eigene Dokumente verfügen müssen. Eintragungen in den Pass eines Elternteils werden seit Juni 2012 nicht mehr anerkannt.

Autofahrer tun gut daran, keine Anhalter mitzunehmen, die keine gültigen Aufenthaltstitel vorweisen können. Auch die ungewollte Hilfeleistung zur illegalen Überquerung von Staatsgrenzen kann den Tatbestand des Menschenschmuggels erfüllen und schwere Strafen nach sich ziehen. Vorsicht auch bei organisierten Mitfahrgelegenheiten! Vor Fahrtantritt ist sicherzustellen, dass die Reisepartner die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen.

Hinweise zu Fernbussen, Bahn, Fähren und Flugverkehr

Bei Fahrten mit einem Fernbus drohen ebenfalls intensive Kontrollen und lange Aufenthalte. Die Grenzbeamten legen auf Busse besonderes Augenmerk, da sie bauartbedingt für Schleuser attraktiv sind.

Wer sich für die Alternative Bahn entscheidet, kann ebenfalls nicht davon ausgehen, von Personenkontrollen und Wartezeiten verschont zu bleiben. Detailinformationen gibt es bei der Deutschen Bahn unter der Servicenummer 0180 6 99 66 33 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf).

Sinnvolle Alternativen zum Landweg sind Fährpassagen von Italien (z.B. Triest, Venedig, Ancona) nach Griechenland (z.B. Igoumenitsa) beziehungsweise Direktflüge aus Deutschland nach Griechenland oder in die Türkei. Ein Tipp: Rechtzeitig buchen!

Im Fähr- und Flugverkehr kontrollieren die Grenzer meist nicht selbst. Stattdessen werden die Verkehrsunternehmen verpflichtet, bereits im Ausland die Papiere zu überprüfen. Wer dann bei der Einreise keinen Ausweis vorweisen kann, wird auf Kosten der Airline oder Fährgesellschaft zurückgeschickt.

Besonderer Hinweis für Wohnmobilfahrer in griechischen Fährhäfen, vor allem in Igoumenitsa und Patras: In den letzten Jahren häufen sich Berichte von Reisenden, die bei der Heimreise "blinde Passagiere" an Bord vorfanden. Die illegalen Auswanderer verstecken sich in Urlauberfahrzeugen, um so die Ausreise über das Meer nach Italien zu erzwingen. Werden die "blinden Passagiere" entdeckt, hat dies schlimme Konsequenzen für die meist ahnungslosen Urlauber. Schleusungsdelikte werden mit hohen Haft- und Geldstrafen sowie mit der Beschlagnahme der Fahrzeuge geahndet.


Weiterführende Informationen:

ADAC Verkehrsinfo

Grenzwartezeiten Österreich (A...

Verkehrsinfo Slowenien

Verkehrsinfo Kroatien

Grenzwartezeiten Ungarn

Flyer "Balkanrouten im Überblick"

Deutsche Bahn

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